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Lauenburg Mit Eiswürfeln und Druckluft gegen Schmutz
Lokales Lauenburg Mit Eiswürfeln und Druckluft gegen Schmutz
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20:27 16.08.2019
Mit Gehörschutz ausgestattet zeigt ein Arbeiter von Maas Umweltdienstleistungen am Tor der Geesthachter Schleuse, wie der „Icestorm“ Schmutz vom Stahl bläst. Quelle: Timo Jann
Geesthacht

Wasserbauwerke wie Schleusen oder Wehranlagen, die ständigem Wasserkontakt ausgesetzt sind, aber auch Fahrwassertonnen oder Schiffsrümpfe zu reinigen, ist ein mühsames Unterfangen. Nun soll Eis Abhilfe schaffen. Die kanadische Firma Coulson Iceblast führte jetzt erstmals in Europa ihre innovative Technik vor. Mit zerhackten Eiswürfeln und Luftdruck wird der Schutz regelrecht von Stahl und Beton geblasen. „Icestorm“ (Eissturm) heißt das Gerät mit der breiten blauen Lanze, das im wahrsten Sinne des Wortes cool gegen Schmutz hilft. An einem Tor der Schleusenanlage in Geesthacht demonstrierten Vertreter von Coulson und des deutschen Partners Maas Umweltdienstleistungen die Technik.

Die Spezialmaschine muss zunächst mit Eiswürfeln gefüttert werden. Zerhackt und unter Druckluft lösen diese dann Schmutz. Quelle: Timo Jann

Fauchend speit die Lanze ihr Gemisch aus frischem Eis und Luft aus. Der Arbeit schützt seine Ohren gegen das Pfeifen des Eissturms mit einem Gehörschutz. Dort, wo das Gemisch auf die verschmutzt Oberfläche trifft, ist sofort wieder das ursprüngliche Material zu sehen. Algenbewuchs, Schlamm, leichter Rost – alles weg. Nur noch sauberes Schleusentor.

„Bisher hat man solche Arbeiten auch mit Trockeneis durchgeführt, aber da blieben oft Rückstände übrig, die man natürlich nicht im Wasser haben will“, berichtet Lutz Jürgensen von Coulson Iceblast. „Unser Eis ist Frischeis, es sind handelsübliche Eiswürfel, denen nichts weiter als Druckluft aus einem Kompressor beigemischt wird“, sagt er.

An Geesthachts Schleuse wurde das neue Reinigungsverfahren mit Eiswürfeln erstmals in Europa vorgeführt. Quelle: Timo Jann

Von einem Ponton, der an einem Arbeitsschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) befestigt quer vor dem Schleusentor lag, zeigte ein Mitarbeiter von Maas Umweltdienstleistungen, was im „Icestorm“ steckt. Unter den wachsamen Augen der Ingenieure des WSA füllte er zunächst säckeweise Eiswürfel in die Spezialmaschine. Jürgensen: „Man kann einstellen, wie fein oder grob man die Eiswürfel möchte.“ In Kanada werden mit dem „Icestorm“ im Winter auf Flughäfen auch Start- und Landebahnen von Eis befreit. Im Geesthachter WSA-Hafen reinigte die Maschine nach der Vorführung am Schleusentor auch noch Fahrwassertonnen. Was sonst mit Hochdruckreinigern mühevoll ist und viel Wasser erfordert, war mit der Lanze problemlos.

„Wir sind mit dieser ersten praktischen Vorführung in Europa restlos zufrieden“, sagte Jürgensen. „Das, was wir gezeigt haben, war eindrucksvoll“, befand Manfred Maas, der Inhaber der Umweltdienstleistungsfirma aus Barum bei Lüneburg. Beim WSA dokumentierte man die Verführungen ganz genau, möchte sich aber vor einem Statement erst noch beraten. „Ein Kilo Trockeneis mit allen Nachteilen kostet 1,2 Euro, während ein Kilo Eiswürfel 1,2 Cent kosten. Schon das macht deutlich, wie günstig unsere Technik ist“, bilanzierte Jürgensen. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses Reinigungsverfahren auch in Europa und Deutschland durchsetzen wird. „Man kann mit der Eismaschine unglaublich viel machen.“

An Geesthachts Schleuse wurde das neue Reinigungsverfahren mit Eiswürfeln erstmals in Europa vorgeführt. Quelle: Timo Jann

Von Timo Jann

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