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Lauenburg Ratzeburger Baumpark für viele Generationen
Lokales Lauenburg Ratzeburger Baumpark für viele Generationen
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07:00 23.08.2019
Der Baumpark Ratzeburg erstreckt sich in Form eines Dreiecks entlang der Möllner Straße im Hintergrund bis zum Bahnübergang der Ratzeburger Erlebnisbahn (re.), von dort entlang der Bahnstrecke bis zum Beginn des Baugebietes Barkenkamp. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

„Für mich ist es wie mein eigener Garten“, schwärmt Rima Ruschkies, die gemeinsam mit ihrem Mann vor sechs Jahren im Barkenkamp an der Möllner Straße in Ratzeburg gebaut hatte. Tatsächlich ist es ein riesiger, 15 Hektar großer „Garten“ mit vielen Lebewesen, Tieren, Pflanzen, Kräutern, Bäumen, an den ihr Haus direkt angrenzt.

Rima Ruschkies ist gebürtige Ostpreußin, kam vor einem Vierteljahrhundert aus Litauen von der Kurischen Nehrung nach Deutschland, und ist insofern schon immer von der Natur geprägt und beeindruckt. Die weite Fläche ihres „Gartens“, dem Areal des Baumparks Ratzeburg, kommt ihrer Lebenseinstellung entgegen.

Rima Ruschkies, die gemeinsam mit ihrem Mann Jonas seit 2013 im Barkenkampf wohnt, hat schon zwei Bäume hier gepflanzt: eine Kiefer und eine Lärche - "zwei langlebige Bäume, die bis zu 1000 Jahre alt werden können und mit dem Universum verbunden sind". Für die Ostpreußin, die vor einem Vierteljahrhundert aus Litauen nach Deutschland kam, ist der Baumpark "mein großer Garten", auf den sie sehr stolz ist. Quelle: Joachim Strunk

Gemeinsam mit ihrem Mann Jonas, einem Seemann, hat sie auch zwei Bäume gestiftet. Die Lärche und die Kiefer – „beides Bäume, die bis zu 1000 Jahre alt werden können, sie haben so viel Energie, die bis ins Universum reicht“ – sind 2013 bei der bislang letzten Pflanzaktion gesetzt worden. Dass sie viel Energie haben, zeigt schon, dass sie die meisten anderen Bäume, eine Mischung aus mehr als 20 heimischen Arten, bei weitem überragen.

Projektziele

• Förderung und langfristige Pflege von bürgerschaftlichem Engagement und Partizipation,

• ökologische und landschaftsästhetische Qualitätsentwicklung am Ortseingang Ratzeburgs,

• dauerhafte Nutzung als Bürgerpark,

• Integration unterschiedlichster Zielgruppen,

• ganzheitliche Bildung für nachhaltige Entwicklung, Naturwahrnehmung und Landschaftsästhetik,

• Schaffung eines touristischen Aushängeschildes des Kreises Herzogtum Lauenburg und der Stadt Ratzeburg sowie

• bis zu 300 Stiftern Gelegenheit zu geben, mit einer Baumpflanzung ihre ganz persönliche Verbundenheit mit Bäumen zum Ausdruck zu bringen. Aus der Gesamtheit der Baumstiftungen entsteht ein kulturelles Vermächtnis, das auf Generationen hinaus über das Verhältnis von Gesellschaft und Natur zu Beginn des 21. Jahrhunderts Auskunft gibt. Dazu werden auch die „Baumgeschichten“ der Stifter gesammelt.

2009 wurde der Baumpark ins Leben gerufen. Initiiert von der Ökumenischen Stiftung für Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit, die das Projekt gemeinsam mit den Partnern Stadt und Bürgerstiftung Ratzeburg, Kreis Herzogtum Lauenburg und Kreisdomäne Fredeburg anging. Ziel war es, erklärt Dr. Gerald Hartmann vom „Freundeskreis Baumpark Ratzeburg“, „einen landschaftlich schönen und ökologisch wertvollen Ortseingang für die Stadt Ratzeburg zu schaffen“.

Dr. Gerald Hartmann, Vorsitzender des Freundeskreises Baumpark Ratzeburg" (r.), und sein Stellvertreter Rainer Voß, Bürgermeister a. D., zeigen die Ausmaße des 15 Hektar großen Geländes des Baumparks entlang der Möllner Straße in Ratzeburg. Quelle: Joachim Strunk

Beim damaligen Bürgermeister der Stadt, Rainer Voß, sowie der Ratzeburger Stadtvertretung fiel dieses Ansinnen angesichts der Ausweitung des Neubaugebietes Barkenkamp (I/II) damals auf fruchtbaren Boden. Voß, mittlerweile seit Mitte Juni 2019 im Ruhestand, engagiert sich auch weiterhin und privat für die Pflege des Geländes und seiner „Bewohner“, ist stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises.

