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Lauenburg Aus Groß Boden für den Weltmarkt
Lokales Lauenburg Aus Groß Boden für den Weltmarkt
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16:00 13.10.2019
Mit dieser Anlage will Hans-Otto Vollert auf dem Markt für exklusive Musikanlagen zur Weltspitze vorstoßen Quelle: Matthias Schütt
Groß Boden

Dass Musikenthusiasten aus aller Welt demnächst auf das lauenburgische Dorf Groß Boden schauen, ist ungewöhnlich, aber nicht abwegig: Hier arbeitet seit einem Jahr die Firma Soundstein Dr. Vollert, die mit einer Musikanlage in die Weltspitze vorstoßen will. Hans-Otto Vollert (67), promovierter Naturwissenschaftler und bis 2018 Studiendirektor am Oldesloer Theodor-Mommsen-Gymnasium, verwirklicht sich damit einen Lebenstraum: „eine Musikanlage ohne jegliche Schwingungen und Nebengeräusche“. Das Geheimnis liegt im Material Naturstein, und hat die Fachwelt sofort überzeugt. „Highendige Klänge vom Feinsten“ schwärmte jüngst der Branchen-Blog „HiFi-IFAs“.

Klang wie mitten im Konzertsaal

Schwarzer Basaltstein oder weißer Marmor stehen für die Gehäuse von Verstärker und Boxen zur Auswahl. Klingt extravagant, folgt aber physikalischer Notwendigkeit: „Die Masse sorgt dafür, dass es im Hörbereich praktisch keine Fremdschwingungen gibt“, erläutert Vollert. „Es bleibt der reine Klang.“ Zur Vorführung in seinem alten Bauernhaus legt er „In The Mood“ von Glenn Millerauf – und schon hat der Zuhörer den Eindruck, mitten im Konzertsaal zu sitzen: Bei geschlossenen Augen sieht man jeden Musiker an seinem Instrument, hört auch feinste Nuancen.

Die Idee, für diesen Prototyp tief in die Tasche zu greifen und gleich noch eine eigene Firma dafür zu gründen, beruht auf einer Freundschaft, die Vollert seit Studientagen mit dem Ratzeburger Elektroniker Wilfried Kort verbindet. Als Nachbar in der Studenten-WG staunte Vollert, wie Kort sich seine Boxen selber baute und ständig weiter verbesserte. Als Marktführer für Schaustelleranlagen ist Kort gewohnt, in größeren Dimensionen zu denken.

Für ihr Steinprojekt, das in vielen Teilen aus maßgeschneiderten Einzellösungen besteht, brauchten sie allerdings noch weitere Mitstreiter: den jungen Ratzeburger Steinmetzmeister Moritz Helmert (23), der mit einem CNC-Steinschneider die Gehäuse baut, den Westerauer Metallgestalter Kay Schulz, der u. a. die Metallringe für die Lautsprecherausgänge fertigt und die Oldesloer Firma oto Oberflächentechnik für die Pulverbeschichtungen.

„Handmade in Germany“ hat Weltgeltung

Vollert selbst kümmert sich um die Vermarktung. Dafür hat der Fachlehrer für Physik und Chemie, der auch schon als Unternehmer Öko-Farben verkauft hat, ein besonderes Faible. „Der Markt für Anlagen in Highend-Qualität ist groß“, sagt Vollert, „allerdings eher im Ausland: Bei superreichen Kunden aus China und Russland, steht das Prädikat ’Handmade in Germany’ hoch im Kurs.“ Zunächst einmal aber wird er in Deutschland auf Kundensuche gehen. Im ersten Schritt gilt es einen Hörraum finden, in dem Vollert seinen Prototyp potenziellen Käufern optimal vorführen kann. In der Anlaufphase will Soundstein eine Anlage pro Jahr produzieren, später wäre das Ziel, eine pro Monat herzustellen.

Der Käuferkreis dürfte ohnehin ziemlich exklusiv bleiben, denn der Hörgenuss hat seinen Preis: Erst ab 30 000 Euro wird eine Soundstein-Anlage nach individuellen Vorgaben zu haben sein, was Normalverbraucher eher abschrecken dürfte. Je nach Spezifikation könnten für die High-End-Anlagen auch höhere fünfstellige Beträge kosten. „Im Vergleich zu den Marktführern sind wir ausgesprochen günstig“, sagt Vollert.

Es geht dem Jungpensionär auch gar nicht darum, möglichst schnell viel Geld zu verdienen. „Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt. Wenn andere den teilen, helfe ich gerne mit, ihn zu verwirklichen.“

Info: www.soundstein.de

Von Matthias Schütt

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