Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Resolution für Erhalt der Fähre Siebeneichen
Lokales Lauenburg Resolution für Erhalt der Fähre Siebeneichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:15 03.12.2014
Carmen Niklas, Vorsitzende des Fördervereins Fähre Siebeneichen, überreichte eine Liste mit 1260 Unterschriften zum Erhalt der Fähre an Amtsvorsteher Martin Voß. Quelle: Jens Burmester
Siebeneichen

Wie geht es weiter mit der Fähre über den Elbe-Lübeck-Kanal? Dass die Fähre im Bewusstsein der Bevölkerung einen absolut hohen Stellenwert besitzt, stellten die Gemeindevertreter Siebeneichens in der Vergangenheit öfter fest. Auf einer Facebookseite solidarisierten sich viele Bürger mit dem Fährprojekt. Künstler engagierten sich. Allein beim Kultursommer am Kanal haben rund 3000 Gäste die Fähre benutzt. 50 000 Euro kostet der Betrieb jährlich. Ob die Summe in Zukunft zusammen kommen wird, ist jedoch noch immer nicht klar. Aus einer Resolution, die in der jüngsten Gemeinderatssitzung verabschiedet wurde, geht zumindest hervor, dass man in der Gemeinde hoch erfreut ist über die große Anzahl von Solidaritätsbekundungen im Bezug auf den langfristigen Erhalt der historischen Seilzugfähre über den Kanal zwischen Siebeneichen und Fitzen. Jetzt gibt es jedoch steuerliche Probleme.

„Die Erträge der Stiftung sind rückläufig schon auf Grund der niedrigen Zinsen. Das reicht nicht zur Deckung der Betriebskosten“, erklärt Kreissprecher Karsten Steffen. Schaue man auf die Lebensdauer der Fähre, die demnächst zum Tüv muss, müsse man eventuell das Stiftungskapital angreifen, so Steffen. Näheres werde man nach der Sitzung des Kreisinnenausschusses am kommenden Montag wissen, der die Problematik im nichtöffentlichen Teil beraten will. Da die Fähre sich nicht aus den Einnahmen des Betriebes finanzieren kann, wurde eine Stiftung gegründet. Derzeit beruht die Gemeinnützigkeit der Stiftung auf dem touristischen Hintergrund (Förderung der Heimatpflege). Das aber wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Offenbar reicht der touristische Hintergrund als Zweck für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit nicht aus. Stünde hier der Erhalt eines kulturellen, historischen und technischen Denkmals im Vordergrund, könnte es für die Anerkennung reichen.

„Die vielfältigen und oft kreativen Formen der Unterstützung zeigen, dass die Fähre im Bewusstsein der Bevölkerung einen hohen Stellenwert besitzt“, heißt es in der Resolution. Und Siebeneichens Bürgermeister Karl-Heinz Weber stellt fest: „Als besonders erfreulich empfinden wir die Tatsache, dass sich nicht nur Personen aus der näheren Umgebung, sondern auch Gäste von außerhalb für den Erhalt der Fähre einsetzen.“ Der Gemeinderat hat in seiner Resolution geschrieben, dass die Fähre nicht nur als einzigartiges technisches Denkmal geschätzt werde, sondern auch eine wesentliche touristische Attraktion für das Herzogtum Lauenburg und das Amt Büchen darstelle. Für den Erhalt der Fähre werden auch Unterschriften gesammelt, die Amtsvorsteher Martin Voß während der Amtsausschusssitzung entgegen nahm.

In der Resolution stellen die Gemeindevertreter fest, dass auch seitens des Kreises erste Signale hinsichtlich einer Weiterführung des Fährbetriebes über 2015 hinaus erkennbar wurden. Alle Fraktionen hätten öffentlich ihren Willen zur Unterstützung der Fähre bekräftigt und die ursprünglich für dieses Jahr geplante Kündigung des Vertrages verschoben. Es bleibe zu hoffen, dass auch der Amtsausschuss seine ablehnende Haltung zum Weiterbetrieb der Fähre revidiere.

Jens Burmester

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!