Neuer Vorstand

Seit März 2019 wird der Freundeskreis durch einen neuen Vorstand vertreten. Vorsitzender ist Dr. Gerald Hartmann, sein Stellvertreter ist Ex-Bürgermeister Rainer Voß. Weitere Vorstandsmitglieder: Werner Riechers, Gisela Benning, Detlef Otte, Egbert Schenk, Thomas Krakow und Nico Hammann.

Die Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich für die Pflege und den Erhalt dieses Naturraums. „Ein Gebiet, welches in wesentlichen Bestandteilen von den Bürgern der Stadt gestaltet wurde, sollte in der Bürgerschaft verankert sein und in seiner Entwicklung von den Bürgern begleitet werden“, so Hartmann.

Der Freundeskreis tue dies durch Angebote wie „Kräuterwanderungen“ oder „Monitoring der natürlichen Entwicklung von Flora und Fauna“.

Mittlerweile hat sich die Ökumenische Stiftung aus dem Projekt herausgezogen. Das Gelände gehört nach wie vor dem Kreis. Pächter ist die benachbarte Domäne Fredeburg, die die große Wiesenfläche einmal im Jahr (Juli/August) mähen darf – ökologisch einwandfreies Futter für das eigene Vieh.

Angelegt als Zeugnis auch für spätere Generationen

Die Pflege des mit 300 Bäumen besetzten Teils des einzigartigen Landschaftsparks hat der mit rund 50 Mitglieder besetzte Freundeskreis Baumpark Ratzeburg e. V. übernommen. Die Ehrenamtler sorgen für die Mahd zwischen den Bäumen, den Rückschnitt der Bäume von totem Gehölz oder die Pflege der unbefestigten Wanderpfade und der Steinkreise.

Probleme gab es in der ersten Dekade nur wenige. Einmal mussten die „Freunde“ eine Zuwegung durchs Gelände für Autofahrer sperren, die diesen Weg gerne als Abkürzung ins Wohngebiet nutzten. Schlimmer, so Rima Ruschkies, seien dagegen uneinsichtige Hundehalter, die ihre Lieblinge frei auf dem Gelände laufen und andere Tiere jagen ließen.

Auch die oftmals nur sporadische Kotentsorgung durch Frauchen und Herrchen nervt Ruschkies gewaltig. Gerald Hartmann bestätigt „kleinere Konflikte mit Hundebesitzern“, die aber insgesamt „noch gut beherrschbar“ seien.

Am Sonnabend wird gefeiert

Wie es schon zum fünfjährigen Bestehen 2014 ein „Lichterfest“ gegeben hat, will der „Freundeskreis“ nun auch das zehnjährige Jubiläum mit einer kleinen Feier begehen. Eingeladen sind unter anderen Bürgermeister Gunnar Koech, der wie Gründervater Pastor Arnd Heling bereits zugesagt hat, oder Landrat Dr. Christoph Mager.

Gefeiert wirdam Sonnabend, 24. August, ab 18 Uhr am höchstgelegenen Steinkreis in direkter Nachbarschaft zum Wohngebiet Barkenkamp II. Hier gibt es für von weither anreisende Gäste Parkmöglichkeiten, hiesige Freunde werden gebeten, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen.

Die Organisatoren rechnen mit 50 bis 70 Gästen. Für Speisen (Domäne Fredeburg), Getränke und Geräusche („unplugged“ Live-Musik) ist gesorgt. Bei Anbruch der Dunkelheit sollen wie vor fünf Jahren einige Lichter angezündet werden.

Weitere Informationen zum Baumpark und dem Freundeskreis finden Interessierte im Internet unter der Adresse www.fk-baumpark-rz.de.

Die Anzahl der Bäume war vor zehn Jahren auf 300 festgelegt worden – „nach einem ausgeklügelten Konzept durch den Landschaftsplaner und die Ökumenische Stiftung“, so Hartmann. Die Bäume sollten von Einzelpersonen, Familien, Verbänden oder Firmen gestiftet werden (und wurden es auch). Der Name des Stifters und auf Wunsch auch der Anlass der Pflanzung wurden auf kleinen Tafeln an den Bäumen verewigt.

„Hierdurch wird die Verbundenheit mit den Bäumen gezeigt“, sagt Hartmann, die auch noch für nachfolgende Generationen nachvollziehbar bleibe. Wie im Falle von Rima und Jonas Ruschkies. „Wenn unsere Enkel uns besuchen kommen, gehen wir immer zu den beiden Bäumen. Dann umarmen wir sie und zeigen so unsere Liebe zu ihnen“, sagt Rima Ruschkies. Ein Teil der Energie gehe dann von den Bäumen auf ihre Paten über.

Von Joachim Strunk

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