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Lauenburg Neuer CDU-Kreischef Rasmus Vöge will Brücken bauen
Lokales Lauenburg Neuer CDU-Kreischef Rasmus Vöge will Brücken bauen
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09:00 15.09.2019
Rasmus Vöge ist neuer Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg. Quelle: FLORIAN GROMBEIN
Mölln

Rasmus Vöge (40) ist neuer Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg der CDU. Im Interview mit den Lübecker Nachrichten nennt er seine Ziele.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl, Herr Vöge. Sind Sie erleichtert?

Ich freue mich sehr über meine Wahl zum Kreisvorsitzenden und es wäre falsch zu sagen, dass ich an dem Tag nicht aufgeregt war. Es war ein harter Wahlkampf und insofern war ich natürlich auch erleichtert, als das Ergebnis kam und wie es ausgefallen ist.

Rasmus Vöge

Rasmus Vögeist 1979 in Kiel geboren und wuchs mit drei Geschwistern in Felde am Westensee auf. Nach seinem Abitur an der Kieler Max-Planck-Schule absolvierte er seinen Wehrdienst in Eutin und Kiel. In Hamburg lernte er Schifffahrtskaufmann und arbeite anschließend im Lübecker und Kieler Hafen. Vöge war Landesvorsitzender der Jungen Union und stellvertretender Landesvorsitzender.

2015 wechselte Vöge beruflich in den Hamburger Hafen und zog von Neustadt/Holstein nach Mölln um. In Mölln ist Vöge stellvertretender Ortsvorsitzender.

Wie geht es denn jetzt mit ihrer Arbeit als Kreisvorsitzender los?

Zunächst haben wir eine konstituierende Kreisvorstandssitzung. Da läuft die Terminabsprache. Sie soll noch vor den Herbstferien stattfinden. Da werden wir uns zusammensetzen und ein umfangreiches Arbeitsprogramm beschließen und uns dann den Themen widmen, die ich bereits angekündigt habe.

In wie weit ist nach den Spannungen im Wahlkampf Vergangenheitsbewältigung erforderlich?

Wir werden im Kreisvorstand natürlich darüber sprechen. Das ist das eine. Das andere ist, dass ich als Kreisvorsitzender Gespräche führe und auf Ortsverbände zugehe, diskutiere, spreche und Brücken baue. Das habe ich gleich nach meiner Wahl angekündigt und auch schon Telefonate geführt. Wettbewerb in der Partei ist das eine, aber jetzt ist die Entscheidung gefallen und wir müssen wieder zusammenfinden. Nun möchte ich alle einladen, gemeinsam mitzumachen am Erfolg der CDU zu arbeiten.

Wettbewerb ist das eine, aber es ist auch immer die Frage, in welchem Stil dieser Wettbewerb ausgetragen wird. Gerade bei der Wahl der Schatzmeister sind die Gegenkandidaten massiv angegriffen worden. Muss so etwas für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand nicht erst aus der Welt geschafft werden?

Ich habe einen Wahlkampf geführt, der sich immer mit der Zukunft auseinandergesetzt hat. Ich bin ein optimistischer und zuversichtlicher Typ. In der Tat werden jetzt Gespräche geführt, um alle wieder miteinander zu versöhnen. Das ist gar keine Frage. Ich will das nicht einfach hinter mir lassen. Ich bin selber daran interessiert, Brücken zu bauen. Dann aber müssen wir wieder den Blick nach vorne richten und an die Arbeit gehen.

Wie viel Klaus Schlie steckt denn in Rasmus Vöge?

Wir kennen uns schon seit vielen Jahren und ich habe mich auch sehr übers eine Unterstützung gefreut. Aber ich habe meinen eigenen Stil und meine eigenen Ideen und Überzeugungen. Das werde ich in der nächsten Zeit zeigen können.

Sie leben seit vier Jahren hier im Kreis. Wie gut kennen Sie das Lauenburgische denn inzwischen?

Ich glaube, dass ich den Kreis sehr gut kenne, dass ich aber auch immer Neues entdecke. Das wird aber auch in Zukunft so bleiben, da nichts stehen bleibt und sich die Dinge immer weiter entwickeln. Das gilt für den Kreis Herzogtum Lauenburg genauso wie die ganze Welt. Ich bin neugierig zu erfahren, was die Menschen umtreibt. Aber ich habe mich auch schon damals direkt nach der Wahl zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden in die Arbeit und das Getümmel gestürzt, bin zu Ortsverbänden gefahren und habe das Gespräch gesucht. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass man auch dem persönlichen Gespräch das Meiste erfährt über Probleme vor Ort.

Der CDU-Kreisverband hat ein Durchschnittsalter von 61 Jahren. Auf dem Kreisparteitag wurde es als wichtige Herausforderung bezeichnet, dies zu ändern. Wie wollen Sie den Kreisverband verjüngen?

