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Lauenburg Lauenburgische Retter für den Katastrophenfall vorbereitet
Lokales Lauenburg Lauenburgische Retter für den Katastrophenfall vorbereitet
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13:08 23.03.2020
Helfer des Katastrophenschutzes würden im Ernstfall bei einer extremen Ausbreitung des Corona-Virus in der FTZ in Elmenhorst einen zentralen Logistikpunkt einschließlich Verpflegung aufbauen.
Helfer des Katastrophenschutzes würden im Ernstfall bei einer extremen Ausbreitung des Corona-Virus in der FTZ in Elmenhorst einen zentralen Logistikpunkt einschließlich Verpflegung aufbauen. Quelle: TIMO JANN
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Elmenhorst

Das Corona-Virus breitet sich weiterhin ungebremst aus – und die ersten Einheiten des Katastrophenschutzes bereiten sich deshalb auf die sehr wahrscheinlich drohende Ausnahmesituation vor. Auf dem Gelände und in den Hallen sowie Schulungsräumen der Feuerwehrtechnischen Zentrale ((FTZ) wurde am Sonnabend getestet, wie dort ein zentraler Logistikpunkt für die Einheiten organisiert und eingerichtet werden könnte.

„Wir wollen testen, wir hier die Voraussetzungen sind. Wir haben natürlich einen Plan auf dem Papier, aber wir wollen auf den Ernstfall vorbereitet sein und dann nicht kurzfristig improvisieren müssen“, erkläre Stefan Fehrmann, der Geschäftsführer des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Schwarzenbek. Unter seiner Regie wird der Logistikpunkt koordiniert. Mit dabei sind auch Helfer des DRK Börnsen sowie von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Lauenburg und Ratzeburg. Zuletzt waren die Katastrophenschutzeinheiten in richtig großer Struktur während des Elbe-Hochwassers 2013 im Einsatz, doch viele kleinere Einsätze laufen regelmäßig. Die FTZ liegt kreisweit in der Mitte, sodass der Standort prädestiniert für einen zentralen Logistikpunkt wäre. „Wir stellen hier zunächst nur die Infrastruktur zur Verfügung, würden bei Bedarf mit unserer Schirrmeisterei aber auch bei Reparaturen oder anderen Dingen helfen“, sagte Sven Minge, der Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes, der die FTZ betreibt. Der Ausbildungsbetrieb dort wurde vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes bereits ausgesetzt, die Besuchszeiten in der FTZ eingeschränkt. Minge: „Ziel ist es, einsatzbereit zu bleiben.“

Sven Minge (rechts) und Stefan Fehrmann sind zuversichtlich, dass die Infrastruktur in Elmenhorst funktionieren würde. Quelle: TIMO JANN

Auf dem Gelände würde wohl eine Einbahnstraßenregelung eingeführt werden, schätzt Minge, so ließen sich An- und Abfahrten organisieren. In den Schulungsräumend es dritten Bauabschnitts würden Feldbetten für die Helfer aufgebaut werden, in der Atemschutzübungsbereich stünden ihnen Sanitärräume zur Verfügung. Das Technische Hilfswerk (THW) hat Zelte aufgebaut, die als Materiallager dienen könnten. In einer Fahrzeughalle hätten drei mobile Feldküchen Platz. Fehrmann: „Hier könnten wir mit 20 Helfern für 600 Menschen die Verpflegung sicherstellen.“ Die wäre nicht nur für Helfer gedacht, sondern auch, sollte es beispielsweise in Altenheimen oder Pflegeeinrichtungen zu Ausfällen kommen.

Helfer des Katastrophenschutzes würden im Ernstfall bei einer extremen Ausbreitung des Corona-Virus in der FTZ in Elmenhorst einen zentralen Logistikpunkt einschließlich Verpflegung aufbauen. Quelle: TIMO JANN

Am Sonnabend wurde der Probeaufbau der Technik genutzt, um sich untereinander abzustimmen, damit dann bei Bedarf alles reibungslos läuft. „Das zeigt, dass wir wie gewohnt organisationsübergreifend zusammenarbeiten“, berichtete Minge.

Helfer des Katastrophenschutzes würden im Ernstfall bei einer extremen Ausbreitung des Corona-Virus in der FTZ in Elmenhorst einen zentralen Logistikpunkt einschließlich Verpflegung aufbauen. Quelle: TIMO JANN

Von Timo Jann