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Lauenburg Retten Flüchtlinge die Zukunft des Handwerks?
Lokales Lauenburg Retten Flüchtlinge die Zukunft des Handwerks?
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19:20 21.01.2020
Kreishandwerksmeister Markus Räth begrüßte fast 100 Gäste beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft in Lütau. Quelle: Holger Marohn
Lütau/Ratzeburg

Schon früh in der Flüchtlingsherausforderung hatte sich das Handwerk zu seiner Verantwortung für die Situation bekannt. Aber auch die Chancen wurden immer wieder betont, die in dem Zustrom für die vom Fachkräftemangel und ausbleibenden Auszubildenden betroffenen Betriebe liegen. Vier Jahre nach dem Beginn des verstärkten Zustroms kommen jetzt immer mehr junge Menschen als Lehrlinge in den Handwerksbetrieben an.

Immer mehr Flüchtlinge im Handwerk

„Das Handwerk hat geliefert“, sagte Kreishandwerksmeister Markus Räth während des Neujahrsempfanges der Kreishandwerkerschaft in Lütau. Zur Zeit seien 68 Ausbildungsplätze mit Ausländern vor allem aus den typischen Flüchtlingsstaaten wie Syrien, Afghanistan, Irak, Iran und Eritrea besetzt. Angesichts einer identischen Gesamtzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr bedeute das, dass die Zahl der Lehrlinge ohne die jungen Flüchtlinge rückläufig gewesen wäre und die Probleme der Betriebe bei der Besetzung von Lehrstellen noch größer gewesen wären, so Räth.

Und die Zahl der Flüchtlingsazubis steigt stetig. Wurden 2016 zunächst zehn junge Menschen mit Flüchtlingsstatus ausgebildet, seien es 2018 in allen Ausbildungsjahren schon 60 gewesen. Inzwischen haben die ersten ihre Ausbildung bereits abgeschlossen. 2018 gab es in allen Lehrjahren zusammen 919 Auszubildende. Ein Jahr zuvor waren es noch 955 junge Menschen.

Politik muss Rahmenbedingungen schaffen

Gelöst sei das Problem mit dem Nachwuchsproblem bei den Fachkräften im Handwerk damit jedoch noch nicht. „Die Stagnation bei der Gesamtzahl der Auszubildenden muss uns angesichts es demografischen Wandels mit Sorge erfüllen, denn der Fachkräftemangel wird weiter steigen“, warnte Räth und forderte verstärkte Anstrengungen. Auch wenn das eingeleitete Fachkräfteeinwanderungsgesetz ein richtiger Schritt sei, werden dadurch dem Handwerk nicht kurzfristig wesentlich Fachkräfte zugeführt werden, so Räth.

Die Politik sei gefordert, dem Handwerk die nötigen Rahmenbedingungen zu geben, damit die Betriebe auch künftig jungen Menschen eine Perspektive in der Berufsausbildung geben könnten. Das Handwerk werde nichts unversucht lassen, versprach Räth.

Erfolgreiche Lehrlinge

Dass das lauenburgische Handwerk nicht nur umfangreich, sondern auch gut ausbildet, zeigen die Ergebnisse bei den Leistungswettbewerben der Lehrlinge auf Landesebene. Mit Stahlbetonbauer Maximilian von Buch von der Firma Meier aus Schwarzenbek, Fleischer Tim Stumpf von der Firma Andreas Dreymann aus Ahrensburg und Kosmetikerin Luisa Pataccoli vom Friseurmeisterbetrieb Birga Wieting aus Ratzeburg sicherten sich gleich drei Lehrlinge von Betrieben aus der Region einen Landessieg.

Hinzu kamen mit Kosmetikerin Lena Bobzin (ebenfalls Betrieb Wieting) und Dachdeckerin Sabrina Alena Jung vom Betrieb Thomas Eissing aus Reinfeld zwei Vize-Landessiegerinnen. Dritte Plätze gab es für Elektroniker Jan Berling (Elektrotechnik Ohle und Orlowski aus Schulendorf), Kfz-Mechatroniker Alexander Ried (Betrieb Thomas Degen aus Dassendorf) und Zimmerer Caspar Villnow (Zimmerei André Junghans aus Bäk).

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Von Holger Marohn

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