Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Mut verbindet: Demo am Reformationstag
Lokales Lauenburg Mut verbindet: Demo am Reformationstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:47 04.10.2019
Sie werben für die große Demo und Kundgebung am Reformationstag in Ratzeburg: (v. l.) Ratzeburgs Bürgermeister Gunnar Koech und sein Pressesprecher Mark Sauer, Götz Salisch und Ulla Redecker von der Willkommenskultur im Amt Sandesneben-Nusse, Gesine Biller, Vorsitzende des Begleitausschusses von Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische Seen, Pröpstin Frauke Eiben, ihr Stellvertreter Pastor Wolfgang Runge aus Berkenthin sowie Pastorin Maike Bendig aus Ratzeburg. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

„Wir sind nicht still!“, hieß es bereits vor einem Jahr zum Reformationstag in Berkenthin. Damals hatten die Kirchengemeinde und ihre Freunde und Förderer recht spontan eine Demonstration geplant, die am Veranstaltungstag alle Grenzen für den beschaulichen Zentralort im gleichnamigen Amt sprengte: Mehr als 1000 Menschen waren aus der gesamten Umgebung gekommen, um für Mitmenschlichkeit und Toleranz, Integration und Menschenwürde – und gegen Populismus und Rassismus zu demonstrieren.

Überrascht von dem Erfolg, aber auch gleichzeitig angeregt durch die Begeisterungsfähigkeit der Menschen, versprachen einzelne Teilnehmer und Mitorganisatoren der Berkenthiner Aktion, diese Veranstaltung fortleben zu lassen.

Stadt Ratzeburg als Veranstalterin

Der damalige Ratzeburger Bürgermeister Rainer Voß und Bürgervorsteher Ottfried Feußner waren ebenso wie viele andere Menschen aus der Kreisstadt an den Kanal gekommen und boten ihre Mitarbeit an. Dieses Angebot stand und steht nun auch unter dem neuem Verwaltungschef Gunnar Koech: „Wir brauchten als Veranstalter eine juristische Person. Und das wird die Stadt Ratzeburg sein.“

Der Vorplatz der Kirche in Berkenthin am 31. Oktober 2018 war gefüllt mit rund 1000 Menschen aus dem ganzen Nordkreis, die sich für Mitmenschlichkeit und Toleranz sowie gegen Rassismus und Populismus aussprachen. Quelle: Joachim Strunk

Alle Absprachen mit den zuständigen Behörden beim Kreis und bei der Polizei sowie mit den professionellen Helfern von Feuerwehr und Rettungsdiensten, aber auch mit den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten sind bereits getroffen. Der Plan steht.

Demnach geht es unter dem Motto „Mut verbindet – Menschenwürde achten“ um 11.30 Uhr am Ratzeburger Rathaus los. „Wir feiern am Reformationstag am 31. Oktober um 10 Uhr natürlich einen Gottesdienst in St. Petri“, erklärte Pröpstin Frauke Eiben. Daher sei man froh, dass die Demonstration erst um 11.30 Uhr beginnen würde. „Genug Zeit, damit sich die Besucher des Gottesdienstes anschließen können.“

Um 11.30 Uhr geht es am Rathaus los

Entsprechend äußerte sich Pastor Wolfgang Runge aus Berkenthin. Hier wird der zentrale Reformationstags-Gottesdienst in der Nusser Kirche stattfinden.

Ab 11.30 Uhr geht es dann am Ratzeburger Rathaus los – über die südliche Sammelstraße (Demolierung, Schulstraße, Seestraße) am Küchensee vorbei und über die Langenbrücker Straße hoch auf den Markt, wo gegen 12.30 Uhr die Kundgebung beginnt.

Bürgermeister Koech und Pröpstin Eiben werden dort die Teilnehmer begrüßen, Mark Sauer, Sprecher der Stadt Ratzeburg und Vorsitzender des Vereins Miteinander Leben, sowie Pastor Wolfgang Runge übernehmen die Moderation. Als einer der Gastredner hat sich bereits der grüne Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz aus Mölln bereit erklärt.

Lautstarke Trommelaktion

Für den nötigen Drive der Veranstaltung wollen Helga Reihl und Peter Kaiser aus Lübeck mit ihrem „Drum Circle“ sorgen, einer lautstarken Trommelaktion, an der sich alle Demonstranten beteiligen können und sollen. Für musikalische Einlagen sorgt zudem Lukas Kowalski.

Die Veranstalter wissen nicht, wie viele Menschen an dem Tag nach Ratzeburg kommen, um sich an der Aktion zu beteiligen. Mark Sauer: „Wir hoffen, dass es so viele werden in Berkenthin. Wenn es mehr werden, freuen wir uns.“

Infostände und Plakatbekenntnisse

Um den Marktplatz und die Kundgebung herum sollen verschiedene Gruppen und Initiativen die Möglichkeit erhalten, sich darzustellen, beispielsweise die „Omas gegen Rechts“, so Mark Sauer. Gesine Biller, Vorsitzende des Begleitausschusses der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, berichtete, dass auch eine Ausstellung mit Plakaten – Porträtfotos mit Zitaten – rund um den Marktplatz geplant sei.

Motto: „Mut verbindet – Menschenwürde achten“ – Prominente und weniger bekannte Menschen bekennen sich für ihren Einsatz gegen Populismus und Rassismus mit ihrem Bild und/oder ihren persönlichen Erklärungen.

Von Joachim Strunk

Mitarbeiter der Kliniksozialdienste und Patienten empfehlen das Ameos Reha Klinikum Ratzeburg häufig weiter.

04.10.2019

Ein 16-jähriger Schüler und die Stasi – Beim Forum Kultur & Umwelt ging es um die späten Tage der DDR. Einblick in eine schwierige Jugend in der DDR gewährte der Bürgerrechtler Tim Eisenlohr am Donnerstag im Amtsrichterhaus Schwarzenbek.

04.10.2019

Der Versuch einer Kulturnacht wie in Städten wie Lübeck oder Hamburg hat auch in Mölln gezündet. Besucher, Künstler und Veranstalter sind begeistert. Schon wird über eine Neuauflage nachgedacht.

10.11.2019