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Lauenburg Mölln: Schüler organisieren Talk zur EU-Wahl
Lokales Lauenburg Mölln: Schüler organisieren Talk zur EU-Wahl
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20:03 06.05.2019
Podiumsdiskussion im Vorwege der EU-Parlamentswahl im Möllner Marion-Dönhoff-Gymnasium. Quelle: Florian Grombein
Mölln

Ja, bald ist Europawahl. Das wissen die meisten Menschen von den Wahlplakaten. Doch im Lauenburgischen hält sich die Zahl der Veranstaltungen, auf denen über Inhalte europäischer Politik geredet wird, bislang in Grenzen. Ausgerechnet Schüler, die sich kurz vor der lernintensiven Abiturprüfung befinden, haben jetzt am Möllner Marion-Dönhoff-Gymnasium (MDG) eine fast schon professionelle Talk-Veranstaltung mit relevanten Politikern veranstaltet. Über weite Strecken ging es um das Thema, das vor allem ihre Zukunft betrifft: den Klimaschutz.

Schüler am Marion-Dönhoff-Gymnasium diskutierten mit Politikern EU-relevante Themen. Bekannte Politiker von CDU, SPD, FDP, AFD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen waren dabei.

„Sie sagen, dass in Deutschland nur etwa zwei Prozent der weltweiten Treibhausgase verursacht werde. Doch sie lassen außer Acht, dass Deutschland 17,3 Prozent der Braunkohle weltweit fördert“, sagte Lionel Hasse zu Christian Waldheim (AfD). Diese werde dann in China verbrannt. Das könne mit Exportpolitik verhindert werden. Vor allem die souverän vorgetragene Kritik des 17-Jährigen Schülers an Waldheim zeigte, dass sich einige Gymnasiasten gut vorbereitet hatten.

Mehrfach war Waldheim sowohl von Schülern als auch den anderen Talkgästen für die Haltung der AfD zum Thema Klimawandel oder wegen ihrer EU-Kritik sachlich aber mit Nachdruck kritisiert worden. Darüber, dass vor allem unsere Umwelt ein EU-Thema sei, deren Schutz nicht an Ländergrenzen aufhören dürfe, waren sich fast alle einig. Waldheim erklärte, seine Partei leugne den Klimawandel nicht, doch es habe ihn schon immer gegeben. Wenn es unbequem wurde, grenzte er seine Meinung auch schon einmal von der Haltung seines Bundesverbandes ab. Zum Beispiel mit der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft habe er persönlich kein Problem. Hasse monierte auch, dass die AfD im Internet zum Thema Klimawandel „gezielt Falschinformationen“ über eine Grafik veröffentlicht habe und warf der Partei Populismus vor. Er kenne diese Grafik nicht, so Waldheim. „Auch ich habe einen Sohn und ich möchte, dass er die Erde noch so erleben kann wie ich“, ergänzte er. Er sei beim Klimawandel aber gegen Hysterie.

Politik auf Kurs der Bundesparteien

Insgesamt wichen die Politiker nicht vom Kurs ihrer Bundesparteien ab. Nina Scheer (MdB, SPD), warf der CDU vor, beim Klimaschutz zu bremsen. Sie warb genauso wie Oliver Brandt, Kreistagsabgeordneter der Grünen, für einen Art Steuer auf CO2-Ausstoß. Dagegen positionierten sich Christopher Vogt (MdL,FDP) sowie Madina Assaeva (CDU). Kreistagspolitiker Klaus Euteneuer-Treptow (Die Linke) wollte eigentlich keinen Vortrag über Ökonomie halten, tat es aber, und zitierte Karl Marx. Der Klimawandel sei im System angelegt, das wie im Kapitalismus üblich vor allem auf Produktivität setze. Gegen die Herabsetzung es Wahlalters auf 16 Jahre sprach sich Madina Assaeva aus, obwohl sie die jüngste in der Runde war. Es gebe genug Möglichkeiten der Partizipation. Die Schüler wollten auch wissen, ob der EU-Agrarhaushalt gekürzt werden sollte. Bis auf CDU und AfD war die Antwort darauf „Ja“. Vogt warb dafür, lieber mehr Geld in die Bildung zu stecken.

Zu verdanken war die Diskussion vor allem den Schülersprechern Philipp Zühlsdorf und Mareike Grell. Sie hatten die Politik eingeladen, Fragen konzipiert und moderiert. Die Politiker saßen im Halbkreis in der Mitte und nicht wie so oft erhöht auf einer Bühne. So wurde die Veranstaltung angenehm interaktiv und locker. Fast schon wie in einer TV-Talkshow. Auch der Ton, gemischt von einer Schul-AG, funktionierte einwandfrei.

Florian Grombein

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