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Lauenburg „Niklas“ knickte viele Bäume ab: Kreis rät, Wald zu meiden
Lokales Lauenburg „Niklas“ knickte viele Bäume ab: Kreis rät, Wald zu meiden
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22:47 01.04.2015
Spätfolgen: An der Geesthachter HEM-Tankstelle bargen Feuerwehrleute gestern gegen 13 Uhr lose Teile einer Blende am Dach. Quelle: Timo Jann
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Ratzeburg

Der Orkan „Niklas“ hat großflächig Bäume entwurzelt und abgeknickt. Ganze 132 Mal mussten Feuerwehr und Polizei im Lauenburgischen am Dienstag ausrücken, um Personenschäden zu verhindern oder die Fahrbahn freizuräumen. Zwischen Schwarzenbek und Aumühle wurde die Bahnstrecke wegen eines umgestürzten Baumes für vier Stunden gesperrt. Bei der Notbremsung eines ICE wurde ein Passagier verletzt. Der voll besetzte Zug musste evakuiert werden. Die Kreisforstverwaltung warnt vor allem in Hinblick auf bevorstehende Osterspaziergänge vor dem Betreten der Wälder im Kreis Herzogtum Lauenburg.

„Das Betreten der Wälder ist jetzt lebensgefährlich“, warnt Andre Guiard, Förster in Hamwarde. Er betreut auch die Wälder am Pumpspeicherwerk und am Gut Hasenthal bei Geesthacht. Guiard: „Bäume blockieren die Wege oder könnten umwehen, in den Ästen hängen noch lose Äste, die herunterstürzen könnten.“ Frühestens in der nächsten Woche werden die Wälder wieder frei sein, so Guiard. „Von einem Osterspaziergang im Wald kann ich nur abraten“, erklärt Guiard.

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Ähnlich ist die Lage im Geesthachter Stadtwald. Die Wander- und Reitwege in diesen Bereichen sind größtenteils nicht passierbar. „Daneben besteht auch weiterhin die Gefahr durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste. Dieses kann auch bei Windstille passieren“, teilte auch Kreissprecher Karsten Steffen mit.

Der Sturm hatte am Dienstag auch Bahnstrecken blockiert. Kurz vor 18 Uhr war ein ICE zwischen Schwarzenbek und Aumühle Richtung Rostock unterwegs, als der Triebfahrzeugführer mitten im Sachsenwald bemerkte, dass ein Baum umstürzte und in Richtung Oberleitung fiel. Der Mann leitete sofort einen Nothalt ein und sorgte dafür, dass die Stromzufuhr unterbrochen wurde. Da aufgrund des Unwetters ein Tempolimit von 80 km/h angeordnet war, wurde durch die Notbremsung lediglich ein Reisender leicht verletzt, obwohl der Zug mit 400 Reisenden besetzt war. Die Schnellfahrstrecke wurde beidseitig gesperrt. Der ICE musste aufgrund der Stromabschaltung durch eine Diesellok nach Schwarzenbek geschleppt werden. Dort konnten die Reisenden kurz nach 22 Uhr aussteigen und wurden mit Bussen weiterbefördert.

Orkantief „Niklas“ ließ allein die Feuerwehren in Geesthacht, wo es besonders stark stürmte, 50 Mal ausrücken. Selbst am Mittwochmittag mussten Geesthachts Feuerwehrleute wetterbedingt noch einmal zum Einsatz. Die Orkanböen hatten die beleuchtete Blende am Dach der HEM-Tankstelle an der Geesthachter Straße zerfetzt. Von der Drehleiter aus bargen die Retter lose Teile, die herabzufallen drohten. Die Polizei musste die Straße im Bereich der Einsatzstelle deshalb eine halbe Stunde lang halbseitig sperren.

Der Sturm beschäftigte auch die Feuerwehr Kittlitz. Auf der Kreisstraße zwischen Kittlitz und dem Ortsteil Rosenhagen fiel gegen 17.30 Uhr ein Baum auf die Fahrbahn und blockierte die Verbindung. Der Einsatz konnte nach etwas mehr als einer halben Stunde beendet werden.

Leitstelle stockte auf
Im Regelbetrieb ist die Integrierte Regionalleitstelle Süd, zuständig für Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz, tagsüber mit sechs Einsatzsachbearbeitern besetzt. Am Dienstag wurden zusätzlich der Sonderplatz und die vier Ausnahmeabfrageplätze in der Zeit von 17 Uhr bis 22.30 Uhr besetzt. jeb

tja/jeb/ln