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Lauenburg Raiffeisenbank zieht sich von Ratzeburger Insel zurück
Lokales Lauenburg Raiffeisenbank zieht sich von Ratzeburger Insel zurück
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15:57 14.02.2020
Die Vorstände der Raiffeisenbank Ratzeburg Kerstin Andresen und Thomas Naß zogen eine erfreuliche Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Ein durchaus zufriedenes Fazit zogen die beiden Vorstände der Raiffeisenbank Ratzeburg, Kerstin Andresen und Thomas Naß, bei ihrem Bilanzpressegespräch am Freitag. Geschäftlich sei das Jahr gut gelaufen, verkündeten die beiden Banker.

So konnte das Kreditvolumen um neun Prozent gesteigert werden, und die Einlagen stiegen um sieben Prozent. Jeweils um rund 200 000 Euro stieg der Überschuss aus dem Zinsgeschäft wie auch aus dem Vermittlungsgeschäft mit den genossenschaftlichen Verbundunternehmen (Bausparkasse Schwäbisch Hall, R+V-Versicherungen etc.).

Starker Druck auf die Banken

Aufgrund der allgemein schwierigen Situation für Banken angesichts des konjunkturellen Abschwungs, der Negativzinsen, starker Konkurrenz oder zunehmender Regulatorik mussten aber auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden, erklärte Thomas Naß.

Zahlen und Fakten

Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Ratzeburg stieg von 146 Millionen Euro 2018 auf jetzt 156 Millionen. Das Kundenkreditvolumen stieg von 116 auf 125 Millionen Euro, die Kundeneinlagen von 98 auf 105 Millionen.

Die Eigenkapitalquote liegt unverändert bei 9,5 Prozent. Insgesamt 3191 Mitglieder und 7684 Kunden mit 16 605 Konten verzeichnete das Geldhaus. Im vergangenen Jahr beschäftigte die Bank 44 Mitarbeiter, davon vier Auszubildende.

Von den 44 Stellen werden in diesem Jahr allerdings acht abgezogen. Die Beschäftigten des Raiffeisenmarktes wechselten den Arbeitgeber zur Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Gadebuch (die LN berichteten).

Wie wichtig den Vorständen ihr Team ist, lässt sich auch an den 75 000 Euro ablesen, die in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gesteckt wurden. Alle Neuzugänge und internen Umbesetzungen seien gut „eingeschlagen“, so Thomas Naß.

So habe man sich schweren Herzens dazu entschlossen, das ehemalige Haupthaus in der Große Wallstraße auf der Ratzeburger Altstadtinsel als Filiale aufzugeben. „Wir haben lange Zeit intensiv mit den Mitgliedern unseres Aufsichtsrates diskutiert“, berichtete Kerstin Andresen.

Bankgeschäft wird zum „Holgeschäft“

Es habe sich aber abgezeichnet, dass aufgrund immer geringerer Nachfrage nach „Präsenzkontakten“ die Aufrechthaltung der Filiale mit dort vier tätigen Mitarbeitern unrentabel beziehungsweise unpraktisch geworden sei. „Das Bankgeschäft wird immer mehr zum ,Holgeschäft’ mit vereinbarten Beratungsterminen“, erläuterte Naß.

Hier an der Schweriner Straße - mit dem prägnanten "Raiffeisenturm - konzentriert sich die Raiffeisenbank künftig. Im Vordergrund links der Raiffeisenmarkt, der an die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Gadebusch verpachtet wurde. Die Raiffeisen-Tankstelle wird von der Raiffeisen Energie Nord (Mölln) betrieben. Quelle: Joachim Strunk

Insofern habe man sich entschlossen, das komplette Gebäude so umzubauen, dass hier Wohnungen entstünden. Zusätzlich wird ein Anbau auf der Grünfläche vor dem Haus errichtet, so dass insgesamt 15 Mietwohnungen entstehen werden.

Immobilien als tragende Säule

„Da auf der Insel dringend bezahlbare Mietwohnungen gesucht werden, erhöhen wir gewissermaßen unser gesellschaftliches Engagement durch Zurverfügungstellung von Wohnraum“, so Naß.

Überhaupt: Das Immobiliengeschäft wird mehr und mehr zu einer tragenden Säule des Unternehmens. Und zwar nicht nur bei der Vermittlung von Baukrediten oder Grundstückskäufen, sondern vor allem auch als Investor. In die Große Wallstraße mit acht Wohnungen im Bestandsgebäude sowie weiteren sieben im Neubau sowie drei Gewerbeeinheiten, investiert die Bank rund drei Millionen Euro.

Umzug in Krummesse zum Markant-Markt

Als Juniorpartner der Kreisbaugenossenschaft wird die „RaiBa“ auch im künftigen Baugebiet Seedorfer Straße aktiv. Hier sind 20 Wohnungen zur Vermietung geplant, Investitionssumme: vier Millionen Euro.

In Ziethen hat sich die Bank innerorts eine Fläche von 9000 Quadratmeter gesichert, die demnächst erschlossen werden soll. Am Zweitstandort in Krummesse wird das bestehende Gebäude in der Raiffeisenstraße für eine Viertelmillion Euro ebenfalls zu drei bis vier Wohnungen umgebaut. Die Filiale selbst zieht an den neuen Anbau am Markant-Markt im Beidendorfer Weg. Der Umzug soll in der übernächsten Woche erfolgen.

Und auch an der Schweriner Straße selbst auf dem eigenen Gelände an der Hauptverwaltung plant man einen weiteren Bau – für eine Million Euro. Die Planungen sind soweit fortgeschritten, dass das Vermietungsobjekt 2021 bezugsfertig ist.

Von Joachim Strunk

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