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Lauenburg Nach Feuer in Möhnsen: Polizei sucht einen Serienbrandstifter
Lokales Lauenburg Nach Feuer in Möhnsen: Polizei sucht einen Serienbrandstifter
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06:53 26.03.2019
Axel Niemann (rechts) spricht mit der Polizei über seine Feststellungen. Er hatte zuerst gelöscht. Quelle: Timo Jann
Möhnsen

Hilft „Sparky“ der Polizei jetzt, einem Brandstifter, der möglicherweise seit vier Monaten sein Unwesen treibt, auf die Schliche zu kommen? Der Deutsche Schäferhund hatte am Sonnabend gegen 1.50 Uhr angeschlagen, nachdem es draußen an der Sachsenwaldstraße in Möhnsen merkwürdige Geräusche gegeben hatte. „Ich habe ihn rausgelassen, da hat er sofort wie verrückt gebellt und ich habe nebenan auf dem Boden des Bauernhofes Feuerschein entdeckt“, berichtet Bärbel Niemann-Heinz. Sie weckte sofort ihren Mann Axel. Der ist in Möhnsen bei der Feuerwehr, er schnappte sich einen Feuerlöscher und wollte die Flammen auf dem Boden löschen. Doch es brannte auch unten in dem Bauernhaus – allein kam er nicht gegen die Flammen an.

24. Dezember 2018: In Havekost brennt die Scheune eines Pferdehofes lichterloh. Die Löscharbeiten zogen sich an Heiligabend Stunden hin. Quelle: E-Mail-LN-Lauenburg

Also wieder ein Feuer auf einem Bauernhof im Amt Schwarzenbek-Land: Diesmal loderten die Flammen in Möhnsen. Nur durch das schnelle Eingreifen zahlreicher Feuerwehren, die dank „Sparky“ frühzeitig angefordert wurden, konnte in der Nacht zu Sonnabend größerer Schaden verhindert werden. Die Polizei konnte Spuren eines Brandstifters sichern, es soll mindestens drei Brandstellen in dem 1915 erbauten Wohn- und Wirtschaftsgebäude gegeben haben.

Ein Dutzend Brände

Ein Dutzend Brände auf Bauernhöfen in vier Monaten beschäftigen seit November 2018 Feuerwehren im Raum Schwarzenbek bis hoch nach Kastorf. Auffällig: Alle Brandorte liegen entlang einer 30 Kilometer langen Achse. Meistens brannte es zwischen Mitternacht und 2 Uhr. In Havekost, in Mühlenrade, in Nusse, in Duvensee, in Kastorf. Die Polizei spricht, zumindest öffentlich, bisher nicht von Zusammenhängen. „Wir haben das auf dem Schirm, aber jeder Brand wird natürlich zunächst für sich betrachtet und entsprechend ermittelt“, erklärte Jens Stamer, der stellvertretende Revierleiter der Schwarzenbeker Polizei, am Brandort.

10. Januar 2019: In Mühlenrade steht ein riesiger Bauernhof in Vollbrand. Mehrere Tiere kamen trotz des Einsatzes der Wehren in den Flammen um. Quelle: E-Mail-LN-Lauenburg

Nur weil „Sparky“ angeschlagen hatte, wurde diesmal wohl Schlimmeres verhindert. Während die brennenden Höfe bisher meistens, wie im Dezember in Havekost und im Januar in Mühlenrade komplett abgebrannt waren und die Polizei Schwierigkeiten hatte, die Brandausbruchsstellen zu lokalisieren, konnten diese diesmal genau identifiziert werden. So wurde durch den Kriminaldauerdienst aus Lübeck noch in der Nacht an der Einsatzstelle eine erste Spurensicherung vorgenommen. Jetzt ermittelt die Geesthachter Kripo in der Sache. Der Brandstifter hatte sich wohl durch das große Scheunentor Zutritt zu dem Gebäude verschafft. „Bei unserem Eintreffen hatten wir eine starke Rauchentwicklung aus dem Dachstuhl. Wir haben sofort zwei Strahlrohre zur Brandbekämpfung vorgenommen und den Brand so schnell unter Kontrolle bekommen“, berichtete Einsatzleiter Hannes Simon. Vorsorglich wurde vor dem Gebäude die aus Schwarzenbek angeforderte Drehleiter in Stellung gebracht, ihr Einsatz zur Brandbekämpfung war dann aber nicht mehr nötig. Insgesamt waren etwa 70 Feuerwehrleute in Möhnsen im Einsatz.

Feuerwehrleute machen sich Sorgen

„Wenn es der eigene Hof ist, ist das nochmal ganz anders“, sagt Axel Niemann, der Löscheinsätze mit seinen Kameraden gewohnt ist. Er war unter anderem auch an den Löscharbeiten auf dem Pferdehof in Havekost an Heiligabend beteiligt. „Was bin ich froh, dass wir das hier so gut ausbekommen haben“, erklärt er. Freuen können sich auch die Bewohner zweier Wohnungen im rückwärtigen Teil des Gebäudes. Ihr Zuhause wurde vor den Flammen zum Glück bewahrt. Die Feuerwehren treibt aber Sorgen um. So ließ Amtswehrführer Thomas Kulp Atemluftflaschen und Schläuche noch an der Brandstelle durch die Bereitschaft der Feuerwehrtechnischen Zentrale tauschen. „Wir wissen ja nicht, wann es wieder brennt“, sagte Kulp. Er hatte Befürchtungen, dass nach der nicht wirklich erfolgreichen Zündelei in Möhnsen ein zweites Feuer folgen könnte. So war es beispielsweise auch Heiligabend. Erst brannte es in Havekost, wenig später in Nusse. In einer anderen Nacht brannte es kurz hintereinander in Nusse und Duvensee. Kulp: „Alle Feuerwehrleute in der Region machen sich jetzt schon Gedanken. Wir hoffen auf Ermittlungserfolge der Kriminalpolizei.“

Timo Jann

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