Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Neuer Mini-Herzmonitor gegen Herzrhythmusstörungen
Lokales Lauenburg Neuer Mini-Herzmonitor gegen Herzrhythmusstörungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:22 01.04.2014
Alles in Ordnung: Nach der Implantation des Mini-Herzmonitores durch Dr. Stefan Kuster wurde die kleine Wunde noch entsprechend versorgt. Quelle: DRK/hfr
Ratzeburg

Wenn Kinder lachend vom Zahnarzt kommen, ist ihnen durch einfühlsame Fürsorge die Angst genommen. Vor allem aber bringt der Fortschritt in der Medizintechnik den Patienten enorme Erleichterungen. Seit März diesen Jahres kann im DRK-Krankenhaus Mölln/Ratzeburg Menschen mit gravierenden Herzrhythmusstörungen ein Mini-Herzmonitor eingepflanzt werden, der deutlich kleiner ist als die herkömmlichen Geräte. Das Beste: Statt einer Operation erfolgt ein kurzer Eingriff unter örtlicher Betäubung.

Hanna Bencke aus Schretstaken wollte es gar nicht wahrhaben, als ihr der Leitende Oberarzt Dr. Stefan Kuster, Kardiologe und Ärztlicher Leiter Rhythmologie im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg, das kleinste EKG der Welt eingesetzt hatte, das erst seit März in Deutschland auf dem Markt ist. Wie Dr. Kuster berichtet, war nach drei Minuten der Eingriff schon vorbei. Mit einem kleinen Schnitt von weniger als einem Zentimeter in den oberen linken Brustbereich brachte Dr. Kuster das kleine drahtlose EKG direkt unter die Haut ein. Die 82-Jährige, die in der Vergangenheit öfter bewusstlos wurde, ist jetzt ständig mit ihrem Arzt verbunden. Der Herzmonitor wird in einem minimalinvasiven Verfahren eingesetzt.

„Das Mini-EKG-System ermöglicht es uns, über Jahre hinweg unseren Patienten kontinuierlich und drahtlos zu überwachen. Treten unvorhergesehene Störungen am Herzen auf, können wir viel schneller als bisher eine Diagnose stellen und sofort eine adäquate Therapie einleiten“, so Dr. Kuster, der sich begeistert zeigte von dem medizinischen Fortschritt. Der Patient könne mit dem neuen Gerät ein ganz normales Leben führen. Ist die Ursache seiner Herzrhythmusstörung gefunden, werde das Gerät wieder entfernt.

Neben der Möglichkeit der drahtlosen Langzeit-Überwachung ermöglicht das Gerät auch ein Fernmonitoring, das den Arzt automatisch benachrichtigt, wenn beim Patienten zwischen zwei regulären Arztterminen bedeutsame kardiale Ereignisse auftreten. Hanna Bencke jedenfalls kann wieder ruhig schlafen.

80 Prozent kleiner
Der „Reveal LINQ Herzmonitor“ der Firma Medtronic ist mehr als 80 Prozent kleiner als andere implantierbare EKG-Geräte. Drei Jahre lang können die Ärzte das Herz ihrer Patienten überwachen.

LN