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Lauenburg Ratzeburger kämpft mit sauberem Wasser gegen Cholera
Lokales Lauenburg Ratzeburger kämpft mit sauberem Wasser gegen Cholera
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20:31 20.11.2013
Mitarbeiter des THW schließen am Mittwoch eine Rohrleitung an der Trinkwasseranlage in Santa Fe auf der philippinischen Insel Bantayan an. Der Taifun zerstörte Teile der Infrastruktur. Quelle: DPA, THW/hfr
Ratzeburg

Strommasten sind umgeknickt, Wasserleitungen beschädigt — nach dem Taifun Hayan haben die Menschen nicht nur ihr Obdach verloren. Auch die Basisinfrastruktur hat gelitten. Deshalb sind die THW-Trinkwasserexperten mit Hochdruck bei der Arbeit. Gesundheitsorganisationen fürchten nämlich eine Ausbreitung von Cholera, Thyphus und Ruhr im Katastrophengebiet. Andreas Häcker aus Ratzeburg und seine Kollegen haben jetzt den ersten Erfolg verbucht. In der Stadt Santa Fe eröffneten sie am gestrigen Mittwochnachmittag (Ortszeit) eine Zapfstelle, von der aus 30 000 Menschen versorgt werden sollen.

„Unsere Stimmung ist den Umständen entsprechend gut. Wir spüren die große Dankbarkeit der Menschen“, erklärte Häcker im Telefongespräch mit den LN. Die Trinkwasserpreise im philippinischen Handel hätten sich mittlerweile verdoppelt. Zum zweiten Mal feierte der freiwillige Helfer des THW-Ortsvereins Ratzeburg seinen Geburtstag nun während eines Einsatzes im Ausland. Die Kameraden überraschten den nunmehr 52-Jährigen bereits am Freitag mit einem Kuchen.

„Heute war unser bisher schönster Tag“, sagte auch Georgia Pfleiderer, Sprecherin des THW gestern im LN-Interview. Zusammen mit Häcker und anderen Kollegen durfte sie das erste frische Wasser an die bedürftigen Menschen ausgeben.

Mit dem Megaphon informierte der Bürgermeister Santa Fes die Bevölkerung. „Jede Familie erhält ab sofort 40 Liter Trinkwasser pro Tag“, sagte Pfleiderer. Nach der Durchsage des Bürgermeisters bildete sich schnell eine Schlange an der Abgabestelle. Das aufbereitete Wasser kann zum Trinken, Kochen und für die Körperhygiene verwendet werden.

Das kühle Nass für die Aufbereitung wird von einem drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt gelegenen Brunnen zur Aufbereitungsanlage geleitet. Die Verbindung unterschiedlicher Rohrsysteme ist dabei eine sehr große Herausforderung. Die Anlage liefert 6000 Liter pro Stunde. Bevor das Wasser ausgegeben wird, muss es im THW-Labor untersucht werden.

Unterdessen baut ein zweites THW-Team in Guiuan auf der Insel Samar ein Basiscamp auf. Der Einsatz des THW wird durch das Auswärtige Amt finanziert.

Seuchen lauern im Trinkwasser
Nach dem Taifun auf den Philippinen droht die Ausbreitung von Seuchen durch Verschmutztes Trinkwasser und fehlende sanitäre Anlagen.


Typhus wird durch verunreinigtes Wasser und Speisen übertragen. Die Symptome reichen von Magenverstimmung bis zu extremem Fieber.


Ruhr ist eine Darminfektion. Die Krankheit geht mit Mattigkeit, Frösteln und völligem Mangel an Appetit einher. Fliegen spielen eine besonders gefährliche Rolle als Überträger.


Cholera ist eine schwere Durchfallerkrankung mit massivem Flüssigkeitsverlust. Menschen stecken sich durch schmutziges Trinkwasser an.

Florian Grombein

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