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Lauenburg Politik vertagt Start für neues Ratzeburger Hallenbad
Lokales Lauenburg Politik vertagt Start für neues Ratzeburger Hallenbad
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19:10 25.09.2019
Außenansicht des in die Jahre gekommenen alten Hallenbades Aqua Siwa aus den 1970ern, ein für damals typischer Betonbau. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Fest stehen zumindest die „Eckpunkte“ für den Neubau der Schwimmhalle Aqua Siwa: Es soll ein wettkampffähiges Sportschwimmbecken mit den Maßen 25 mal 12,5 Meter (sechs Bahnen) vorhalten sowie ein Lehr- oder Kursschwimmbecken von 12 mal 8 Metern und einen 3-Meter-Sprungturm bei einer Wassertiefe von 3,8 bis 4 Metern.

Mit diesen Vorgaben, die in ausführlichen Gesprächen mit den Schulen, dem Förderverein, den Stadtwerken und der DLRG erörtert wurden, ging das Hamburger Stadtplanungsbüro Claussen-Seggelke an die Arbeit, um die Rahmenbedingungen für den ersten Schritt, einen Teilnahmewettbewerb, festzustecken.

Außenansicht des in die Jahre gekommenen Hallenbades aus den 1970ern, ein für damals typischer Betonbau. Quelle: Joachim Strunk

Ihre Ergebnisse stellten die Stadtplaner Thorsten Will und Andreas Fischer anschließend vor. Möglichst darauf bedacht darzustellen, was alles nötig und was möglich ist. Denn trotz einer veranschlagten Bausumme von 12 bis 13 Millionen Euro, von denen Bund und Land je ein Drittel als Fördersummen übernehmen würden, sind die tatsächlichen Möglichkeiten eher gering.

Denn Voraussetzung für eine Förderung ist die „Daseinsvorsorge“. Dazu gehören keinerlei Spaß- oder Luxuselemente wie Wasserrutschen, Spielelemente oder Sauna- und Spa-Bereich. Auch gastronomische Einrichtungen werden von der Förderung abgezogen, da die Argumentation lautet, davon sei eine künftige Gewinnerzielung möglich.

Innenraum des jetzigen Aqua Siwa. Das Hauptschwimmbecken hat sechs 25-m-Bahnen, im "Nichtschwimmerbereich" hinten einen Hubboden mit einer Wassertiefe von 0,90 bis 1,80 Meter. Im vorderen Bildbereich an den Startblöcken und dem 1-m-Brett ist das Wasser 3,80 m tief. Quelle: Joachim Strunk

So fiel die Präsentation der Planer auch entsprechend nüchtern aus. Was im Anschluss für heftige Diskussionen führte. Lars Rothfuß von der CDU machte den Anfang: „Es kommt mir so vor, als ob hier ein reines Sportbad geplant wird. Da muss sich doch auch der Bürger von Ratzeburg wiederfinden. Auch vermisse ich die Zusammenführung von der Seebadestelle zum neuen Aqua Siwa“.

Carsten Ramelow, SPD, sprang ihm bei. Er sehe ein, dass es wirtschaftliche Erwägungen gebe. Aber das Bad müsse doch auch attraktiv sein, eine positive Auenwirkung erzielen. Dazu gehörten auch Spaßelemente.

Das Planschbecken für Kleinkinder ist 0,50 Meter tief und hat eine Wassertemperatur von 32 Grad. Quelle: Joachim Strunk

Auch Andreas von Gropper, Freie Ratzeburger Wähler (FRW), erklärte, die Rücksichtnahme auf die Förderfähigkeit des Bauwerks sei bei der Präsentation „etwas übergewichtet“. In Einigkeit mit den übrigen Partei- und Fraktionsvertretern betonte er, selbstverständlich an den sportlichen Vorgaben und Anforderungen seitens Schulen, DLRG und anderen festhalten zu wollen. „Aber das Ganze könnte auch einen Schuss mehr Familienwärme vertragen“.

Wie geht’s weiter?

