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Lauenburg Polizei fahndet nach Brandstiftern
Lokales Lauenburg Polizei fahndet nach Brandstiftern
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14:30 13.05.2019
Beim Brand dieses Wohn- und Wirtschaftsgebäudes am 10. Januar 2019 in Mühlenrade verendeten zahlreiche Tiere. Quelle: TIMO JANN
Ratzeburg

Mit einer eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe will die Polizeidirektion die Reihe von Bränden nachts an den Wochenenden in den Griff bekommen. Und es scheint, als habe sie damit zumindest eine abschreckende Wirkung erzielt. An den beiden vergangenen Wochenenden hatte es keine neuen Feuer im Kreisgebiet mehr gegeben. Aber vor einer Woche stand tagsüber in Wiershop eine Scheune in Flammen. Mögliche Zusammenhänge werden durch die Beamten geprüft. Weicht der Täter wegen der massiven Polizeipräsenz an den Wochenenden aus? Auch in Schnakenbek hatte es am 27. März tagsüber auf einem Bauernhof ein Großfeuer gegeben.

Vergangene Woche Montag brannte mittags diese Scheune in Wiershop. Die Ermittlungsgruppe prüft Zusammenhänge zu anderen Feuern. Quelle: Timo Jann

Ein Karte zeigt die Orte der Feuer

Wie berichtet gibt es seit November 2018 eine auffällige Häufung von Bränden im Kreisgebiet. Meistens waren bisher landwirtschaftliche Betriebe auf einer Achse zwischen Havekost und Rondeshagen betroffen. Überwiegend brannte es nachts zwischen 22 und 2 Uhr an den Wochenenden oder an Feiertagen.

„Die genauen Brandursachen sind nur sehr schwer bis gar nicht feststellbar. Bei einigen Feuern vermuten wir einen technischen Defekt. In den überwiegenden Fällen gehen wir von Brandstiftung aus“, erklärt Sandra Kilian, die Sprecherin der Polizeidirektion in Ratzeburg. Um alle Einsätze noch einmal neu zu bewerten, hatten die Ermittler der Gruppe in der vergangenen Woche die Brandorte erneut aufgesucht. „Es wurden zahlreiche, informative Gespräche mit den Anwohner und den Geschädigten geführt“, so Sandra Kilian. Die daraus gewonnenen neuen Eindrücke und Erkenntnisse trage man nun zusammen und werde sie neu bewerten. Hintergrund: Die Beamten der eingerichteten Ermittlungsgruppe waren an der ursprünglichen Aufnahme der Brände bis auf einen Fall nicht beteiligt. „Es ist jedoch wichtig, dass sich auch diese Ermittler ein eigenes Bild von den Brandorten und Brandverläufen machen, um alle nur denkbaren Ermittlungsansätze ausfindig machen zu können“, begründet Sandra Kilian die intensive Tatortbegehung für die Polizisten.

Nach diesem Brand am 23. März 2019 in Möhnsen konnte die Polizei erstmals Spuren eines Brandstifters sichern. Quelle: TIMO JANN

Polizei sucht schwarzen Kleinwagenmit auffällig vergilbten Scheinwerfern

In Details ihrer Erkenntnisse möchte die Polizei derzeit nicht gehen. „Wir wollen unsere Arbeit transparent darstellen. Aber ohne, dass wir die Ermittlungen dadurch gefährden. Wir wollen weitere Brände verhindern. Aber auch den oder die Brandstifter ermitteln. Das sind teilweise sich widersprechende Ziele, die wir irgendwie unter einen Hut bringen müssen“, berichtet Sandra Kilian. Die Polizisten nutzen für die Ermittlungsarbeit auch verstärkt soziale Netzwerke, um darüber eine Zielgruppe anzusprechen, die mögliche Hinweise bringen kann. So wird nach einem Brand am 1. Mai um 0.40 Uhr in Koberg ein schwarzer Kleinwagen mit runden, auffällig vergilbten Frontscheinwerfern gesucht. Das Auto war beim Brand des Strohlagers auf einem Bauernhof aufgefallen. Mit weiteren konkreten Fragen haben sich die Beamten bisher nicht an die Öffentlichkeit gewandt.

Austausch mit Polizei in Ostholstein

Spätestens seit einem Feuer-Alarm auf einem Bauernhof in Möhnsen am 23. März dürfte die Polizei über Spuren eines Brandstifters verfügen. Dort hatte ein Hund angeschlagen. Das an mehreren Stellen gelegte Feuer konnte rechtzeitig gelöscht werden. An vielen anderen Brandorten entstand an den betroffenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden oder Scheunen meistens Totalschaden. Wie in Mühlenrade, wo am 10. Januar ein Anwesen komplett zerstört worden war. Zahlreiche Tiere kamen in den Flammen um. Es ist der bisher verheerendste Brand der Reihe. Von einer Serie mag die Polizei nicht sprechen, weil Zusammenhänge nicht belegt sind. Und so ist es für die Beamten auch schwierig, Ansätze zu finden, ob sie einen oder mehrere Täter suchen. Außerdem tauschen sich die Ermittler aus dem Lauenburgischen auch mit den Kollegen im Kreis Ostholstein aus. Auch dort gibt es eine auffällige Häufung von Großbränden.

Großbrand am 24. Dezember 2018 in Havekost. Die Scheune eines Reiterhofes steht mit Traktoren und Heulager in Flammen. Quelle: TIMO JANN

Die Zahl der Beamten in der Ermittlungsgruppe wird je nach Bedarf von fünf aufgestockt. „Wir reagieren damit spontan auf die anfallende Arbeit, ohne, dass die unterstützenden Kollegen der Ermittlungsgruppe zugeordnet wären“, sagt Sandra Kilian. An den Wochenenden sind verstärkt Streifen im Einsatz.

Timo Jann

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