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Lauenburg Nach 27 Jahren im Amt: Bürgermeister Erich Bünger verabschiedet
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Nach 27 Jahren im Amt: Sandesnebens Bürgermeister Bünger verabschiedet

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14:54 08.11.2021
Erich Bünger, eingerahmt von Amtsvorsteher Ulrich Hardtke (l.) und Verwaltungsleiter Thomas Jessen, bei der Verabschiedung im Lauenburger Hof in Sandesneben.
Erich Bünger, eingerahmt von Amtsvorsteher Ulrich Hardtke (l.) und Verwaltungsleiter Thomas Jessen, bei der Verabschiedung im Lauenburger Hof in Sandesneben. Quelle: hfr
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Sandesneben

Die Mandatsniederlegung war aufgrund der Corona-Pandemie sehr leise. Unter normalen Umständen werden kommunalpolitische Karrieren dieser Größenordnung traditionell in größerem Kreise verabschiedet. Und tatsächlich hätte Erich Bünger, Träger des Bundesverdienstkreuzes (2016), mehr verdient. Aber vielleicht ist aufgeschoben nicht aufgehoben.

Bünger arbeitete insgesamt 35 Jahre in der Kommunalpolitik in verschiedenen Gremien, davon lenkte er als Bürgermeister 27 Jahre lang – seit 1994 – die Geschicke des ländlichen Zentralortes zunächst im gleichnamigen Amt, dann im fusionierten Amt Sandesneben-Nusse.

Stets „schwarze Zahlen“

Besonders hervorzuheben sind seine Verdienste um die Gestaltung Sandesnebens zu einem lebendigen Zentralort an der Schwelle zu 2000 Einwohnern mit drei Supermärkten, einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis und einer Apotheke.

Bünger konsolidierte mit seiner von der Wählergemeinschaft Sandesneben (WGS) dominierten Gemeindevertretung den örtlichen Haushalt. In seiner gesamten Amtszeit wies Sandesneben „schwarze Zahlen“ auf. Natürlich profitierte sein Dorf von den Landeszuweisungen an den Zentralort. Doch die Gemeinden drumherum profitierten davon ebenfalls immer gut. Jedenfalls zeigte sich Bünger selten „knauserig“.

Überregional war er zudem maßgeblich an der Entwicklung beider Schulstandorte (Grund- und Gemeinschaftsschule Sandesneben, Grundschule Nusse) und des Regionalzentrums in Sandesneben beteiligt.

„Streitbar, aber lösungsorientiert“

In einer kleinen Runde mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Regionalzentrums würdigten Amtsvorsteher Ulrich Hardtke und der Leitende Verwaltungsbeamte Thomas Jessen im Lauenburger Hof am Wochenende das Schaffen von Erich Bünger. Hardtke, selbst Bürgermeister im Nachbarort Labenz, fasste die Arbeit seines Kollegen zusammen: „Erich ist ein Original. Streitbar, aber lösungsorientiert. Und am Ende des Tages kamen wir immer zu einem Ergebnis.“

Bünger bedauert den sich ausbreitenden gesellschaftlichen Egoismus und den härteren Umgang miteinander und appellierte an alle Beteiligten: „Unterschiedliche Meinungen sind für den demokratischen Prozess wichtig. Diskussionen können und müssen in der Sache auch mal hart geführt werden, aber bitte bleibt im Umgang respektvoll und fair miteinander! Es sind zwar herausfordernde Zeiten, aber wir alle haben viel zu verlieren.“

Sein Nachfolger im Amt ist seit dem 1. Juni dieses Jahres der bisherige langjährige stellvertretende Bürgermeister Rainer Rexin, ebenfalls von der WGS.

Von unk