Verjüngen ist das Eine. Ich will aber auch betonen, dass die älteren Parteifreunde bei uns eine wichtige Rolle spielen. Es gibt viele, die in den Ortsverbänden den Karren ziehen, wenn andere beruflich oder familiär dazu nicht in der Lage sind. Wir brauchen jeden vom jüngeren Parteimitglied bis zum Älteren. Es ist aber auch richtig, dass wir neue Parteimitglieder brauchen. Die CDU hat ja nicht wegen Überfüllung geschlossen. Ich habe das in den Debatten, bei den Veranstaltungen und auch auf dem Kreisparteitag gesagt: Ich möchte gerne einen strukturierten Dialog mit jungen Leuten führen. Mindestens viermal im Jahr möchte ich als Kreisvorsitzender junge Leute aus organisierten Jugendverbänden einladen und mit ihnen ohne Tagesordnung und Themenvorgabe sprechen und fragen, was sie von der Politik erwarten und was die CDU tun kann. Ein nächster möglicher Schritt wäre auch zu fragen, ob sie bereit wären mitzumachen. Wir müssen an die Erlebniswelt der jungen Leute mehr anschlussfähig werden, als wir es bisher sind. In Umfragen haben wir vor den letzten Wahlen gesehen, dass die CDU bei den 18 bis 35-Jährigen zwischen acht und zwölf Prozent Zustimmung hatte. Das ist nicht zufriedenstellend und motiviert mich. Wir müssen ran an die jungen Leute. Das geht aber nur durch eine Einladung und das persönliche Gespräch.

Gleichzeitig wurden von CDU-Kreisvorstandsmitgliedern im Vorfeld des Kreisparteitages der amtierende JU-Kreisvorsitzende und sein Amtsvorgänger heftig angeschossen. Geht man so mit der Jugend und seiner Nachwuchsorganisation um?

Ich war selbst Landesvorsitzender der Jungen Union und bin über die Junge Union zur CDU gekommen. Das war eine tolle Zeit. Und ich lade die Junge Union herzliche ein, an diesem strukturierten Dialog teilzunehmen und mitzumachen. Ich setze auch auf eine gute Zusammenarbeit, auch wenn sich die Junge Union im Vorfeld anders positioniert hat. Das ist ihr gutes Recht. Aber ich möchte jetzt nach vorne schauen und ich glaube, die Junge Union will das auch. Meine Hand zur Zusammenarbeit strecke ich aus.

Welche großen Herausforderungen sehen Sie auf den Kreis Herzogtum Lauenburg zukommen?

Für mich sind fünf Themen wichtig, die wir gemeinsam mit der Kreistagsfraktion anpacken müssen. Bei der Fraktion bin ich auch für den kommenden Montag zur Fraktionssitzung eingeladen und freue mich darauf, dort Themen gemeinsam zu diskutieren. Für die wirtschaftliche Entwicklung brauchen wir mehr Gewerbegebiete und dafür mehr Zusammenarbeit im Kreis. Wir müssen etwas gegen den Fachkräftemangel tun. Bei der Digitalisierung sprechen wir immer über das schnelle Internet, aber wir brauchen auch eine bessere Mobilfunkversorgung. Es kann nicht sein, dass ständig die Verbindungen abbrechen. Wir müssen uns um die Auswirkungen des demografischen Wandels kümmern. Eine wichtige Frage ist für uns auch als Kreis die Mobilität der Zukunft und wir müssen uns als CDU dazu positionieren.

Bis auf das Thema Gewerbegebiete von denen eines im Bau und ein anderes nach vielen Jahren in der Vorbereitung ist, sind das alles Themen, die auch von den anderen Parteien, insbesondere den Grünen, besetzt sind. Was unterscheidet da Schwarz von Grün?

Ich glaube schon, dass es da einen deutlichen Unterschied gibt. Den müssen wir in Zukunft vielleicht noch klarer als Partei formulieren. Die Bürger haben einen Anspruch auf klare Aussagen, damit sie auch eine Wahl treffen können. Eine Aufgabe in der Zukunft ist sicher, Positionen klarer zu formulieren und Parteifreunde an der Diskussion zu beteiligen, damit wir uns dann auch zwischen dem blauen Populismus der AfD und erstarkten Grünen positionieren. Wenn wir über Mobilität sprechen, brauchen wir aus meiner Sicht einen Mix aus verschiedenen Angeboten und können nicht über Verbote arbeiten wie Robert Habeck, der ab 2030 alle Benzin- und Dieselfahrzeuge verbieten will. Das führt auch in einer Pendlerregion nicht zum Ziel.

Kreisvorsitz ist viel Arbeit. Sie arbeiten in Hamburg. Wie ist so etwas vereinbar?

Vieles Organisatorische kann man heute am Telefon erledigen und da sind die Zeiten im Auto, in denen ich nach Hamburg fahre natürlich günstig. Ansonsten war ich schon bisher abends bei Ortsverbänden, Jahreshauptversammlungen oder Podiumsdiskussionen. Das werde ich natürlich weitermachen. Ansonsten findet Parteiarbeit häufig am Wochenende statt. Ich mache Politik, seitdem ich 15 bin und es macht mir Spaß. Und was man mit Freude macht, macht man gerne und so möchte ich auch die CDU führen.

Sie treten in große Fußstapfen von Klaus Schlie als Kreisvorsitzendem. Er hat auch angekündigt, zur nächsten Landtagswahl nicht wieder zu kandidieren. Wollen Sie auch da sein Nachfolger werden?

Ich bin jetzt erst einmal für zwei Jahre als CDU-Kreisvorsitzender gewählt. Und wir haben einen Berg Arbeit vor uns. Auf diese Aufgabe konzentriere ich mich jetzt erst einmal.

Was geben Sie den CDU-Mitgliedern jetzt mit?

Die CDU ist seit Jahrzehnten die prägende Kraft im Herzogtum und es ist jetzt ganz wichtig, dass alle, die ein Interesse am Erfolg der CDU haben – und das bedeutet auch die kommenden Wahlen zu gewinnen – gemeinsam nach vorne schauen. Ich biete jedem in der CDU die Hand und freue mich auf die Aufgabe.

Von Holger Marohn

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