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Lauenburg Nach Badeunfall am Baggersee: Mädchen (5) stirbt im Krankenhaus
Lokales Lauenburg Nach Badeunfall am Baggersee: Mädchen (5) stirbt im Krankenhaus
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12:48 03.06.2019
Ein Großaufgebot an Rettungskräften kämpfte um das Leben eines Mädchens, aber ohne Erfolg. Quelle: Timo Jann
Buchhorst

Trauriger Ausgang eines Rettungseinsatzes: Das fünfjährige Mädchen, das am Sonntag an einem Baggersee am Elbe-Lübeck-Kanal bei Buchhorst aus dem Wasser gerettet wurde, ist im Krankenhaus gestorben. Das teilte die Polizei am Montagmorgen mit.

Es ist ein Idyll vor den Toren von Lauenburg – doch für eine Fünfjährige wurde der Ausflug an den Baggersee bei Buchhorst zur tödlichen Falle. Das Mädchen einer Großfamilie versank im See, es vergingen etwa 20 Minuten bis zu einem Notruf und als alarmierte Rettungskräfte das leblose Mädchen schließlich aus dem Wasser holten, war klar, dass ihre Chancen schlecht stehen. Bei laufenden Wiederbelebungsmaßnahmen wurde sie in die Hamburger Uniklinik geflogen, wo sie nach Polizeiangaben wenig später starb.

Baden am Baggersee ist verboten

Doch wie konnte dieses Badeunglück am ersten heißen Sommertag des Jahres passieren? Mit zwei Autos waren mehrere Kinder und fünf Erwachsene an den ehemaligen Baggersee auf dem Gelände des Kieswerkes Menneke gekommen. Der feine Sand am Ufer dort wirkt einladend wie ein Strand. „Baden ist hier aber verboten und aus der Gegend hier geht auch keiner ins Wasser, weil alle wissen, wie gefährlich es in den Kiesseen ist“, berichtet Buchhorsts Bürgermeister Gerd Lüttge. Bei der Großfamilie handelt es sich um Flüchtlinge, das Mädchen und ihre Familie waren bei Verwandten in Lauenburg zu Besuch. Vermutlich wusste niemand von der Gefahr, die von dem Idyll ausgeht.

Notruf erst nach 20 Minuten

Irgendwann gegen 18 Uhr am Sonntagabend ging die Fünfjährige ins Wasser. Vorn kann man noch stehen, doch dann fällt es tief ab. Plötzlich war das Mädchen verschwunden. Die nur arabisch sprechenden Erwachsenen gerieten in Panik, erst nach etwa 20 Minuten konnten Passanten den Notruf absetzen. Sofort rasten Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst los. „Sieben Minuten nach dem Alarm waren wir mit 15 Leuten im Wasser“, sagte Lars Heuer, Lauenburgs Feuerwehrchef. Die Retter zogen ihre Schutzklamotten aus und sprangen nur in Unterwäsche ins Wasser. Sie bildeten eine Art Kette, tauchten unter – und fanden das leblose Mädchen nach fünf Minuten.

Verzweifeltes Bemühen um Wiederbelebung

An Land starteten Rettungskräfte sofort Wiederbelebungsmaßnahmen, ein Notarzt wurde per Hubschrauber aus Hamburg eingeflogen. Weil das Areal so sandig ist, musste der Helikopter auf einer Wiese am Elbe-Lübeck-Kanal landen. Ein Streifenwagen holte das Rettungsteam ab und brachte es an den Baggersee. „Die Rettungskette hat ab dem Notruf wunderbar funktioniert, aber vermutlich ist einfach bis dahin schon zuviel Zeit vergangen“, sagte Buchhorsts Wehrführer Florian Lüttge. Verzweifelt bemühten sich die Retter um die Fünfjährige, brachte sie mit dem Rettungswagen zum Rettungshubschrauber und der flog sofort in die Hamburger Uniklinik ab. Doch dort konnten die Ärzte das Mädchen nicht retten.

Die Erwachsenen konnten alle nicht schwimmen

Jetzt hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, unter anderem geht es um die Verletzung der Aufsichtspflicht. Aber noch etwas belastet die Helfer, die ebenso wie die Angehörigen hinterher vom Team für Einsatznachsorge betreut wurden. „Ich habe gehört, dass die Erwachsenen nicht ins Wasser gegangen sind, um nach dem Mädchen zu suchen. Weil sie alle nicht schwimmen konnten“, sagte Gerd Lüttge.

„Nach einer so langen Zeit unter Wasser, man kann hier wohl von etwa einer halben Stunde ausgehen, ist man eigentlich chancenlos, noch jemanden retten zu können“, berichtet Dr. Florentin Stachow. Der Internist des Geesthachter Johanniter-Krankenhauses ist auch Vereinsarzt der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die in Buchhorst mit haupt- und ehrenamtlichen Helfern vor Ort war. Stachow: „Wir appellieren immer wieder, dass Kinder schwimmen lernen sollten, gerade hier in der Gegend mit den vielen Gewässern. Aber leider erreichen wir nicht alle Menschen.“ Die DLRG bietet solche Schwimmkurse an, für Kinder und Erwachsene.

Lesen Sie über einen ähnlichen tragischen Unfall an der Badelagune Müssen:

Dramatischer Einsatz an einem Baggersee am Elbe-Lübeck-Kanal bei Buchhorst: Feuerwehrleute holten am Sonntagabend ein Mädchen aus dem Wasser. Es starb wenig später im Krankenhaus.

Timo Jann/RND

Dramatischer Einsatz an einem Baggersee am Elbe-Lübeck-Kanal bei Buchhorst: Feuerwehrleute holten am Sonntagabend ein Mädchen aus dem Wasser. Etwa 30 Minuten war es verschwunden gewesen. Die Einsatzkräfte reanimierten das Kind am Ufer.

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