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Lauenburg Neuer Anlauf für einen Aufzug in Lauenburgs Stadtzentrum
Lokales Lauenburg Neuer Anlauf für einen Aufzug in Lauenburgs Stadtzentrum
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22:28 24.07.2014
Als Standort schlägt Heinz Victor den mit einem roten Kreis markierten Steilhang zwischen Zob (neues Oberstadtzentrum) und Altstadt (Kirchplatz/Graben) vor. Das Grundstück gehört der Stadt. Quelle: Fotos: ge/hfr
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Lauenburg

Diplom-Ingenieur Heinz Victor hat der Stadt eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Eine vielversprechende Planung, denn das größte Problem, die Finanzierung, ist fast gelöst. Von den rund 1,25 Millionen Euro Baukosten würden nur 180 000 Euro an der Stadt Lauenburg hängen bleiben.

Nachdem der ebenfalls von Victor konzipierte Schrägaufzug am Elbhang durch einen Bürgerentscheid 2009 gestoppt worden war, hat Victor die Idee einer bequemen Verbindung von der Innenstadt zur Altstadt nicht losgelassen. Unterstützung hat er nun durch die Lauenburger Wählergemeinschaft (LWG) erhalten. Sie will sich dafür einsetzen, das Projekt als öffentliches Bauvorhaben im Rahmen des Sanierungsprogramms „Ortskern Oberstadt“ zu realisieren und einen entsprechenden Antrag nach den Sommerferien in der Stadtvertretung einbringen. Fachliche Unterstützung hat Victor von der Firma M.S.Aufzüge Matthias Schernikau in Elmenhorst erhalten.

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„Das Städtebauförderungsprogramm ist unsere Chance“, sagt Victor. 66 Prozent der Baukosten könnten darüber abgedeckt werden. Ein weiterer Partner wurde in der Aktivregion Sachsenwald-Elbe gefunden.

Sie will von den verbleibenden Restkosten 55 Prozent aus EU-Mitteln finanzieren. Auch die Metropolregion Hamburg könnte mit ins Boot geholt werden. Victor schlägt als Standort den Steilhang zwischen Zob (neues Oberstadtzentrum) und Altstadt (Kirchplatz/Graben) vor. Dieses Grundstück sei im Besitz der Stadt und liege inmitten des Sanierungsgebietes. Weiterer Vorteil: Der Standort des Aufzuges liegt nicht im Denkmalschutz-Bereich der Altstadt. der Höhenunterschied beträgt an dieser Stelle lediglich 18 Meter, zwölf Meter weniger als der damals am Schlossberg geplante Schrägaufzug. Durch den Vertikal-Lift gebe es weder Lärm noch Erschütterungen, sagt Victor.

Nicht nur aus touristischer Sicht sei der Personenaufzug attraktiv, meint der Diplom-Ingenieur: „Von insgesamt 11 000 Einwohnern haben 3000 Lauenburger einen Behindertenausweis. Es gibt 6000 Bürger über 50. Für diese Personen wäre die bequeme Anbindung eine Bereicherung.“ Der Lauenburger, der auch in Sachen Ortsumgehung und Radwegekonzept für die Bürger aktiv ist, hat die Machbarkeitsstudie ehrenamtlich erstellt.

Unterstützt wurde er von den Firmen Matthias Schernikau GmbH (Lanken), G+K Spezialtiefbau und Umwelttechnik, Pinneberg, sowie der Hitzlerwerft GmbH in Lauenburg, die beratend mitgewirkt haben. „Wir haben uns gemeinsam bemüht, eine wartungsarme Anlage aus witterungsbeständigen Werkstoffen zu entwerfen, die funktional höchsten Ansprüchen genügt und sich gut ins Stadtbild einfügt“, so Victor.

Die vorliegende Studie enthält auch eine detaillierte Aufstellung der Kostenschätzung. Die Betriebskosten für Wartung, Reinigung, Strom sollen rund 25 000 Euro jährlich betragen.

Das sagen Lauenburger Bürger
Christina Fischer, Stadtführerin: „Ich höre oft von den Gästen, dass es sehr schade sei, dass man die Oberstadt nur über die Treppen oder mit dem Auto erreichen kann.“

Otmar Schreyer, Arbeitskreis Altstadt: „Mit dem Lift wäre endlich auch die mentale Zweiteilung der Stadt überwunden.“

Klaus Höltig, Seniorenbeirat: „Ein Personenlift zwischen Zob und Altstadt würde vielen älteren Menschen die Möglichkeit bieten, an Veranstaltungen in der Altstadt teilzunehmen.“

Bürgermeister Andreas Thiede: „Das Thema Schrägaufzug ist seit dem Bürgerentscheid erledigt, doch weniger aufwendige Aufzüge ließen sich realisieren.“
Daten und Zahlen
10 Personen können im Lift mitfahren, alternativ zwei Räder oder ein Rollstuhl.
18Meter beträgt die Förderhöhe des neuen Aufzugs.
2 Meter breit und 12,5 Meter lang ist die Zugangsbrücke aus Stahlprofilen am Zob.
2 Stahlgittermasten bilden den 22 Meter hohen Schacht für die Aufzugskonstruktion.

Silke Geercken