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Lauenburg Geesthacht: Wallander-Star dreht unter Öko-Bedingungen
Lokales Lauenburg Geesthacht: Wallander-Star dreht unter Öko-Bedingungen
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11:30 06.08.2019
Die Dreharbeiten zeichneten Paulina Toenne und Helge Albers (Filmförderung) mit dem Grünen Filmpass aus, über den sich Produzentin Andrea Schütte, Schauspieler Rolf Lassgård, Regisseurin Wendla Nölle und Schauspielerin Dagmar Menzel (von rechts) freuen. Quelle: Timo Jann
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Geesthacht

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) hat das Filmprojekt „Die große Freiheit“ mit dem Grünen Filmpass für ökologische Arbeit ausgezeichnet. Der Film wird an 15 von 26 Drehtagen in Geesthacht aufgenommen. In den Hauptrollen sind Rolf Lassgård (Wallander, Jäger - Tödliche Gefahr) und Dagmar Menzel (Tatort Nürnberg, Ein Tag wie jeder andere) zu sehen.

Für Wendla Nölle, die bei dem Projekt Regie führt, ist es eine Premiere – es ist ihr erster Spielfilm. Unter anderem bei Wim Wenders und Fatih Akin hatte sie in Hamburg Visuelle Kommunikation studiert. Grundlage für „Die große Freiheit“ ist die Geschichte ihrer Eltern, nachdem ihre Mutter an MS erkrankt ist. „Die Geschichte liegt so fünf bis sieben Jahren zurück, es ist für mich aber noch immer sehr emotional“, erklärt die Regisseurin. Lassgård war ihre absolute Wunschbesetzung für die Rolle ihres Vaters. „In Schweden ist er ein Star“, sagt sie und freut sich, dass er mitwirkt.

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Teil der Reihe „Nordlichter“

„Die große Freiheit“ ist Teil der NDR-Filmreihe „Nordlichter“, mit der Nachwuchstalente gefördert werden. Bis zum 27. August laufen die Dreharbeiten, primär in Geesthacht, aber auch in Jesteburg, Lüneburg, Hamburg und Malmö. In Geesthacht steht das Haus, in dem Dagmar Menzel und Rolf Lassgård als Filmpaar leben. „Es ist klasse zu sehen, wie die beiden ein seit 40 Jahren verheiratetes Ehepaar spielen, obwohl sie sich erst drei Tage kennen“, schwärmt Wendla Nölle von ihren Hauptdarstellern. Juditha und Erik, so die Filmnamen, blicken auf Höhen und Tiefen zurück. Nach der Pensionierung von Erik soll eigentlich der schöne Teil des Zusammenlebens anbrechen. Doch dann erkrankt Juditha an Multipler Sklerose. Sie mag die Krankheit nicht akzeptieren, er flüchtet sich in Abwesenheit von zuhause.

Passende Immobilie in Geesthacht

In einer Straße in Geesthacht, wo sonst meistens im ehemaligen Hotel zur Post gedreht wird, hat die Filmcrew die passende Immobilie gefunden. Ein Haus mit vielen Treppen, das für Juditha quasi zum Gefängnis wird. Mehr als 20 Mitarbeiter und Schauspieler sind für die Dreharbeiten täglich vor Ort. Hier drehen sie die Szenen im Haus des Paares, die Aufnahmen im städtischen Umfeld spielen in anderen Orten.

Während der Dreharbeiten achtet das Filmteam sehr darauf, ökologischen Gesichtspunkten gerecht zu werden. Dafür belohnten Helge Albers und Paulina Toenne von der FFHSH das Team mit dem Grünen Filmpass. „Der wurde in Hamburg entwickelt, Ziel ist es aber, dass er bundesweit etabliert werden soll“, berichtet Albers. Unter anderem wird Strom aus Steckdosen und nicht aus mobilen Generatoren genutzt, statt auf Papier kommuniziert das Team online miteinander, das Catering ist regional ausgerichtet und Einwegplastikbecher am Set wurden durch Kaffeetassen aus Keramik ersetzt.

Die FFHSH zeichnet ökologische und nachhaltige Projekte mit dem Grünen Filmpass aus, um bewusst zu machen, dass „grüner drehen“ nicht unbedingt teurer sein muss.

Von Timo Jann