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Lauenburg Mölln: Altstadtfest-Flohmarkt schrumpft wegen Sicherheit
Lokales Lauenburg Mölln: Altstadtfest-Flohmarkt schrumpft wegen Sicherheit
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07:58 29.03.2019
Flohmarkt in engen Gassen wie hier an der Marktstraße wird es beim Altstadtfest in Mölln nicht mehr geben. Das neue Sicherheitskonzept sieht unter anderem vor, dass eine Rettungsgasse gebildet werden kann. Quelle: JEB*/LN-Archiv
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Mölln

Jetzt ist es beschlossen: Das Möllner Altstadtfest, das jährlich 40.000 Besucher anlockt, wird nach vielen Jahren neu geordnet. Der Tourismussausschuss in Mölln hat das in der vergangenen Woche beschlossen. Mit den Änderungen möchte die Stadt den Sicherheitsanforderungen der Behörden gerecht werden. Einer der Wünsche von Polizei und Ordnungsamt: Rettungsgassen müssen gebildet werden können. Damit verbietet sich ab sofort das Handeln und Feilschen im gesamten Stadtgebiet inklusive Rippenstraßen, für das der Möllner Flohmarkt kreisweit bekannt war. Denn durch enge Gassen mit Ständen kommen Fahrzeuge nicht. Außerdem wird es keine Livemusik mehr am Bauhof geben.

Auf vielen Flächen wird es in diesem Jahr keinen Flohmarktstände mehr geben beim Möllner Altstadtfest. Die Stadt möchte bessere Sicherheitsvorkehrungen treffen.

„Es ist eine Notwendigkeit. Wir können das nicht anders regeln“, sagte Jochen Buchholz, Leiter des Tourismus- und Stadtmarketings Mölln, am Donnerstag. Der Flohmarkt zum Altstadtfest wird schon in diesem Jahr auf die Flächen am Bauhof, in der Bergstraße, am Kurpark-Parkplatz, am Parkplatz der Kreissparkasse und am Parkplatz von Rossmann, sowie in der Hauptstraße zwischen der Wall- und der Grubenstraße begrenzt. Der Kinderflohmarkt am Sonntag soll nicht wie sonst am Zob, sondern auf dem Bauhof stattfinden. 117 der im neuen Konzept gestrichenen Plätze für Händler liegen in den Rippenstraßen und die Buchungslage dort sei in der Vergangenheit sehr dünn gewesen.

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Auf Facebook hatte im Februar der Plan, das Altstadtfest aus Sicherheitsgründen zu verändern, für reichlich Wirbel gesorgt. Der Post hat bislang 4258 Interaktionen ausgelöst. „Der Flohmarkt wird dann definitiv nicht mehr der Gleiche sein. Ich find’s schade. Gerade der Charme geht flöten durch die Altstadtgassen auf dem Flohmarkt zu schlendern“, hatte dort eine Nutzerin gesagt. Ein anderer Nutzer sagte jedoch auch: „Habt ihr alle keine anderen Sorgen? Es ist nur ein Flohmarkt. Auf die Frage, ob der große Flohmarkt im gesamten Stadtgebiet wirklich seinen Charme verliere, sagte Buchholz. „Wir werden einen wunderschönen Flohmarkt haben. Von der Zahl der Stände sind wir fast identisch.

410 Stände werden in diesem Jahr vorgehalten, in der Vergangenheit waren 600 Aussteller möglich. 2016 waren 377 Stände, 2017 392 und im Jahr 2018 443 wirklich vermietet worden. Die jetzige Lösung ist bereits ein entgegenkommen des Stadtmarketings. Ursprünglich hatte die Stadt eine Reduzierung auf etwa 353 Plätze gefordert. Doch die Politik hatte sich für den Erhalt von Flohmarktständen in der Hauptstraße eingesetzt.

Durch die Konzentration der Veranstaltung auf Rathausmarkt, Mühlenplatz, untere Hauptstraße und Rathausmarkt möchte das Stadtmarketing Sicherheitslücken schließen. Ordnungsamt und Polizei empfehlen unter anderem eine bessere Prävention vor Angriffen auf das Fest mit Fahrzeugen. Auch wenn es für Städte wie Mölln keine konkreten Terrorwarnungen gibt, gelten seit dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Denn schließlich haften Veranstalter wie das Stadtmarketing.

Die Livemusik soll auf den Norden der Altstadt konzentriert werden. So erklärt sich auch die Verlegung der Bühne vom Bauhof auf den Mühlenplatz. Denn der hintere Zugang bergauf zum Marktplatz (Ziegenmarkt) und zum Mühlenplatz (Auf den Dämmen) sei aufgrund der bestehenden Gebäude von Fahrzeugen mit hohem Tempo nicht befahrbar. So wird die Zahl der Ordner an Zugängen und die Zahl der Kleintransporter zur Absperrung (Hauptstraße/Am Markt, Mühlengang, Grubenstraße, Mühlenstraße/ Mühlenplatz) vergleichsweise gering gehalten.

Florian Grombein