Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Bürgermeister fordert Respekt für Retter
Lokales Lauenburg Bürgermeister fordert Respekt für Retter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:59 12.01.2019
Michael Merkelbach (rechts) als Jugendwart und Markus Bobrowski als sein Stellvertreter wurden neu in ihre Ämter gewählt. Quelle: TIMO JANN
Ratzeburg

Klare Ansage von Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß bei der Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ratzeburg: Voß bezeichnete die Diskussion der Politiker über den von der Feuerwehr erstellten Feuerwehr-Bedarfsplan als „unterirdisch“. Feuerwehrleute hatten das Strategiepapier nach Vorgaben des Landesfeuerwehrverbandes erstellt. Ergebnis: In der Vorstadt wird eine zweite Wache benötigt. Ratzeburgs Politiker bezweifelten die Kompetenz der Feuerwehrleute und gaben für fast 7000 Euro ein Gutachten in Auftrag. „Das Geld hätte man lieber in die Ausstattung der Feuerwehr stecken sollen“, so Voß verärgert.

Ungewöhnlich klare Worte für einen Verwaltungschef. Doch nach seiner Ankündigung, nicht noch einmal zu kandidieren, fällt es Ratzeburgs Verwaltungschef anscheinend leicht, für „seine“ Feuerwehr in die Bresche zu springen. Denn wenn die Retter in der Vorstadt einmal nicht adäquate Hilfe, wie sie das Brandschutzgesetz fordert, leisten kann, ist der Bürgermeister als Dienstherr in der Verantwortung. „Wir brauchen in der Vorstadt eine zweite Wache“, so Voß. Ein Stellplatz beim Technischen Hilfswerk sei nur ein Provisorium.

Auch Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz wurde in der Sache vor mehr als 100 Aktiven und Gästen in der Wache an der Robert-Bosch-Straße deutlich. „Es ist sehr schade, dass unser Feuerwehrbedarfsplan in der Politik keine Zustimmung gefunden hat“, so Nimtz. Die zweite Wache sei der geografischen Insellage der Stadt geschuldet. Die Übergangslösung sei „nicht mehr akzeptabel“, so Nimtz, der unter anderen auch Bürgervorsteher Ottfried Feußner, den neuen Polizeirevierleiter Dirk Seeger und Kreiswehrführer Sven Stonies als Gäste begrüßen konnte.

Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz fordert in der Vorstadt eine zweite Wache. das aktuelle Provisorium sei unakzeptabel. Quelle: TIMO JANN

2018 fuhr die Feuerwehr Ratzeburg von allen 128 Wehren im Herzogtum die meisten Einsätze. 415 Mal rückten die 77 Frauen und Männer der Wehr aus, 66 Mal davon zu überörtlicher Hilfe. 123 Menschen konnten gerettet werden. 2007 waren es noch 130 Einsätze gewesen. Nimtz dankte ausdrücklich den Arbeitgebern der Retter, die sie bei Einsätzen vom Arbeitsplatz ziehen lassen würden. Der Wehrführer mahnte aber auch an, dass man die Arbeit der Feuerwehrleute in der Gesellschaft nicht mehr wie aktuell als Selbstverständlichkeit sehen dürfte. „Es ist eine gigantische Zahl an Einsätzen, die uns Ehrenamtlichen abverlangt wird“, sagte Nimtz. Er brachte auch einen „Anerkennungsbetrag“ ins Spiel. Fünf Euro pro Alarm sollten die Retter bekommen, wenn sie dabei sind. Um Fahrtkosten oder zusätzliche Wäschen bezahlen zu können. „Es kann nicht sein, dass wir bei unserem Engagement noch Geld mitbringen müssen“, so Nimtz. Geesthacht beispielsweise zahlt so eine Prämie bereits.

Voß bekräftigte das, man müsse sich Lösungen suchen, um die wahrscheinlich weiterhin steigenden Einsatzzahlen leisten zu können. Für 2020 kündigte er die Indienststellung eines modernen Löschgruppenfahrzeugs an, noch n diesem Jahr soll neue Schutzbekleidung inklusive neuer Helme für mehr als 200.000 Euro beschafft werden. „Es kann auch nicht sein, dass wir im Digitalzeitalter mit Oldtimern ausrücken“, spielte Nimtz auf 20 und 25 Jahre alte Fahrzeuge an. Einerseits würden viele teure Reparaturen anfallen, andererseits sei die Technik nicht stehen geblieben und man müsse mit der Zeit gehen.

Timo Jann

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Verheerende Explosion einer Kartusche mit Feuerzeuggas am Freitagabend in Geesthacht: Einsatzkräfte evakuierten das Wohnhaus und ein Nachbargebäude.

11.01.2019

Die Schwarzenbeker Politik hatte eigentlich beschlossen, die stadteigene Grundschule und die Grundschule des Schulverbandes Nordost zusammenzulegen. Nun gibt es Widerstand – auch aus der Politik.

11.01.2019

Erfolgreiche Fledemauszählung: Nabu landesweit betrachtet mit den aktuellen Vorkommen der Fledermäuse zufrieden. Immerhin ist trotz aller Befürchtungen der Rückgang bei der Population nicht spürbar.

11.01.2019