Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Mustiner Kirche wird zur Thalia-Bühne
Lokales Lauenburg Mustiner Kirche wird zur Thalia-Bühne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 01.05.2019
Wird einmalig zur „Thalia-Bühne“: Maria-Magdalenen-Kirche in Mustin. Quelle: Thomas Biller
Mustin/Hamburg

„Es hat in der Kirche sofort geprickelt; sie strahlt aus, hier atmet etwas“, erinnert sich Swen Wacker im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten, „und es waren total nette Leute dort“.

Wacker ist Referent für Kultur in der Metropolregion Hamburg. Aus den vielen Bewerbungen – für die bis zu zehn Veranstaltungen im Jahr bewerben sich regelmäßig an die 100 Spielorte – bleiben „nach Aktenlage“ zwischen 15 und 20 Orte in ganz Norddeutschland übrig, die von einem Team der Metropolregion und des Thalia-Theaters bereist werden.

Gesucht: Orte, die Geschichten erzählen

Gesucht werden „Orte, die selbst Geschichten erzählen und aufregend anders sind“. Dabei achten die Programmmacher darauf, dass der jeweilige Kulturbeitrag und der Veranstaltungsort zusammenpassen. „Bei den Kulturlandschaften agieren die Schauspieler des Thalia-Ensembles ohne Bühne, nah und intensiv. Es sind auf den Ort abgestimmte Einzelveranstaltungen, sie finden nie wieder ein zweites Mal statt“, versichert Swen Wacker.

Stück und Aufführung

„Lenz“ – Die szenische Lesung von Steffen Siegmund findet in der Maria-Magdalenen-Kirche Mustin am Freitag, 17. Mai, um 19.30 Uhr statt. Karten sind in den Kirchenbüros Mustin und Seedorf sowie in den Buchhandlungen Weber in Ratzeburg und Mölln erhältlich. Preis: zwölf Euro, ermäßigt fünf Euro. Abendkasse 15 Euro, ermäßigt sieben Euro.

Mit Thalia-Schauspieler Steffen Siegmund und Georg Büchners berühmter Erzählung „Lenz“ kommt ein bewegender Text in die Mustiner Kirche, in dem Büchner einige Tage im Leben des Schriftstellers Lenz schildert; basierend auf den Aufzeichnungen des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin.

Impressionen von und aus dem Mustiner Gotteshaus

Die Maria-Magdalenen-Kirche in Mustin gehört zu den ältesten im Kreis Herzogtum Lauenburg. Bereits im 12. Jahrhundert wurde der erste Bau fertiggestellt. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder erweitert und umgebaut.

Die Kirchengemeinde

580 Mitglieder zählt die Kirchengemeinde, zu der neben Mustin auch das Dorf Kittlitz gehört. Mit der Kirchengemeinde Seedorf gibt es einen Kooperationsvertrag. Pastor Jakob Henschen betreut beide Gemeinden mit Dienstsitz in Mustin.

Im Bereich des Chors ist sie aus Granitblöcken errichtet, danach wurden auch Feld- und Backsteine verbaut. Die Kreuzgewölbe stammen aus der Spätgotik, später wurde der hölzerne Glockenturm angebaut. Die letzte Restaurierung der Kirche fand 1959 statt. Damals hat man sich auch von dem Hochaltar getrennt, der vor den drei Ostfenstern stand.

Grabstelle Hugo Kükelhaus auf dem Kirchfriedhof. Quelle: Thomas Biller

Von zwei Seiten kann man sich der Maria-Magdalenen-Kirche über den Friedhof nähern. Vor dem Eingang fällt ein großer Summstein auf, der auf Hugo Kükelhaus zurückgeht. Kükelhaus ist vor allem bekannt als Entwickler des „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“. Sein Grab befindet sich gegenüber, hinter dem Chorraum der Kirche mit Blick auf den Großen Mustiner See.

Auch die Lampen an den Wegen fallen auf, ebenso der barrierefreie Zugang zur Kirche. Dies sind nur zwei von vielen Maßnahmen, die der Förderverein der Maria-Magdalenen-Kirche umsetzen konnte. Wer Glück hat, begegnet Broder Feddersen an der Kirche. Der frühere Bundespolizist ist seit Gründung des Fördervereins 2004 dessen Vorsitzender und seit 2007 auch Vorsitzender des Kirchengemeinderats.

Der Förderverein

Im Jahr 2004 wurde der „Förderverein der Maria-Magdalenen-Kirche Mustin e.V.“ gegründet. Grund: Damals kürzte die Landeskirche die Mustiner Pfarrstelle auf weniger als eine halbe Stelle. Der damalige Kirchenvorstand beschloss daraufhin, einen Teil seiner Mittelzuweisung vom Kirchenkreis zu Gunsten eines Pfarrstellenausgleichsfonds zu verwenden.

