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Lauenburg Möllner Autor trifft auf Mallorca den letzten Immenhof-Star
Lokales Lauenburg Möllner Autor trifft auf Mallorca den letzten Immenhof-Star
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10:03 14.05.2018
Zum 60. Jubiläum im September 2015 ging Christiane König in Malente mit auf die „Immenhof“-Rundfahrt. *FOTO: ASTRID JABS
Malente/Mölln/Mallorca

Interviews mit Detlef Romey, der allein in den vergangenen drei Jahren drei Bücher schrieb, sind ein Parforceritt durch die Filmgeschichte. Aktuell arbeitet er an einem Buch über den einstigen Ufa-Star Henny Porten. Die 1960 in Berlin gestorbene Schauspielerin lebte zwölf Jahre in bescheidenen Verhältnissen in Ratzeburg. Zuvor veröffentlichte der 56-Jährige ein Buch über den österreichischen Schauspieler Oskar Sima, „König der Nebenrollen“ und Anfang des Jahres erschien „Musik, oder ich scheiß in die Trommel“, das sich dem Möllner Schlagzeuger und Musikmanager Tom Richter widmet. Der fast 90-Jährige floh einst aus der DDR, arbeitete mit Musikgrößen wie Bill Ramsey, Ralf Bendix, Hanne Haller oder den Jacob Sisters. Zudem managte Richter Schlagersänger Freddy Breck. Hier schließt sich der Kreis zu Christiane König, die mit der Familie von Tom Richter eng befreundet ist.

Detlef Romey faszinieren Menschen und ihre Geschichte. Der Künstler, Autor und Filmhistoriker hält Erinnerungen an die wach, deren Ruhm aus unterschiedlichsten Gründen verblasste. Auf Mallorca traf der Möllner mit Christiane König den letzten lebenden Immenhof-Star.

Immenhof aktuell

Museums-Macher Mario Würz öffnet seine Malenter Immenhof-Ausstellung (Kampstraße 1) mittwochs, freitags sowie an Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

Zur Immenhof-Museumsnacht (Sonnabend, 25. August) liest Schauspielerin Katrin Weisser aus dem Buch „Sommernacht auf Immenhof“. Im Anschluss gibt es eine Autogrammstunde.

Online mehr unter https://bit.ly/2G6SkVS

Romey, der an Himmelfahrt aus Spanien zurückkam, ist noch ganz erfüllt vom gemeinsamen Besuch mit Richter bei Immenhof-Star Christiane König. „Sie war so offen und total nahbar, wir waren sofort per Du.“ Die 85-Jährige sei gerührt, nach so vielen Jahren noch immer Fanpost zu bekommen. Gern erinnere sich die sympathische Künstlerin an das 60. Immenhof-Jubiläum, zu dem sie 2015 von Mallorca nach Malente gereist war. „Fans in Deutschland kümmern sich rührend um mein Andenken und der letzte Besuch in Malente war großartig. Ich bin so verwöhnt worden“, habe sie Romey erzählt. Begeistert sei die frühere Schauspielerin auch von Mario Würz und seinem Immenhof-Museum. „Christiane freut es sehr, dass die Erinnerungen damit so lebendig gehalten werden.“

MeToo: König verklagte Produzenten

In „Die Mädels vom Immenhof“ spielte König die ältere Schwester Angela der Hauptdarstellerinnen Dick (Angelika Meissner) und Dalli (Heidi Brühl). Obwohl sie damals einen Drei-Jahres-Vertrag gehabt habe, schied König nach der ersten Verfilmung aus der Produktion aus. „Ich sollte die Geliebte des Produzenten werden, doch ich sagte, das kommt für mich gar nicht infrage. Dann haben die mich ausgebootet und den Vertrag gekündigt“, erzählte König 2015 dem „Mallorca Magazin“. Auch mit Detlef Romey sprach sie über dieses einschneidende Erlebnis. „Christiane war die erste Frau, die einen Produzenten verklagte, weil er sie als Geliebte haben wollte. Nach dem gewonnenen Prozess war ihre Karriere beendet.“ Dabei sei es Gustaf Gründgens selbst gewesen, der ihr ein Theaterstipendium ermöglichte. „Ich war die erste Schauspielerin der MeToo-Debatte. Wenn ich nicht Theater gespielt hätte, wäre ich völlig verschwunden, da durch den Prozess die Produzenten Angst hatten, mich zu verpflichten“, habe König ihm gesagt.

Mit ihrem späteren Mann leitete Christiane König, die eine Tochter hat, ein Hotel auf Ibiza. Nach seinem Tod verkaufte sie später ihren Besitz und zog 1993 nach Mallorca. Romey sagte sie zum Abschied: „Lieber Detlef, es tut gut, jemanden wie dich zu treffen, der uns alte Filmgarde nicht ganz vergisst.“

 Martina Janke-Hansen

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