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Lauenburg Polizisten rammen Steg — und niemand will gesteuert haben
Lokales Lauenburg Polizisten rammen Steg — und niemand will gesteuert haben
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21:20 19.12.2014
Wer hat das Boot mit dem Partyzelt gegen den Steg gesteuert? Diese Frage bleibt ungeklärt. Bier, Punsch und Grillwurst in den Händen, ein Pavillon über dem Kopf — gut ausgerüstet brachen die Grenzschützer zu ihrer Barbarafeier auf dem Ratzeburger See auf. Bis es zur Kollision kam.
Ratzeburg

Es soll eine fröhliche Bootstour auf dem Ratzeburger See werden: die 51. Auflage der traditionellen Barbarafeier der ehemaligen Grenzschutz-Pioniere. Vorne im Kutter sitzen die alten Kollegen, hinten die — ein paar Jahre — jüngeren. Es gibt Bier, Punsch und Grillwurst. Ein auf das Boot geschraubter Pavillon dient als Wetterschutz. Die Sonne über dem Ratzeburger See ist an diesem Donnerstagnachmittag längst untergegangen, als ein dumpfer Knall das Boot erschüttert. Wer das Boot gerade steuert weiß wenig später zumindest offiziell keiner der Barbarajünger mehr.

„Wir wollten eine übliche Anlegeschleife fahren, da steht mitten in der Nacht dann plötzlich so ein Steg auf dem See, der vorher nie dagewesen ist“, schimpft Peter Morgenroth. Morgenroth ist nicht nur Betreiber einer Segelschule, Bootsvermieter und Eigner des Party-Kutters, sondern wie die anderen 17 Barbarajünger ebenfalls einstiger BGS-Pionier des damaligen Technischen Zuges.

Während die Grenzschützer mit dem Havaristen auf den benachbarten Badesteg der Jugendherberge zusteuern, haben an Land Spaziergänger der Zusammenstoß mitbekommen und die Polizei alarmiert. Doch als die Wasserschutzpolizisten am Steg auf die einstigen Kollegen der Bundespolizei, einige davon inzwischen Ratzeburger Geschäftsleute, treffen, wird sehr schnell ein Problem klar: Es ist nicht nur Alkohol im Spiel, auch kann oder will keiner der Bundesbeamten verraten, wer denn nun am Ruder gestanden haben könnte oder wer der verantwortlich Bootsführer ist.

Die Polizisten lassen sich nicht abwimmeln und funktionieren kurzerhand das Foyer der benachbarten Jugendherberge zum Gruppenverhörraum um. Die gesamte Feiergesellschaft muss auf bereitstehenden Holzbänken Platz nehmen. Personalien werden aufgenommen — und alle Teilnehmer dürfen pusten. Ein Ex-Pionier spricht später von Atemalkoholwerten zwischen 0,3 und 0,63 Promille, einige sollen auch vollkommen nüchtern gewesen sein. Nur wer am Ruder gestanden hat, ist auch nach anderthalb Stunden nicht klar.

Ex-BGS-Chef Erhard Riß ist über den Vorfall und das Verhalten der ehemaligen Kollegen „erschrocken“. Ein Unfall könne immer passieren, nur dann sollte man dazu auch stehen, sagt Riß. Ratzeburgs neuer Bundespolizei-Chef Jan-Christof Möller distanziert sich deutlich von der Veranstaltung. „Sauer“ sei er geradezu. „Ich bedauere den Vorfall. Aber mit unserer Barbarafeier der Abteilung hat der Vorfall nichts zu tun“, sagt Möller. Eine Feier, an der die ehemaligen Bundesgrenzschützer nach eigenen Angaben auch gerne teilgenommen hätten — aber nicht durften. Stattdessen habe man nach der polizeilichen Befragung den Abend beim Griechen fröhlich ausklingen lassen, heißt es.

Heilige der Feuerwerker
Barbara von Nikomedien war eine christliche Jungfrau, Märtyrerin und Heilige des 3. Jahrhunderts. Der Gedenktag der heiligen Barbara ist seit dem 12. Jahrhundert der 4. Dezember — im Volksmund Barbaratag genannt. Die Barbara dient Bergwerkern wie auch Feuerwerkern, zu denen sich auch die Pioniere zählen, als Schutzpatronin.

Holger Marohn

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