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Lauenburg Neue Abwasserkläranlage soll Schlamm aus dem Amt trocknen
Lokales Lauenburg Neue Abwasserkläranlage soll Schlamm aus dem Amt trocknen
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18:00 16.11.2019
Aus dem Jahr 1983 stammt das „Klärschlammbehandlungswerk“ zwischen Sandesneben, Labenz und Steinhorst und ist längst nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Quelle: Joachim Strunk
Steinhorst/Sandesneben

Klärschlamm darf laut Landesverordnung nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen als Dünger eingesetzt werden, sondern muss künftig verbrannt werden. Dafür soll in Stapelfeld eine neue Anlage gebaut werden. Doch die nimmt nur vorgetrockneten Schlamm. Deswegen müssen viele Gemeinden ihre Klärwerke aufrüsten.

„Die Frage lautet nicht Was?, sondern Wann bauen wir?“, erklärt Ulrich Hardtke, Vorsteher des Amtes Sandesneben-Nusse. In Labenz, wo Hardtke selbst auch Bürgermeister ist, hat er mit seiner Gemeindevertretung bereits vor fünf Jahren eine neue technische Anlage auf den Weg gebracht. Doch in den allermeisten anderen Gemeinden des Amtes sowie über dessen Grenzen hinaus besteht diesbezüglich großer Renovierungs- und Modernisierungsstau.

Vor allem die kleineren Gemeinden verfügen nach wie vor nur über ihre alten Teichkläranlagen, die meisten davon schon lange an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt: Zum einen, weil die Dörfer allesamt gewachsen sind, zum anderen, weil die Kläranlagen nicht mehr auf dem Stand der Technik sind.

Altes Aufbereitungswerk marode

In Stapelfeld (Kreis Stormarn) ist für 2022 nun eine neue, so genannte Monoverbrennungsanlage geplant. In der wird angelieferte Klärschlamm-Trockensubstanz verbrannt – und dabei der Rohstoff Phosphor aus dem Substrat zurückgewonnen.

Bevor der ganze Schiet nun aber in Stapelfeld verbrannt werden kann, muss er entsprechend „aufbereitet“ werden. Und das geschieht vor Ort. Im Amt Sandesneben-Nusse gibt es ein Klärschlammbehandlungswerk im Dreieck zwischen Steinhorst, Labenz und Sandesneben. Das fällt, wenn man etwas strenger hinschaut, allerdings fast in sich zusammen.

„Das Zeug muss ja irgendwohin“

„Die Anlage wurde 1983 erstellt – eigentlich schon damals nicht auf neuestem Stand und eher ein Provisorium“, erklärt Hardtke. Angesichts strengerer gesetzlicher Verordnungen wie der vor zwei Jahren novellierten Klärschlammverordnung, der zufolge kein Schlamm mehr auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden darf, bestehe nun dringender Handlungsbedarf. „Das Zeug muss ja irgendwohin.“

Vor diesem Problem stünden alle Gemeinden. „Das ist schließlich ureigenste Aufgabe jeder Kommune“, so Hardtke. Doch die damit verbundenen Investitionskosten – „Das kann in siebenstellige Bereiche gehen“ – werden unausweichlich auch die Abwassergebühren steigen lassen.

Neue Aufbereitungsanlage in Steinhorst

Insofern habe man bereits ein Handlungskonzept erarbeitet und plane eine neue, größere Aufbereitungsanlage – eben am Standort bei Steinhorst, wo das alte Werk steht. Hierher wird der wässrige Schlamm aus den Teich- oder technischen Anlagen (in Sandesneben, Schönberg, Labenz und Nusse) angeliefert.

Es gibt großen Modernisierungsbedarf – nicht nur im Amt Sandesneben-Nusse.

Über eine Zentrifugalanlage wird der Schlamm von anfangs drei auf 19 Prozent Trockensubstanz „entwässert“. Das Problem sei, so Kristina Stein, eine von zwei Ingenieurinnen beim Amt Sandesneben-Nusse, die mit dem Thema Abwasser, Kläranlagen und Netz betraut sind, dass die Monoverbrennungsanlage nur Substanz annehme, die mindestens zu 20 bis 25 Prozent „trocken“ angeliefert wird. Insofern müsse die Steinhorster Anlage dringend erneuert werden.

Hardtke und seinem Amtschef Thomas Jessen schwebt nun ein modernes Behandlungswerk vor, das möglichst viele „Kunden“ bedient: nicht nur die Gemeinden aus dem eigenen Einzugsgebiet, sondern auch Kommunen aus der Nachbarschaft. Insofern hatten die beiden unlängst mit Delegationen aus den Ämtern Berkenthin, Schwarzenbek-Land und Oldesloe-Land die Müllverbrennungsanlage Stapelfeld besucht und sich das Projekt der Monoverbrennung erläutern lassen.

Zweckverband Abwasserentsorgung

Der Zweckverband Abwasserentsorgung wurde noch von den damaligen selbstständigen Ämtern Sandesneben, Nusse und Berkenthin gegründet. Nusse und Berkenthin hatten sich zwischenzeitlich aus dem ZV verabschiedet, dafür kamen Oldesloe-Land und Schwarzenbek-Land hinzu. Nusse ist durch die Ämterfusion 2008 mittlerweile wieder „an Bord“.

Eine Kooperation mit weiteren benachbarten Ämtern wie Berkenthin wird von den Sandesneben-Nussern angestrebt. Inwieweit das nur lose Vereinbarungen oder feste Mitgliedschaften werden können, bleibt abzuwarten.

Auf Berkenthiner Seite gibt man sich gesprächsbereit. Amtsdirektor Frank Hase: „Wir sind offen für Kooperationen und müssen überlegen, ob und wie es für jeden passt. Insofern warten wir noch auf konkrete Vorschläge aus Sandesneben.“

„Neben der Notwendigkeit aller Kommunen, sich mit diesem leidigen Thema – weil es mit Kosten und Gebühren zusammenhängt – zu beschäftigen, sehen wir darin aber vor allem einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Ulrich Hardtke. Denn eine korrekte Abwasserklärung führe direkt auch zur Sicherstellung des lebenswichtigen Trinkwassers.

Sein Zeitplan: Planungsabschluss im kommenden Jahr, Baubeginn 2021, Inbetriebnahme spätestens 2022 – wenn auch die Monoverbrennung in Stapelfeld ihren Dienst aufnehmen soll. Wie groß und wie teuer die Anlage werden wird, darüber gibt es noch keine Erkenntnisse.

Größe und Investition orientiert sich an Kunden

Thomas Jessen, Chef des Regionalzentrums in Sandesneben: „Hinsichtlich der künftigen Mengen rechnen wir grundsätzlich mit einem leicht steigenden Aufkommen aufgrund der Siedlungsentwicklung. Es wäre aber durchaus möglich, dass auch noch andere Partner hinzukommen, um ihren Klärschlamm über den Zweckverband Abwasserverband Sandesneben zu entsorgen.“

Man rechne aber „auf jeden Fall mit den Partnern, die wir über viele Jahre schon betreuen“. Die zukünftigen Kapazitäten der Anlage in Steinhorst und ein möglicher Investitionsbedarf müsse sich an den zukünftigen „Kunden“ des Zweckverbandes orientieren.

Von Joachim Strunk

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