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Lauenburg Möllner begeistert bei Musical in Hamburg
Lokales Lauenburg Möllner begeistert bei Musical in Hamburg
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10:39 21.03.2019
v.l. Co-Autor Joachim Quirin, Claudio Maniscalco und Komponist Christian Heckelsmüller stoßen nach dem Auftritt auf den Erfolg an. Quelle: Dirk Andresen
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Mölln

Das Publikum ist seit Wochen begeistert und hat mit Applaus abgestimmt: Das Musical „Sherlock Holmes – Young Generation“, das am 22. Januar in Hamburg Premiere feierte und seitdem jedes Mal ausverkauft war, geht mit elf weiteren Vorstellungen in die Verlängerung und kann noch bis zum 5. April besucht werden. „Wir haben uns alle riesig gefreut, dass das Stück so gut angenommen wurde“, strahlt Claudio Maniscalco, der als gebürtiger Möllner zwar in Berlin lebt, sich aber nach seinen Auftritten im „First Stage Theater“ in Hamburg-Altona prompt ins Auto setzt und in die Eulenspiegelstadt kommt, um entweder bei seiner Mutter Editha Maniscalo, einer bekannten Unterhaltungs-Musikerin, oder seiner Patentante Christel Kosanke zu übernachten und Kraft zu tanken.

Als Mr. Kurayami, einem zwielichtigem Patron einer Opiumhöhle, überzeugt Claudio Maniscalco dermaßen, dass er schnell zu einem Publikumsliebling wurde. Und das in einer Nebenrolle. Aber was heißt das schon? „Was Maniscalco daraus macht, ist wirklich sehens- und hörenswert“, lobt die Presse. Mit seiner kraftvollen Stimme geht er bis an die Grenzen des Machbaren. „Das ist fast ein bisschen gemein, wie ich die Noten für diese Rolle gesetzt habe. Alles ist verdammt schwer“, gesteht Christian Heckelsmüller, „aber Claudio bekommt das wirklich sehr, sehr gut hin.“ Der Komponist hat es verstanden, Songs zu komponieren, die die Spielszenen treffend begleiten und im Ohr bleiben, und andere, die dem Musical zu musikalischen Höhen verhelfen.

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Seit über 35 Jahren auf der Bühne

Es ist die Erfahrung, die Claudio Maniscalco unzweifelhaft in das Musical einbringen kann. Und so musste er beim Casting im Oktober des vergangenen Jahres, als über 300 Bewerber um die einzelnen Figuren wetteiferten, kaum vorspielen. Der Produzent, den er über viele Jahre kennt, wollte ihn unbedingt dabei haben. Er wusste, dass Claudio seit über 35 Jahren als Schauspieler und Sänger auf der Bühne steht. Schon mit 16 Jahren wurde er in Hamburg für die Bühne angenommen, aber sein italienischer Vater entschied gegen das Theater. „Weiterhin in Mölln eine solide Ausbildung absolvieren und einem bodenständigen Beruf nachgehen“, das waren seine Standpunkt. Zwei Jahre später war Claudio Maniscalco nicht mehr zu halten, ließ Mölln hinter sich und ging nach Berlin, wo er seitdem auf der Bühne und im Film/TV Erfolge feiert. Wo er inszeniert, komponiert, Regie führt. Wo er eigene Stücke produziert und zwischendurch noch als Synchronsprecher sein Geld verdient. Nichts, womit man Millionen verdient – aber sein Glück findet.

Bis zur Perfektion

Und was die Leidenschaft entfacht. Als Claudio Maniscalco in Hamburg nachmittags im Ton-Studio vor dem Mikro steht, um seinen Gesang mit den wechselvollen Akkordsprüngen aus dem Musical „Sherlock Holmes“ auf CD pressen zu können, ist er mit der erstbesten Einspielung nicht zufrieden. „Ich mache es noch mal“, zeigt er dem Produzenten an. Und wenig später: „Ich kann es noch besser.“ Als sich nach 75 Minuten Sänger und Techniker anschauen, wissen beide: Das war perfekt!

Mittlerweile hat sich auch die Stimmung von Ideengeber und Buchautor Rudi Reschke gehoben. Wer allabendlich im First Stage Theater mitverfolgt, wie das Publikum sein Musical „Sherlock Holmes – Next Generation“ zu lieben beginnt, darf sich bei allem Stress gern auch mal feiern lassen. Acht Jahre haben er und sein engstes Kreativteam – dazu gehören die Co-Autoren Joachim Quirin und Theodor Reichardt und selbstverständlich Christian Heckelsmüller (Musik und Liedtexte) – das Musical immer wieder überarbeitet, um es jetzt endlich auf die Bühne zu bringen. Dafür erhielten sie die Unterstützung von Thomas Gehle, geschäftsführender Gesellschaft der „Stage School“ und Direktor des „Fist-Stage-Theaters“, der von Anfang an schwer begeistert war.

Bei der letzten Aufführung nicht dabei

Trotz des großen Erfolgs in Hamburg ist Claudio Maniscalco auch ein bisschen wehmütig. Ausgerechnet am 5. April, wenn in Hamburg der letzte Vorhang von „Sherlock Holmes“ fällt und bei der anschließenden Feier ausgelassen auf den Erfolg angestoßen wird, steht Claudio Maniscalco in Berlin auf der Bühne. Dort muss er bei seiner eigenen Produktion „La Famiglia, einer musikalischen Dinner-Komödie, als Regisseur und Schauspieler um die Gunst des Publikums spielen.

Vielleicht aber wird Sherlock Holmes ja noch einmal verlängert, damit ihn dort noch alle seine Fans aus Mölln sehen können, die sonst bis Herbst warten müssen. Dann ist Claudio Maniscalco wieder in seiner Geburtsstadt auf der Bühne zu sehen: Mit seiner „Best-of-Show“.

Dirk Andresen

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