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Lauenburg Möllner wollte sich selbst verbrennen
Lokales Lauenburg Möllner wollte sich selbst verbrennen
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20:05 20.05.2019
Am Freitagabend, 26. Oktober 2018, brennt es in einem Haus in Ratzeburger Straße in Mölln. Quelle: Jens Burmester
Mölln

„Warum ich das gemacht habe, weiß ich nicht. Ich habe Probleme mit meiner Vergangenheit. Ich war kriminell“, sagte der Angeklagte am zweiten Prozesstag bei seiner Vernehmung. Sein Gewissen plage ihn. In Hand- und Fußfesseln wurde er in den Gerichtssaal geführt. Der zum Tatzeitpunkt 50-Jährige ist seit dem verheerenden Feuer am 26. Oktober 2018, als er in einem Mehrfamilienhaus sein Bett mit einem Feuerzeug anzündete, in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Der komplette Dachstuhl brannte aus, sieben Bewohner verloren ihr Zuhause. Die Summe von 300 000 Euro Sachschaden stehe im Raum, hieß es am Montag. Das Haus sei unbewohnbar und müsse möglicherweise inklusive der Grundmauern neu aufgebaut werden.

Angeklagter wollte sich selbst verbrennen

Dramatische Szenen spielten sich an diesem Freitagabend ab, als der Brand gegen 20 Uhr ausbrach. Unter den Opfern, die ihr Heim verloren, war unter anderem eine Mutter mit ihrem damals sechsjährigen Kind. Sie wurden zwar vorsorglich in ein Lübecker Krankenhaus gebracht, doch blieb laut Aussage eines Kripo-Beamten im Zeugenstand zum Glück unverletzt. Schlimmer erging es einem älteren Hausbewohner, der nach einer Rauchgasvergiftung drei Tage stationär behandelt werden musste. „Der einzige Ausweg, den ich sah, war, mich selbst zu verbrennen“, erklärte der Angeklagte über seinen Gemütszustand in diesen Tagen. Er sprach mit fester Stimme und konnte sich gut artikulieren. Ob ihm klar sei, dass er mit dem Feuer andere gefährdet habe, fragte Richter Christian Singelmann sinngemäß. „Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht“, antwortete der 50-Jährige. Auch wenn es ihm im Nachhinein leid tue.

Ein zur Tatzeit 50-Jähriger Mann muss sich vor Gericht verantworten, weil er am Freitagabend, 26. Oktober 2018, sein Bett in einem ein Mehrfamilienhaus in Mölln anzündete. Vor Gericht hat er bereits gestanden.

Bei einem Aufenthalt im Johanniterkrankenhaus Geesthacht hatte er am 22. September bereits sein Bett angezündet. Offenbar aus den gleichen Beweggründen. Bis zu 60 Zentimeter hoch sollen die Flammen schon gelodert haben, bevor sie von Mitarbeitern der Klinik gelöscht werden konnten. Über die Höhe der Flammen in Geesthacht wisse er nichts. Er sei ins Raucherzimmer gegangen, als er den Brand gelegt hatte, erklärte der 50-Jährige völlig emotionslos und trocken. Daraufhin war das Gebäude in der Klinik, in dem sich etwa 20 Personen aufhielten, evakuiert worden.

Auch in Lübeck-Eichholz Feuer gelegt

Am Montag nun kam im Prozess heraus, dass der Angeklagte schon einmal in Lübeck gewohnt hatte. Der Richter sprach einen Fall an, der jedoch seinerzeit nicht vor Gericht landete. Der Angeklagte erklärte, er habe in Lübeck-Eichholz mit einer Zigarette das Bett angezündet. Doch zurück nach Mölln. Beim Versuch, sich in der Eulenspiegelstadt zu verbrennen, scheiterte er. Er habe das Bett mit einem Feuerzeug angezündet und sich aufs Sofa gesetzt. Doch dann habe er die Hitze nicht mehr ausgehalten und sei schließlich aus dem Dachgeschoss gesprungen und auf ein Taxi gestürzt. Dabei habe er sich zwei Rückenwirbel gebrochen und schwebte zwischenzeitlich in Lebensgefahr.

Probleme, „draußen zu leben“

Der Angeklagte ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft psychisch krank. Deshalb handelt es sich bei dem Prozess am Landgericht Lübeck um ein so genanntes Sicherungsverfahren. Es soll geklärt werden, ob von dem Beschuldigten dauerhaft eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht und er deshalb auf unbestimmte Zeit in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung untergebracht werden muss. Stimmen höre er nicht, erklärte der Angeklagte auf Nachfrage des psychiatrischen Gutachters Dr. Thomas Bachmann, der den Prozess begleitet. Er habe seit zehn Jahren Probleme, „draußen zu leben.“ Und er sehe für sein Leben im Augenblick keine andere Perspektive, als in der psychiatrischen Klinik zu bleiben. Wann das Urteil gesprochen wird, ist noch offen.

Florian Grombein

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