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Lauenburg Gudow hat bald wieder eine Schule
Lokales Lauenburg Gudow hat bald wieder eine Schule
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06:38 11.04.2019
Geschäftsführerin Claudia Hannemann ist zuversichtlich. Zum neuen Schuljahr nimmt in Gudow ihre Montessori-Schule den Betrieb auf. Quelle: Silke Geercken
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Gudow

Eine Alternative für Schulanfänger aus dem gesamten Kreisgebiet: In Gudow wird zum Schuljahr 2019/20 eine Montessori-Schule eröffnet. Zwölf Kinder stehen bereits auf der Warteliste, darunter auch die Zwillinge der Gründerin und Geschäftsführerin Claudia Hannemann, die auch die Montessori-Kitas in Mölln und Geesthacht aufgebaut hat. Gerade hat die Gemeindevertretung Gudow der Vermietung des alten Schulgebäudes zugestimmt. Rund 150 000 Euro sollen in die Sanierung des Gebäudes investiert werden, damit sich die Abc-Schützen in ihrer Schule wohlfühlen.

Zwei Montessori-Kinderhäuser gibt es bereits im Kreis

Schon lange steht die alte Dorfschule leer. Sporadisch wurde das Gebäude von Vereinen oder für Sitzungen der Gemeindevertretung genutzt, einen regelmäßigen Schulbetrieb kennt es längst nicht mehr. Träger der neuen Schule ist die Monte H und H GmbH. Dahinter stecken Geschäftsführerin Claudia Hannemann (40) und ihre Partnerin Zsuzsanna Hamar aus Breitenfelde. Hannemann, Diplom-Verwaltungswirtin mit Jura-Studium, Montessori-Pädagogin und Mutter von vier Kindern zwischen sechs und 13 Jahren, kann auf reichlich Erfahrungen zurück blicken. 2008 wurde das Montessori-Kinderhaus in Mölln, 2014 das in Geesthacht gegründet. 85 Kinder werden in beiden Häusern nach Montessori betreut.  

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Lernen an Bedürfnissen der Kinder orientiert

Die Montessori-Schule Gudow wird als gebundene Ganztagsschule Kindern einen Lernort bieten, an dem sich das Leben und Lernen an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Claudia Hannemann: „Geprägt von dem Leitgedanken, dass alles Lernen nur vom Kinde ausgehen kann, verstehen sich die Lehrer als Diener des Kindes. Jedes Kind ist einzigartig. Die Berücksichtigung dieser Einzigartigkeit in Persönlichkeit, Charakter, Stärken, Schwächen, Begabungen und Widerständen ist Basis aller pädagogischen Überlegungen an der bilingualen Montessori-Schule Gudow. Eine Schulleiterin ist schon gefunden, Gespräche mit einer zweiten Lehrkraft laufen.

Von Maria Montessori vor 100 Jahren entwickelt

Das Herz der Schule bildet die besondere pädagogische Ausrichtung, von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori bereits vor 100 Jahren entwickelt. In der Schule Gudow soll nicht nur die Wissensvermittlung allein im Fokus der täglichen Arbeit stehen. „Bildung ist auch Persönlichkeitsbildung - und so lernen die Kinder durch das eigene Erleben neben verschiedenen Lernstrategien auch, dass Lernen etwas Soziales ist, das nur im gegenseitigen Austausch möglich ist“, so Hannemann. Die Kinder werden lernen, sich gegenseitig zu unterstützen, Rücksicht zu nehmen auf die Bedürfnisse der anderen, Aufgaben im Team zu bearbeiten, strategisches Denken und kreative Lösungsansätze miteinander zu kombinieren. Waldtage, Ausflüge in die Umgebung, Klassenfahrten, der Besuch kultureller Veranstaltungen werden den Schulalltag ergänzen.

Keine Hausaufgaben, keine Noten

Gestartet wird mit Kindern der Klassen 1 und 2, die gemeinsam unterrichtet werden. In Gudow wird es keinen festen Stundenplan geben, keine Zensuren, keine Hausaufgaben und keinen Druck – stattdessen wird den Kindern ein organisatorischer Rahmen geboten mit viel Bewegungsfreiheit und individueller Unterstützung. „Natürlich orientieren sich die schulischen Inhalte am Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein. Lernen in Freiheit ist auch an einer Montessori-Schule nicht frei von Entwicklungsbeobachtung und Leistungsvergleichen“, so Hannemann. So erhalten die Schüler jeweils zum Halbjahr differenzierte und wertschätzende Rückmeldungen über ihre individuellen Lern- und Entwicklungsfortschritte. „Kinder wollen lernen und alles richtig machen. Mit unserem Material werden sie sich selbst motivieren können.“ Selbstbewertung durch Kontrolle sei nicht nur ein Grundsatz der Montessori-Pädagogik, sondern auch ein zentrales Kennzeichen des Materials, das stets eine eingebaute Fehlerkontrolle enthalte, um sich selbst prüfen zu können.

Start ist im August 2019

Die Schulkosten betragen 225 Euro monatlich, inklusive Mittagessen. Unterricht ist von 7.30 bis 16 Uhr, freitags bis 13 Uhr. Eltern, die sich dafür interessieren, ihren Kindern die Möglichkeit des Schulbesuchs an der Montessori-Schule ab August 2019 zu geben, finden weitere Informationen auf der Homepage des Trägers: www.monte-huh.de oder unter Telefon 0160/97 923 810.

Silke Geercken

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