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Lauenburg Gefährliche Veränderungen: Darum kritisiert die Polizei die Tuning-Szene
Lokales Lauenburg Gefährliche Veränderungen: Darum kritisiert die Polizei die Tuning-Szene
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11:37 11.04.2019
Polizeikontrolle rund um den Tuningday. Quelle: TIMO JANN
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Geesthacht

 Was für eine Beanstandungsquote: 14 von 44 gestoppten Autos im Umfeld des Tuningdays am Sonntag auf dem Heidbergring musste die Polizei bei Kontrollen beanstanden. „Eine Quote von fast einem Drittel ist extrem. Das ist ein klares Zeichen, dass wir die Szene im Auge behalten müssen“, fasst Andreas Dirscherl, der Leiter des Geesthachter Polizeireviers, zusammen. Und seine Beamten waren nicht einmal schwerpunktmäßig im Einsatz – weil nicht genug Personal zur Verfügung stand.

Dieser VW Golf II wurde für eine Begutachtung sichergestellt. Das Fahrzeug war massiv verändert worden. Quelle: TIMO JANN

Technische Veränderungen mit gefährlichen Folgen

Eine Streife des Geesthachter Reviers und ein Wagen vom Autobahn- und Bezirksrevier waren gemeinsam im Einsatz, um den An- und Abreiseverkehr zu überprüfen. „Es herrschte ein sehr hoher Andrang, das Wetter spielte ja mit“, so Dirscherl. Entsprechend groß war der Parkdruck an der Rennstrecke. Doch die Ordnungshüter hatten eher die Autos im Blick. So können technische Veränderungen oftmals zu gefährlichen Folgen führen, die Straßentauglichkeit und die Verkehrssicherheit müssen gewahrt bleiben.

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Tausende Besucher kamen am Sonntag zum Tuning-Treffen im Lübecker Cittipark-Parkhaus.

Weiterfahrt wegen Umbau untersagt

Ob beispielsweise ein mit 51 KW Leistung registrierter Golf II tatsächlich dem unter der Haube steckenden V6-Motor angepasst wurde, muss nun ein Gutachter klären. Polizisten stoppten den Golf mit Segeberger Kennzeichen an der Mercatorstraße. Das Auto war dermaßen umgebaut worden, dass die Weiterfahrt untersagt wurde, weil der Fahrer keine TÜV-Belege vorweisen konnte. Ein Abschleppwagen holte den sichergestellten VW ab. Auch ein Mercedes-Fahrer musste das Auto stehenlassen, es war nicht versichert. Die Streife des Bezirksreviers stellte außerdem einen Wagen fest, bei dem der TÜV abgelaufen war. Der Fahrer bestätigte den Polizisten, dass ihm das bekannt sei, aber das sei ja erst im März gewesen. Allerdings schon im März 2018.

Die Polizei überprüfte 44 Fahrzeuge im Umfeld des Tuningdays und musste 14 beanstanden.. Quelle: TIMO JANN

Tuning-Fans verärgert über Polizei-Kontrollen

Neun Buß- und Verwarnungelder, neun Kontrollberichte, drei Strafanzeigen und drei Fälle von Untersagung der Weiterfahrt fielen im Rahmen der Aktion an. In sozialen Netzwerken äußerten Tuning-Fans ihren Unmut über die Kontrollen. Man richte seinen Wagen extra für das Treffen her und dann lauere die Polizei, so der Tenor einiger User. Andere hatten für dieses Vorgehen kein Verständnis. Verkehrsregeln müssten eingehalten werden, konterten sie und werteten den Polizeieinsatz positiv. Im Herbst will die Szene ihre Saison auch wieder auf dem Heidbergring beenden – und die Polizei wieder ein Auge drauf haben.

Polizisten stellten an einem Audi manipulierte Beleuchtung fest. Für die montierten LED-Leuchtmittel waren die Scheinwerfer nicht zugelassen. Quelle: TIMO JANN

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Timo Jann