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Lauenburg Integration auf der Theaterbühne: Ein Handicap spielt keine Rolle
Lokales Lauenburg Integration auf der Theaterbühne: Ein Handicap spielt keine Rolle
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09:00 18.01.2020
Das Gespenst von Canterville versucht mit seinen Helfern, bei den amerikanischen Eindringlingen Angst und Schrecken hervorzurufen. Spannende Unterhaltung garantiert das Theater Integrale in seinem neuen Stück. Quelle: Matthias Schütt
Mölln

70 Schülerinnen und Schüler aus Mölln, darunter 20 auf der Bühne, fiebern dem Sonntag entgegen. Dann feiern sie im Augustinum Mölln Premiere mit dem Stück „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde. Das ist die Jubiläumsproduktion des Theaters Integrale, das seit 20 Jahren besteht und eine außergewöhnliche Arbeitsgemeinschaft des Marion-Dönhoff-Gymnasiums (MDG) und der Schule Steinfeld darstellt: Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren, mit und ohne Handicap, erarbeiten gemeinsam Theaterstücke und machen damit Integration zu einem selbstverständlichen Element ihres Schulalltags.

Anstrengende Probenmonate liegen hinter den Beteiligten, die sich in dieser Woche zu den Hauptproben im Theatersaal des Augustinums trafen. Jetzt gilt es, den letzten Schilf anzusetzen, damit Auftritte und Einsätze in den Szenen, bei Musik- und Chorstücken sowie in den Tanzeinlagen passen. Die Komödie des berühmten englischen Autors handelt von einer amerikanischen Familie, die in einem alten englischen Schloss die dort herrschenden Gespenster völlig durcheinander bringt. Zwei Welten treffen aufeinander, die letztlich nur mit Toleranz und Respekt füreinander klar kommen. Es ist kein Zufall, dass dieses Stück genau den Kern der Idee trifft, die den Gründern des Theaters Integrale vor Augen stand.

Jede Woche Planungstreffen

Der erste Kontakt entstand gleich mit Gründung des MDG durch die Schulleiter Hannelore Preuninger (Schule Steinfeld) und Horst Kienbaum. Mit einem „Raum der Begegnung“ wurde frühzeitig ein Treffpunkt für gemeinsame Aktivitäten geschaffen. Auf der Arbeitsebene bilden die Lehrer Désirée Buxel-Krohn (MDG) sowie Sandra Cartobius und Stephan Belau das Leitungsteam. „Wir treffen uns regelmäßig jede Woche zu einer Besprechung über anstehende Projekte“, umreißt Buxel-Krohn die intensive Zusammenarbeit, die viel Wochenendarbeit bedeutet.

Rund anderthalb Jahre hat die Vorbereitung dieser Inszenierung gedauert, „vom ersten Austausch über mögliche Stücke bis zur Aufführung“, ergänzt Belau. „Wir haben aus verschiedenen Versionen des Stücks die passende ausgesucht und selbst weiterentwickelt.“ So hat die Musiklehrerin Buxel-Krohn 17 Musikstücke geschrieben, die als Lieder und Zwischenspiele eingebaut werden.

Haben schon beim "Sams" gemeinsame Bühnenerfahrung gesammelt: Julia von der Schule Steinfeld (links) und Anna vom MDG. Quelle: Matthias Schütt

Unterstützung vom Thalia-Theater

Rund acht Monate wird an der Schule Steinfeld bereits an dem Stück gearbeitet, das für den ganzheitlichen und fächerübergreifenden Unterricht in Deutsch, Musik, Werken und Kunst genutzt wird. Fachliche Unterstützung erhalten die Lehrer im Theaternetzwerk Schleswig-Holstein, über das etwa ein Kontakt zu einem professionellen Bühnenbildner entstand, der an einem Wochenende mit Schülern das Bühnenbild entwarf. Das Hamburger Thalia-Theater ist über die Jahre ein wertvoller Ansprechpartner geworden. Viele andere Institutionen helfen mit Ausstattungsstücken bei der aktuellen Inszenierung.

Die Spannung vor der Premiere steigt, etwa bei Julia (12), die das Dienstmädchen Charlotte spielt und Theater inzwischen als ihr Hobby betrachtet. Sie hat einigen Text zu lernen, aber vor dem öffentlichen Sprechen keine Angst mehr. „Mit jedem eingeübten Stück wachsen unsere Kinder“, freut sich Belau über die Fortschritte. Mit Anna aus der 9. Klasse des MDG hat Julia schon im „Sams“ vor zwei Jahren zusammengespielt. Die 15-Jährige, im Stück ein aufmüpfiger Teenager, sieht die Zusammenarbeit mit Julia und den anderen von der Schule Steinfeld als Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. „Die Zusammenarbeit macht einfach einen Riesenspaß.“

Von Matthias Schütt

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