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Lauenburg Ratzeburg will Gleichstellung nur im Ehrenamt
Lokales Lauenburg Ratzeburg will Gleichstellung nur im Ehrenamt
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15:21 24.09.2019
Zu ihrer 9. Sitzung trafen sich die Kommunalpolitiker der Stadt Ratzeburg im Ratssaal des Rathauses. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Lediglich 21 Menschen fehlen der Ratzeburger Gleichstellungsbeauftragten Mana Clasen zu ihrem Glück beziehungsweise zur hauptamtlichen Beschäftigung. Denn dann hätte die Kreisstadt 15 000 Einwohner und wäre gesetzlich verpflichtet, eine Vollzeitstelle für ihre Aufgabe einzurichten.

So aber kommt die Stadt mit aktuell 14 879 Bewohnern um ihre Pflicht und somit auch um ein zu zahlendes jährliches Bruttogehalt von rund 68 400 Euro (inklusive Arbeitgeberanteil Sozialversicherung und Vermögensbildende Leistung) herum.

Sparsame Politiker

Das scheint den sparsamen Politikern jedenfalls vorrangig zu sein. Stellvertretend erklärte Prof. Ralf Röger sowohl für seine CDU-Fraktion als auch für die anderen im Stadtrat vertretenen Parteien, dass man dazu schließlich nicht gesetzlich gezwungen sei.

Professor Dr. Ralf Röger, Fraktionsvorsitzender der CDU. Quelle: H. Marohn

Und so formulierte Maren Colell, Fachbereichsleiterin Zentrale Steuerung, den geänderten Beschlussvorschlag: „Es besteht zurzeit keine Notwendigkeit, eine hauptamtliche Stelle für die Gleichstellungsbeauftragte einzurichten. Es bleibt bei der Ehrenamtlichkeit“. Der Beschluss fiel einstimmig.

Mehr als genug zu tun

Im März 2017 wurde Mana Clasen genauso einstimmig von der Ratzeburger Stadtvertretung zur ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten bestellt – und zwar für drei Jahre. Ihre Tätigkeit endet demnach am 31. März 2020. Gut möglich, dass die Stadt dann um mindestens 21 Mitbewohner „reicher“ ist und tatsächlich nicht mehr um eine hauptamtliche Besetzung herum kommt.

Genug zu tun hätte sie schon für ihren Job. Denn jetzt schon umfasst Clasens Wirkungsfeld sowohl die Stadt Ratzeburg als auch primär innerbetrieblich die Stadtverwaltung mit all ihren Einrichtungen.

Hauptamtlerinnen

Mehr als 75 hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte gibt es in Schleswig-Holstein. Im Herzogtum Lauenburg sind es acht: zwei beim Kreis, je eine in Lauenburg, Geesthacht, Mölln, Schwarzenbek sowie in den Ämtern Sandesneben-Nusse und Hohe Elbgeest.

Ihre Aufgaben bestehen unter anderem „aus der Konzeption, Planung und Mitwirkung bei der Schaffung geschlechtergerechter Strukturen in der Verwaltung bezüglich der Personalangelegenheiten, Produkte und Organisation durch Einführung von Geschlechtercontrolling auf der Grundlage von Gender-Mainstreaming“, heißt es in der Verwaltungsvorlage zu der Stadtvertretersitzung.

Ehrenamtlich kaum zu bewältigen

Darüber hinaus ist die Gleichstellungsbeauftragte stets bei der Personalentwicklung, Personalauswahl, Personalangelegenheiten, Dienstvereinbarungen und so weiter im Rahmen der Mitbestimmung zu beteiligen. Und zwar für alle Dienststellen der Stadt Ratzeburg.

Innerbehördlich ist Mana Clasen somit für 191 Beschäftigte der Stadt zuständig. Ehrenamtlich sei dieser Job aber kaum noch zu bewältigen, heißt es weiter in der Vorlage.

Insofern stellte der Bürgermeister als Chef der Verwaltung den Antrag, die bislang ehrenamtliche Stelle der Gleichstellungsbeauftragten ab 1. Januar 2020 in eine hauptamtliche umzuwandeln. Vergeblich.

Von Joachim Strunk

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