Als Ausgleich für den so entstandenen Fehlbetrag gründeten Gemeindemitglieder den Förderverein. Durch Mitgliedsbeiträge und Spenden werden Projekte unterstützt, die aufgrund der reduzierten Haushaltsmittel sonst nicht realisiert werden könnten. Regelmäßig veranstaltet der Förderverein „Kino in der Kirche“ in Zusammenarbeit mit dem Filmclub Ratzeburg.

Broder Feddersen, Gründungsmitglied und Vereinsvorsitzender, gab auf der jüngsten Jahreshauptversammlung bekannt, dass seit Bestehen des Vereins insgesamt etwas mehr als 100 000 Euro für Projekte zur Verfügung gestellt wurden.

Feddersen weiß viel Interessantes über das Gotteshaus zu berichten, kennt aber natürlich auch die Schwachstellen. Vor rund zwei Jahren mussten die Deckenbalken saniert werden, weil deren Köpfe im Laufe der Jahrhunderte vermodert waren.

„Wir müssen künftig die regionale Zusammenarbeit stärker in den Blick nehmen“, Broder Feddersen (62), Vorsitzender Kirchengemeinderat und des Fördervereins. Quelle: Thomas Biller

„Dazu musste das Dach aufgemacht werden und die unteren Pfannen waren nicht mehr zu retten. Gemeinsam mit dem Kirchenkreis ist dann beschlossen worden, das ganze Dach neu zu machen“, erinnert sich Broder Feddersen. Das gesamte Bauvolumen betrug damals 260 000 Euro.

Im Altarraum ist heute deutlich zu sehen, was als nächste Sanierung ansteht: Dort sind die Mauern feucht und der Putz löst sich an mehreren Stellen. „Das Sanierungsgutachten lässt uns etwas ratlos zurück, denn diese Maßnahme hat ein Volumen von 720 000 Euro. Wir wissen, dass es gemacht werden muss, aber noch nicht, wie die Mittel dafür aufgebracht werden können“, sagt Feddersen.

Der Altarraum mit sichtbaren Schäden am Mauerwerk (links oben). Quelle: Thomas Biller

Der Kronleuchter der Maria-Magdalenen-Kirche stammt vom Mustiner Posaunenchor und dem damaligen Verein der Freunde und Förderer der Posaunenmission. Der Chor hatte Mitte der 1980er-Jahre den Kulturpreis der Stiftung Herzogtum Lauenburg erhalten und das Preisgeld zusammen mit Mitteln des Vereins für die Anschaffung des Leuchters genutzt, in dem auch Posaunen zu entdecken sind.

Auch die Orgel gehört zum neueren Inventar der Kirche. „Die Orgel stammt aus Zeiten der letzten Kirchensanierung. Sie ist eigentlich für den Raum zu klein dimensioniert. Sie ist gebrauchsfähig, keine Frage, aber der Kirchenraum hätte eine größere Orgel verdient“, meint Broder Feddersen.

Regionalisierung ist ein großes Thema

Wie auch bei vielen weiteren Kirchengemeinden im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, ist die Regionalisierung in Mustin ein Thema. „Wir müssen künftig die regionale Zusammenarbeit stärker in den Blick nehmen, also mehr Dinge gemeinsam organisieren, wie zum Beispiel bei Gemeindebriefen oder Angelegenheiten der Friedhofsverwaltung zusammenlegen. Aber es geht auch um die künftige pastorale Versorgung. Da ist ein kleines Dorf für sich nicht der Nabel der Welt“, sagt Broder Feddersen.

Thomas Biller

Interessante Einblicke und Ansichten zur EU, zur bevorstehenden Europawahl, zum Brexit und zu den Auswirkungen speziell auf Schottland erhielten die Besucher des „Talk & Folk am Kanal“ in Berkenthin.

01.05.2019

Feuer-Alarm in Koberg im Kreis Herzogtum Lauenburg: In der Nacht zum 1. Mai stand ein Strohlager auf einem Bauernhof in Flammen. Seit einem halben Jahr wütet in der Region eine Brandserie.

01.05.2019

Wie in vielen anderen Gemeinden des Kreises, wurde auch in Mölln am Dienstag der Maibaum aufgestellt. Dieser wurde wieder traditionell von dem Möllner und Ratzeburger Tisch des Round Table vom Stadthaus aus durch die Möllner Innenstadt zum Marktplatz getragen.

01.05.2019