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Lauenburg Ratzeburger Dom mit neuem Dach und glänzendem Hahn
Lokales Lauenburg Ratzeburger Dom mit neuem Dach und glänzendem Hahn
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20:37 15.08.2019
Restaurierte Wetterhähne sind wieder auf dem Turm des Ratzeburger Doms. Domprobst Gert-Axel Reuß mit Hahn. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Ratzeburg

Die beiden goldfarbenen Wetterhähne wurden auf Hochglanz poliert. Monatelang prangten sie nicht über dem Ratzeburger Wahrzeichen. Sie wurden aufwendig in der Werkstatt von Restaurator Peter Eingrüber aufgearbeitet und abschließend vergoldet. Das Dach musste saniert werden, und bei der Gelegenheit wurden auch die Lager der Hähne erneuert. Mit einem feierlichen Richtfest nebst Gottesdienst sind nun als Schlusspunkt der Sanierung die Wetterhähne am Domhelm montiert worden.

Ein historischer Moment

„Es ist sicher ein historischer Moment, denn wir hoffen, dass das Dach die nächsten 100 oder sogar 200 Jahre dichthält, so dass wir nicht wieder nach oben müssen“, erklärte Domprobst Gert-Axel Reuß. Zu den Kosten könne er nur vorläufige Auskünfte geben, da die Maßnahme noch nicht abgeschlossen und noch nicht endabgerechnet sei. Das Land Schleswig-Holstein stellt als Kirchenpatron jedes Jahr Bauunterhaltungsmittel für den Erhalt des Doms zur Verfügung. Im Jahr 2018 seien es 133 400 Euro gewesen. Zusätzlich hat das Land im Jahr 2018 eine Summe von 250 000 Euro für die Sanierung des Turmdachs und der Maueranker zur Verfügung gestellt.

Die im Sommer 2018 begonnene Sanierung des Ratzeburger Doms sollte eigentlich schnell abgeschlossen sein. Acht bis zwölf Wochen schätzte der zuständige Architekt damals. Lockere Dachverkleidungselemente in einer Höhe von 36 bis 48 Metern sollten erneuert werden und vor Sturm geschützt werden. Die einzelnen Dachelemente sind etwa 40 Zentimeter breit und vorgekantet. An Ort und Stelle, also in Höhe von 36 bis 48 Metern bis zum First mussten sie dann noch gefalzt und miteinander verbunden werden. Die unangenehme Überraschung bei den Sanierungsarbeiten: Bei der Eindeckung des Domhelms entdeckte man, dass große Teile des Mauerwerks marode waren. Schnell war klar: Das wird teuer.

Im Turm brütete ein Uhu-Paar

„Ein mittelalterlicher Stein kostet zwischen zehn und 20 Euro. Und natürlich können wir jede Spende gebrauchen und sind dankbar, für alles, was wir schon bekommen haben“, sagt Reuß. Die Domkirchengemeinde hat in 2018 zunächst einen Betrag von 76 000 Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung gestellt und in 2019 beschlossen, einen Kredit in Höhe von 150 000 Euro aufzunehmen, um weitere Kosten zu finanzieren. „Zu den Mehrkosten ist es gekommen, weil die Schäden am Domturm größer sind, als wir erwartet haben“, erklärt Reuß. Außerdem seien bei der Sanierung Vorgaben des Naturschutzes zu berücksichtigen, was den Bau verzögert habe. Im Domturm brütet ein Uhu-Paar. Und im Jahr 2019 seien in dessen Nest auch drei Junge geschlüpft.

Zeitkapsel gefunden

Die letzte Grundsanierung des Doms erfolgte in den späten 50er und frühen 60er Jahren. Die jetzt abgeschlossene Turmsanierung wurde unter der Leitung des Landes Schleswig-Holstein, dem Patron des Doms, ausgeführt, für Entwurf und Projektleitung ist das Gebäudemangement Schleswig-Holstein verantwortlich. Unter einer der Kugeln, die den Wetterhahn tragen, fand die Kirchengemeinde eine Zeitkapsel aus dem Jahre 1952 oder 1953. Leider waren darin nur noch ein nasser Haufen Papier und etwas Ton zu finden. Denn sie war im Laufe der Jahre geplatzt und verwittert.

Ein Bauforscher kartiert die Wandflächen

„Auch das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, was die Standzeit des Gerüsts verlängert“, berichtet Reuß. Ein Bauforscher ermittelt nun den Schaden. Eine Kostenschätzung für die gesamte Sanierung der Mauern liegt jedoch noch nicht vor. In einem ersten Schritt ist das Mauerwerk kartiert worden, berichtet der Domprobst. Jetzt können die Schäden in eine Karte der Wandflächen eingetragen werden. In einem zweiten Schritt ermittelt gerade ein Bauforscher den Schaden und das Alter der Steine, die ausgetauscht werden müssen. Das sei eine Herausforderung, weil es sich am Domturm ja um Steine und Mörtel aus vergangenen Jahrhunderten handele.

„Erst danach kann man die Kosten der Sanierung abschätzen“, erklärt Reuß. Der Ratzeburger Dom hat am Dach übrigens seine typisch grüne Kupferpatina verloren. Das den Einheimischen und Besuchern vertraute Grün der übrigen Dachflächen wird sich erst nach etlichen Jahren wieder einstellen. So wird es auch damals im 12. Jahrhundert gewesen sein, als die imposante Kirche gebaut wurde.

Stationen des Baus und des Richtfestes am Ratzeburger Dom.

Gäste des Richtfestes waren unter anderem Landrat Dr. Christoph Mager und der ehemalige Bürgermeister Rainer Voß sowie sein Nachfolger Gunnar Koech. „Ich bin froh, dass wir es erleben dürfen und fühle mich geehrt. Ich bin der Bürgermeister, der das in seiner Amtseinführung erlebt“, sagt Koech beim Richtfest. „Wir sehen den Baufortschritt und können die Kirchengemeinde nur dafür loben, dass sie sich der Aufgabe der Sanierung so gut stellt“, erklärte Bürgervorsteher Ottfried Feußner.

Von Florian Grombein

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