Für Werner Rütz, den Vorsitzenden des Ratzeburger Bau-, Planungs- und Umweltausschusses von der FRW, war es wohl schon vor der Sitzung absehbar, dass der zentrale Punkt auf der Tagesordnung eine „intensive Diskussion“ entfachen – und möglicherweise keine Einigung erzielen würde.

So beantragte er nach gut zweistündigem Wortwechsel, den TOP 7 wieder von der Tagesordnung zu nehmen und die vom Hamburger Stadtplanungsbüro präsentierten Punkte innerhalb der Fraktionen neu zu bewerten und zu besprechen.

Am 16. Oktoberwolle man sich „informell“ noch einmal treffen und strittige Punkte besprechen. Zeitnah, frühestens aber nach den Herbstferien, soll dann auch die Öffentlichkeit in einer Einwohnerversammlung informiert und gegebenenfalls nochmals um deren Meinung und Ideen befragt werden.

Mit diesen Ergebnissen soll es schließlich am 11. November in der nächsten Ausschusssitzung weitergehen und der Auftrag einer EU-weiten Ausschreibung für einen Teilnahmewettbewerb erteilt werden.

Der Gesamtzeitplan ist durch diesen Aufschub noch nicht in Gefahr. Die Stadtplaner gehen von einer Bauzeit von rund vier Jahren aus. Dabei wird mit dem Bau des neuen Aqua Siwa begonnen, während das alte Hallenbad weiter in Betrieb bleibt. Erst nach Fertigstellung des neuen wird das alte abgerissen.

Bürgermeister Gunnar Koech und sein Bauamtsleiter Michael Wolf wiesen dagegen noch einmal auf die Vorgaben der Vorbereitenden Untersuchung (2016/17) sowie auf die Förderfähigkeit hin, dem CDU-Fraktionschef Ralf Röger beipflichtete: „Es ist die Frage, ob wir uns neben dem Pflicht- auch ein Kürprogramm noch leisten können“.

Die Ratzeburger Küchensee-Badestelle am Aqua Siwa. Mehrere Ausschussmitglieder befürworten eine Verbindung zwischen dem neuen Hallenbad und dem Freibad. Quelle: Joachim Strunk

Das stellte auch von Gropper nicht in Abrede. Man sei sich schon bewusst, dass ein Hallenbad kein Profit-Center sei, sondern ein ständiges Zuschussgeschäft. Allerdings sollte man „diesen einzigartigen Standort in Deutschland, ein Hallenbad mit direktem Seezugang auf einer Insel“ nutzen und so vielleicht wieder mehr Besucher anlocken.

Am Ende bat Röger um die Abwägungstabelle aus der Präsentation der Stadtplaner, um fraktionsintern zu erörtern, welche Vorgaben des Sportbades um bestimmte Facetten erweitert werden könnten, um aus dem künftigen Aqua Siwa ein sportliches Familien- oder ein familiäres Sportbad zu machen.

Meinung

Manchmal muss man sich als Besucher von Ausschusssitzungen in Ratzeburg wundern. Bei schon festgezurrt geglaubten Dingen gibt es immer wieder Abgeordnete, die diese Sachen grundsätzlich noch einmal infrage stellen. So geschehen im Bauausschuss beim Neubau des Hallenbades Aqua Siwa. Das soll auf jeden Fall den sportlichen Anforderungen von Schulen, Vereinen und DLRG entsprechen – und möglichst günstig sein. Ein „Spaßbad“ à la Wismarer „Wonnemar“ liege außerhalb jeglicher finanzieller Möglichkeiten der Stadt. Aber reiner Sport und pure Sachlichkeit war den meisten Ausschussmitgliedern dann doch zu unpersönlich. „Mehr Familienwärme“ hätte man gerne, der auch Touristen und vor allem die Steuern zahlenden eigenen Einwohner anspricht. Hätte man da nicht schon früher drauf kommen und das zuständige Büro für dessen Planungen darüber informieren können? Immerhin sind sich die Politiker ihrer Verantwortung bewusst und wollen die Wünsche der Bevölkerung berücksichtigen. Das sollte aber nun schnell gehen, damit endlich mit der Wettbewerbsausschreibung begonnen werden kann.

Von Joachim Strunk

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