Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Mölln muss über Verkehrsberuhigung reden
Lokales Lauenburg Mölln muss über Verkehrsberuhigung reden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 15.11.2018
Große Zustimmung, auch bei Kommunalpolitikern und Manfred Kuhmann (links), Baumatsleiter in Mölln. Laut Votum müssen sich städtische Gremien mit einer Verkehrsberuhigung von See- und Mühlenstraße beschäftigen. Martin Gröll, Leiter des Fachbereichs Zentrale Steuerung und Organisation, zähle 68 zu 28 Stimmen in der Mensa auf dem Schulberg. Quelle: Grombein
Mölln

Voller Erfolg für die Altstadtbürger bei der Einwohnerversammlung. Eigentlich bestimmte das Thema Digitalisierung in der Kommune die Versammlung. Mit einem Antrag zur Tagesordnung nutze die Bürgerinitiative die Versammlung allerdings für ihre eigenen Interessen: Die Verkehrsberuhigung. Ihrem Antrag, in Gremien über Maßnahmen in der See- und Mühlenstraße zu beraten, wurde mit 68 zu 28 Stimmen klar angenommen. Nötig waren 50 Prozent der Stimmen der Anwesenden. Nun muss die Politik sich damit befassen.

„Wir fordern die zuständigen entscheidungsbefugten Organe beziehungsweise Gremien der Stadt auf, die Seitenstraßen der Hauptstraße, speziell Mühlenstraße und Seestraße, vom abfließenden Autoverkehr der Hauptstraße und vom PKW-Durchgangsverkehr zu entlasten“, forderte Arne Vogt, Sprecher der „Bürger für die Möllner Altstadt“, in seinem Antrag zur Tagesordnung.

Vortrag zur Digitalisierung

Thema der Einwohnerversammlungwar eigentlich die Digitalisierung. Joachim Rumohr, Berater und Trainer aus Mölln, referierte. Er listet auf, was Mölln in dieser Hinsicht schon biete. 78 Prozent der Bevölkerung besitze ein Smartphone, in Mölln gebe es fast flächendeckend schnelle Glasfaserleitungen, die Homepage der Stadt biete Anträge zum Download und Informationen zu politische Sitzungen. Es sei jedoch noch nicht möglich, online Formulare einzureichen. Außerdem richtete Rumohr den Blick auf andere Städte, die beispielsweise eine Meldesystem für Missstände in der Stadt wie wilde Müllkippen oder Verkehrsprobleme böten.

Gehwege sind zu schmal

Er begründete seine Forderung zum einen damit, das die Fußgängerwege zu schmal seien. Die Anforderungen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) und das Bundesverkehrsministerium hätten empfohlen, das Seitenraum-Gehwege eine absolute Mindestbreite von 2,50 Meter inklusive 50 Zentimeter Sicherheitsabstand bieten müssten. „Die maximale Gehwegbreite beispielsweise in der Mühlenstraße beträgt dagegen 1,55 Meter, vielfach jedoch nur ein Meter bis hin zu Abschnitten von 50 Zentimeter und sogar völliger Unterbrechung des Gehwegs in Höhe Mühlenstraße 1“, trug Vogt vor. Abzüglich des Parkraums für Anliegerfahrzeuge ergebe sich also zum ohnehin viel zu schmalen Fußweg beim Begegnungsverkehr von Autos und Fußgängern ein maximaler Sicherheitsabstand von unter 25 Zentimetern. Mühlenstraße, Seestraße und alle Querstraßen seien nahezu reine Wohnstraßen.

Zu viele Autos, zu viel Emission

Neben vielen älteren Anwohnern wohnten Familien mit kleinen Kindern dort. hunderte Autos nutzen die Strecke täglich als Ausweichstrecke und hielten sich nicht an das vorgeschriebene Tempo. „Dieser quasi unkontrollierte Verkehrsfluss bringt nicht nur ein hohes Maß an Emissionsbelastung mit sich, sondern gefährdet auch Leib und Leben der dortigen Anwohner“, so Vogt. Für seine Ausführungen erntete er nicht nur Beifall, sondern bei der anschließenden Abstimmung ging auch die klare Mehrheit der Hände, auch von Kommunalpolitikern und Verwaltungsmitarbeitern, in die Höhe.

Bei der Einwohnerversammlung in Mölln gaben Bürger ihre Stimme auch in Sachen Verkehrsberuhigung ab.

Die Altstadtbürger hatten die Teilnahme an der Einwohnerversammlung im Vorwege angekündigt. Damit ist das Engagement der Bürger zum zweiten Mal von Erfolg gekrönt. Sie hatten die Mehrheit des Bauausschusses auch erst in der vergangenen Woche davon überzeugen können, die Möllner Hauptstraße zumindest an den vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr für den Autoverkehr zu sperren. Vogt wertete die Einwohnerversammlung als Erfolg.

Bürgerinitiative fordert noch mehr

Katrin Ledeboer, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative, betonte noch einmal, dass sie auch die Entscheidung über Sperrungen der Hauptstraße an verkaufsoffenen Sonntagen zwischen Schäferstraße und Grambeker Weg begrüße. Doch sie machte auch deutlich, dass die Bürger zukünftig noch mehr fordern werden. „Dies kann nur ein erster Schritt zu einer Verkehrsberuhigung der Innenstadt sein“, sagte sie. Denn die Sperrung an Sonntagen führe auch dazu, dass in den Nebenstraßen mehr Ausweichverkehr stattfinde.

Wiegels: Fast schon eine Glaubensfrage

„Keine Thema kocht in der Bevölkerung so hoch wie dieses. Es ist fast schon zu einer Glaubensfrage geworden“, sagt Bürgermeister Jan Wiegels in der Einwohnerversammlung. Es scheine allerdings keine Lösung zu geben, die von allen gut geheißen werde. Eng mit der Verkehrsberuhigung zusammen hänge der Wettbewerb zur Umgestaltung des zentralen Einkaufsbereiches, der derzeit laufe. Er kündigte erste Ergebnisse im Januar 2019 an.

Florian Grombein

Lauenburg Gute Stimmung in größter Innung - Grande Dame des Handwerks geht von Bord

Wachwechsel in der Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft: Marion Fuchs übergibt den Vorsitz an Susanne Bendfeld. Neun von elf Innungen müssen die Wahl noch bestätigen, was aber als sicher gilt.

15.11.2018

Noch sind die Arbeiten im Außenbereich im Gange, doch das Hauptwerk ist vollbracht: In anderthalb Jahren wurde das Einkaufszentrum in der Heinrich-Hertz-Straße komplett erneuert.

15.11.2018

Ein geplantes Neubaugebiet in Sandesneben sorgt für Unmut bei den Anwohnern der Straße „Am Schmiedeberg“. „Wir sind im Vorwege nicht über das Vorhaben der Gemeinde informiert worden“, warf Andreas Sieber, dem dort ein Haus gehört, der Gemeindevertretung vor.

15.11.2018