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Lauenburg Sensationeller Fund in der Walgrube: Grabungsteam entdeckt Riesenhai
Lokales Lauenburg Sensationeller Fund in der Walgrube: Grabungsteam entdeckt Riesenhai
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13:22 05.05.2019
Sensationeller Fund in der Groß Pampauer Walgrube: das Grabungsteam entdeckte einen Riesenhai. Quelle: Timo Jann
Groß Pampau

Damit hatte niemand gerechnet: In der Tongrube bei Groß Pampau wurden Knochen eines Riesenhais gefunden. Wolfgang Höpfner, der Bruder von Gerhard Höpfner, dem Leiter der Grabung, war zunächst nur auf eine kleine Verfärbung im grau-schwarzen Ton gestoßen. bei näherer Betrachtung legte er einen zersplitterten Wirbel frei. der gehörte nicht zu einem Wal, wie schon öfters in Groß Pampau, sondern zu einem Hai. Genauer zu einem Riesenhai.

„Das Tier dürfte nach Einschätzung von Experten gut zehn Meter lang gewesen sein“, berichtete Gerhard Höpfner am Sonntag bei der Präsentation des Fundes. Landtagspräsident Klaus Schlie war dafür eigens nach groß Pampau gekommen. Der Riesenhai hatte vor etwa elf Millionen Jahren in der Ur-Nordsee gelebt.

Sensationeller Fund in der Groß Pampauer Walgrube: das Grabungsteam entdeckte einen Riesenhai. Das Material muss aus dem Ton ausgeschlämmt werden. Quelle: Timo Jann

1000 Zähne anderer Haifische freigelegt – sie hatten den Kadaver verspeist

„Eine Besonderheit ist, dass sich an dem Kadaver, nachdem der Riesenhai gestorben war, vermutlich ganz viele andere Haiarten satt gegessen hatten. Sie fanden quasi einen gedeckten Tisch vor“, so Gerhard Höpfner.

Das Grabungsteam legte in mühevoller Arbeit fast 1000 Zähne anderer Haifische frei. Dazu wurde der Ton aus dem Umfeld des Fundes mit Wasser ausgespült und gesiebt. In Sieben mit 0,2 Millimeter Durchmesser, denn auch Plankton konnte so gesichert werden. „Wir können hier die Ur-Nordsee wieder lebendig machen, denn wir wissen, was dort damals gelebt hat“, sagte Gerhard Höpfner.

Andreas Malchow, Wolfgang Höpfner und Uwe Havekost (von links) machten mit ihrem Team den sensationeller Fund in der Groß Pampauer Walgrube: Das Grabungsteam entdeckte einen Riesenhai. Quelle: Timo Jann

Gibt es ein Landesmuseum für die Funde aus Groß Pampau?

Schlie zeigte sich begeistert und kündigte an, sich für den Wunsch des Grabungsteams nach einem Landesmuseum zu engagieren. Denn das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck hat keinen Platz, alle Funde aus Groß Pampau adäquat zu präsentieren.

Sensationeller Fund in der Groß Pampauer Walgrube: das Grabungsteam entdeckte einen Riesenhai. Grabungsleiter Gerhard Höpfner (links) stellte Landtagspräsident Klaus Schlie den Fund vor. Quelle: Timo Jann

So gehen die Forscher bei der Ausgrabung vor

„Wir graben den Ton bis auf eine bestimmte Höhe weg, das ist dann sozusagen Abraum. Aber darunter ist die Fundschicht, in der die Knochen zu finden sind. Die wird nicht als Abraum entsorgt, sondern separat gelagert und danach durch unser Team geschlämmt“, erklärt Andreas Malchow vom Grabungsteam das Vorgehen.

Über eine Motorpumpe wird Wasser zur Ausgrabungsstelle gepumpt und über Schläuche in eine Maurerbütt geleitet. In diese mit Wasser gefüllte Bütt werden die Tonklumpen hineingeschaufelt. Malchow: „Unter laufendem Wasser wird der Ton in der Bütt ständig händisch im Wasser verrührt, sodass sich die Tonmineralien lösen und enthaltende Kleinteile freigeben.“

Die Bütt steht so, dass das überlaufende Wasser in ein großes Sieb läuft und so geht nichts aus dem Material verloren geht. „Es ist mühsam, aber es lohnt sich. Denn Arten können so ganz genau bestimmt werden und wir bekommen Aufschluss über das, was sich hier einst zugetragen hat“, erklärt Gerhard Höpfner.

Sensationeller Fund in der Groß Pampauer Walgrube: das Grabungsteam entdeckte einen Riesenhai. Hier dessen Wirbel. Quelle: Timo Jann

Nachkommen des Riesenhais leben auch heute noch in den Meeren

Der Riesenhai, der noch heute in den Meeren zuhause ist, gilt als friedlicher Filtrierer. Er hat im Maul Reusenhaken und sogenannte Oralzähne. Damit bleiben die Plankton und Kleinstlebewesen im Maul hängen.

Sensationeller Fund in der Groß Pampauer Walgrube: das Grabungsteam entdeckte einen Riesenhai. Hier dessen Reusenhaken. Quelle: Timo Jann

Timo Jann

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