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Lauenburg Nach Corona-Lockdown startet in Mölln und Ratzeburg der Handel wieder durch
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Nach Corona-Lockdown startet in Mölln und Ratzeburg der Handel

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20:14 08.03.2021
Der Möllner Handel hat wieder geöffnet. Am Montagvormittag war mal wieder richtig Leben in der Hauptstraße.
Der Möllner Handel hat wieder geöffnet. Am Montagvormittag war mal wieder richtig Leben in der Hauptstraße. Quelle: Florian Grombein
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Mölln

Die Städte im Lauenburgischen sind aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Am Montag war in Ratzeburg und Mölln wieder richtig Leben auf den Einkaufstraßen der Städte. Die meisten Branchen, die zuvor während des harten Lockdown nicht öffnen durften, nutzen die Chance. So standen wieder viele Türen auf und Kunden kamen zögerlich aber stetig in die Verkaufsräume. Doch bei aller Freude der Kundschaft: Der Handel geht auch mit Sorgen in die Lockerungsphase. Denn wie lange die Zahl der Neuinfektionen im Lauenburgischen auf niedrigerem Niveau bleiben, ist ungewiss. Alles hängt davon ab, wie vorsichtig Kunden und Händler in den Geschäften agieren.

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Nadine Steuck, Parfümerie Schuback Mölln Quelle: Florian Grombein

„Es fühlt sich grandios an. Unsere Kunden sind glücklich, weil sie wieder kommen können“, sagt Nadine Steuck von der Parfümerie Schuback in Mölln. Ganz wichtig sei den Menschen, die am Montag in ihr Geschäft kamen, dass man wieder Kontakt zu anderen habe. Doch sie gibt auch zu, dass die Kunden unsicher sind. Viele haben in den vergangenen Tagen angerufen, um zu fragen, ob das Geschäft wirklich am Montag öffnet und wie lange das so bleibt. Und genau das weiß eigentlich niemand so genau. „Keiner weiß doch, wie lange das so bleibt“, erklärt Nadine Steuck. Es hängt eben alles von den Inzidenzen ab.

Hoffnung auf das Ostergeschäft

„Es ist sehr viel mehr los als letzte Woche. Man sieht einfach mehr Leute auf der Straße“, sagt Bianca Ewert, Geschäftsführerin von „Die Praline“. Sie verkauft sehr viel Marzipan von Niederegger aber auch andere süße Köstlichkeiten in ihrem Geschäft in der Möllner Hauptstraße. Zwar durfte sie auch schon vergangene Woche öffnen, doch davon, dass die Straßen nun wieder voll sind, profitiert sie natürlich. Es ist einfach mehr Kundenfrequenz zu erkennen. Nun hofft sie auf ein gutes Ostergeschäft mit Hasen aus Marzipan und Schoko-Ostereiern.

Bianca Ewert, "Die Praline" in Mölln. Quelle: Florian Grombein

Denn im ersten Lockdown 2020 sei das ja bereits schiefgegangen. „Wir mussten im Ostergeschäft 2020 wirklich kämpfen. Aber dieses Jahr sieht es besser aus. „Online kaufe ich gar nicht ein“, sagt eine ihrer Kundinnen. Sie sei froh, dass die Geschäfte nun wieder öffnen, sagt die Frau mit den grauen Haaren und der FFP2-Maske. Und: „Ich habe mir noch nie etwas bestellt. Ich muss die Sachen anfassen“, sagt sie und lacht. Eigentlich sei es nur ihr Mann, der ab und an mal Werkzeug online kaufe.

Im Zentrum von Ratzeburg finden sich zunächst am Montagmorgen keine Wartenden vor den Geschäften, die zum ersten Mal wieder geöffnet sind. Vor einem großen Modehaus hält eine Verkäuferin, die nicht genannt werden möchte, Ausschau nach Kunden. „Der Zustrom ist noch sehr verhalten“, sagt sie, „die Kunden wissen doch nicht mehr, was aktuell jeweils erlaubt ist“. Eine Passantin fragt, ob das Geschäft überhaupt geöffnet ist. Das ist es. Ach, ist das herrlich“, freut sie sich und geht hinein.

Ratzeburger Florist: „Es ist nicht mehr los als vorher

Floristikmeister Björn Knabe aus der Domstraße hat zur Öffnung des Einzelhandels nicht mehr Ware vorgehalten als sonst. „Es ist nicht mehr los als vorher“, sagt er, nachdem sein Geschäft bereits eine gute Stunde geöffnet hat. Während des Lockdown hat er feststellen können, dass seine Kunden insgesamt etwas entspannter geworden sind und den Floristen mehr Vertrauen schenken. „Bestellungen und das Ausliefern haben während der Corona-Krise deutlich zugenommen“, sagt Knabe.

Björn Knabe, Besitzer eines Blumengeschäftes in Ratzeburg Quelle: Thobi

Auch vor einem Sonderpostenmarkt und einem Baumarkt mussten Kunden nicht vor den Türen warten; der Andrang war offensichtlich nicht besonders groß. Bei den Kfz-Kennzeichen, die in Ratzeburg bis zum Mittag unterwegs waren, handelte es sich überwiegend um Fahrzeuge aus Schleswig-Holstein. Allerdings waren auch einige Hamburger Autos unterwegs, einige aus Nordrhein-Westfalen und viele aus Mecklenburg-Vorpommern. Letztere kamen aber überwiegend aus den angrenzenden Landkreisen.

Am Montagvormittag war in Ratzeburg kaum etwas los: Keine Warteschlangen und nicht mehr Fahrzeuge im Zentrum als sonst. Quelle: Thomas Biller

Run auf Möllner Innenstadt

Am Nachmittag gegen 16 Uhr war in Mölln ein regelrechter Run auf die Geschäfte wahrzunehmen. Zwar bildeten sich keine Schlangen, außer bei der italienischen Eisdiele, die endlich wieder öffnete. Doch in beinahe jedem Geschäft sah man Verkäufer im Gespräch mit einem Kunden. Schuhe wurden anprobiert und edle Düfte auf das Handgelenk gesprüht. Vor allem die Bekleidungsgeschäfte hatten stetigen Zulauf. Besonders am Möllner Bauhof, wo der Bäcker und die Drogerie durchgängig geöffnet hatten, tobte das Leben. Bei Sonnenschein genossen viele Kunden nach dem Einkauf noch einen Kaffee oder ein Brötchen auf den Bänken.

Ankes Trachtengalerie in Linau ist insolvent

Andere Händler haben von diesen Lockerungen nicht mehr viel. Sie haben die Corona-Krise nicht überstanden. Das Traditionsgeschäft Ankes Trachtengalerie in Linau ist insolvent. Diese schlechte Nachricht wurde am Montagnachmittag von den Eigentümern bestätigt. Die LN berichten darüber in Kürze ausführlich.

Von Florian Grombein und Thomas Biller