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Lauenburg Große Probleme bei der Zustellung
Lokales Lauenburg Große Probleme bei der Zustellung
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13:20 20.11.2018
Post-Verteilstelle in Ratzeburg, Heinrich-Hertz-Straße. Zur Mittagszeit stehen hier mehr Fahrzeuge als üblich - Merkmal für einen höheren Krankenstand? Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

„Wir warten schon seit Tagen auf die Bestätigung von Aufträgen oder Ergebnissen wichtiger Ausschreibungen“, sagt Dagmar Falkenberg von der gleichnamigen Zimmerei in Rondeshagen. Eine Sendung sei beispielsweise vorletzte Woche Donnerstag in Neumünster abgesandt und just – erst auf Nachfrage – zugestellt worden.

„Wir haben letzte Woche Mittwoch das letzte Mal Post bekommen. Am Freitag habe ich etwas erwartet, ist bis jetzt auch nicht da“, klagt Karin Arend. Ein anderer wichtiger Brief habe geschlagene zwei Wochen bis zur Zustellung gebraucht. Zweimal schon habe sie sich bei der Post beschwert – ohne Reaktion.

Auch ein Buchhaltungsbüro im selben Ort vermisst „mindestens seit Mitte vergangener Woche“ wichtige Steuerunterlagen seiner Mandanten, „die diese nach eigenen Angaben schon längst verschickt haben“. Ähnliche Klagen erreichten die Lübecker Nachrichten aus Berkenthin von Annelie Tesche (Kirchenförderverein) sowie aus den Dörfern Behlendorf und Göldenitz.

Krankheitsbedingte Ausfälle

Martin Grundler, Pressesprecher der Deutschen Post in Hamburg und für den Bereich Schleswig-Holstein zuständig, bestätigt dies: „Wir verzeichnen in den vergangenen Wochen Unregelmäßigkeiten aufgrund erhöhten Krankenstandes“. Viele Bezirke in und um Ratzeburg seien betroffen und mussten „übertragen“ werden. Das heißt, krankheitsbedingte Ausfälle mussten von Kollegen aus anderen Bezirken mit übernommen werden.

Wie sieht’s bei Ihnen aus?

Schwierigkeiten mit Dienstleistern gibt es immer wieder. Im vergangenen Frühjahr und Sommer litten die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn unter krankheits- und kündigungsbedingten Personalausfällen bei der Müllabfuhr der Abfallentsorgung Südholstein (ABS).

Auch Speditionen und Transportunternehmen haben akuten Nachwuchsmangel zu beklagen. Dass die Post nun auch zu den leidtragenden Unternehmen fällt, ist eigentlich keine Überraschung. Allerdings ist die Situation von Ort zu Ort verschieden.

Wie sieht es bei Ihnen direkt aus? Haben Sie auch Probleme bei der Zustellung durch die Post oder andere Service-Dienstleister festgestellt? Wo hakt es grundsätzlich bei privaten oder öffentlich-rechtlichen Versorgern? Schreiben Sie uns:

redaktion.lauenburg@ln-luebeck.de

Problem: Diese Leute kennen sich nicht aus, brauchen wesentlich länger, um die Briefe in die richtigen Kästen zu stecken oder Pakete zuzustellen. Ein ehemaliger Postbeamter aus dem Nordkreis kennt die Zustände bei seinem Ex-Arbeitgeber noch genau: „Dann werden neue Leute angeworben. Die kommen am Montagmorgen zum Dienst und finden gleich einen Riesenberg an Altlasten vor.“ Aber dann fehle es an Personal, die diese neuen Leute einarbeiten könnten.

Überarbeitet, frustriert

„Dann gehen sie selbst auf die Suche, was natürlich viel länger dauert, als mit einem Einarbeiter.“ Und sie hörten irgendwann abends auf – ohne ihre Tour möglicherweise beendet zu haben, frustriert. Im schlimmsten Falle machten diese Leute so etwas drei, vier Tage mit, dann bedankten sie sich – wenn überhaupt: Für das gleiche Geld könne man auch woanders anheuern – unter besseren Bedingungen . . .

Martin Grundler, Pressesprecher der Post in Hamburg. Quelle: Joachim Strunk

„Es ist natürlich schwierig heutzutage, qualifiziertes Personal zu finden“, so Martin Grundler. Mit diesem Problem hätten aber auch andere Branchen zu kämpfen. Die Tätigkeit bei der Post sei eine sehr verantwortungsvolle. Dafür brauche man schon gute Leute: „körperlich fit und alle fünf Sinne beieinander“.

„Nicht das Thema“

Und was den Vorwurf übermäßiger Überstunden betreffe: Zwölf-Stunden-Schichten gingen gar nicht, „weil das Arbeitsschutzgesetz sagt: zehn Stunden, 45 Minuten, inklusive Pausen, länger nicht“. Man zahle den Kolleginnen und Kollegen zudem mehr als branchenüblich und deutlich mehr als Mindestlohn. Insofern könne Arbeitszeit und Entlohnung „nicht das Thema sein“.

Auch den Vorwurf verfehlten Risiko-Managements weist Grundler zurück: Von einer grundsätzlich „chronischen Unterbesetzung“, so der Vorwurf anonym bleibender Postler, könne man keinesfalls sprechen. Und was die Vorbereitung auf periodisch vorkommende Krankenstände betreffe, sei es schwierig, diese vorherzusehen.

„Eine Ausnahmesituation“

„Wir planen schon mit einem gewissen Krankenstand. Aber das hier ist eine Ausnahmesituation“, so Grundler. Als Wirtschaftsunternehmen müsse man planen, wie viele Leute brauchen wir tatsächlich? Wie viele müssen wir in der Hinterhand haben und wie ist das vor allem wirtschaftlich darstellbar?

Das sehen aktive Post-Mitarbeiter, die verständlicherweise nicht genannt werden wollen, ganz anders. Die Mitarbeiterschaft würde „verbrannt“, rigoros ausgenutzt. Terminplanung erfolge per Knopfdruck in der Zentrale ohne Rücksprache mit den Kollegen vor Ort. Dass immer mehr den Job quittieren – trotz der einstmals guten und gesicherten Position (im vergangenen Jahrhundert waren Postmitarbeiter noch Beamte!) – sei nicht verwunderlich.

Pressesprecher Martin Grundler ist sich aber sicher, dass die schlimmste Phase der Nicht-Zustellung bald vorüber sei. Man habe zusätzliche Leute aus anderen Bezirken rekrutiert und die vormals Kranken kämen peu à peu wieder zurück.

Joachim Strunk

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