Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Stadtmühle Mölln ist Kulturdenkmal
Lokales Lauenburg Stadtmühle Mölln ist Kulturdenkmal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 20.10.2018
Mölln ist um ein Kulturdenkmal reicher: Die Historische Stadtmühle, erbaut 1865, steht nun zusammen mit dem Mühlengraben, dem Mühlenwehr, dem gepflasterten Hof und dem Gusseisengeländer als Sachgesamtheit unter besonderem Denkmalschutz. Quelle: Lennard Schröder
Mölln

Neben Nicolai Kirche, Rathaus und Wasserturm ist sie eines der markantesten Gebäude Möllns: Die Stadtmühle am Mühlenplatz. Nun wird das gesamte Ensemble um das historische Gebäude durch die Eintragung in die Liste der Kulturdenkmale Schleswig-Holsteins besonders geschützt. Dieser Schritt folgt einer Änderung des Denkmalschutzgesetzes von 2015.

Die historische Stadtmühle in Mölln steht schon länger unter Denkmalschutz. Doch war sie unter dem Denkmalschutzgesetz vor dem Jahr 2015 nur als „einfaches Kulturdenkmal“ geschützt. „Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes wurden alle Kulturdenkmale erneut überprüft“, erklärt Jessica Hänsel, Projektmitarbeiterin beim Landesamt für Denkmalpflege, das Vorgehen. „Neu ist nun, dass auch die Sachgesamtheit der Kulturdenkmale mit berücksichtigt wird.“ Das Mühlenwehr und das Gusseisengeländer waren vor 2015 ebenfalls „einfache Kulturdenkmale“. Jetzt sind sie zusammen mit der Stadtmühle, dem gepflasterten Hof und dem Mühlengraben als Kulturdenkmal geschützt. Weitere Sachgesamtheiten sind im Herzogtum Lauenburg beispielsweise der Domhof in Ratzeburg oder die Palmschleuse in Lauenburg.

Möllner Wappen erstrahlt in neuem Glanz

Der heutige Zustand der Mühle besteht erst seit einer aufwendigen Sanierung in den Jahren 1992/93. Seitdem wird die Stadtmühle als Wohn- und Bürogebäude genutzt. Matthias Esche, ehemaliger Geschäftsführer von Bavaria Film und Bewohner der historischen Mühle, erinnert sich an die Sanierung: „Im ersten Stock lagen nur die Holzdielen, in dem Zustand waren die Räume nicht zu vermieten.“ Mit viel Aufwand wurden sowohl die Räume mit knapp 1000 Quadratmetern Fläche als auch die Fassade mit dem für Mölln prägenden Mühlenwappen an der Nordseite renoviert. Dabei wurde besonders Wert auf mit dem Denkmalschutz verträgliche Arbeiten gelegt. „Einen Fahrstuhl für bessere Barrierefreiheit konnten wir wegen des Denkmalschutzes nicht einbauen“, sagt Esche. Auch ein Wasserrad zur Stromerzeugung durfte nicht eingebaut werden.

Dr. Matthias Esche freut sich über die Anerkennung der Sachgesamtheit Stadtmühle als Kulturdenkmal. Er wünscht sich, dass nun auch der Mühlenplatz optisch aufgewertet wird. Quelle: Lennard Schröder

Nach der Sanierung siedelte sich im Erdgeschoss ein Gastronomiebetrieb an, ins Dachgeschoss zog der an der Renovierung beteiligte Architekt Thomas Schröder-Berkentien. „Auch ein Turmfalke wohnt hoch oben am Giebel unter dem Dach“, erzählt Esche weiter. Statt der Gastronomie befinden sich mittlerweile im Erdgeschoss Büroräume. Nach dem Wegzug des Architektenbüros nach Lübeck fand die Lokalredaktion der Lübecker Nachrichten in der Mühle ihr neues Zuhause. Mit dem Einzug der Redaktion im Jahre 1999 entstand auch der markante Schriftzug an der Außenfassade.

Gebäude mit prägendem Charakter

Dr. Matthias Esche wünscht sich nach der Anerkennung der Sachgesamtheit Stadtmühle als Kulturdenkmal auch eine optische Aufwertung des Mühlenplatzes: „Ein Brunnen oder eine Anpflanzung würde dem grauen Platz und dem Denkmal Stadtmühle guttun.“ Auch mehr Sitzgelegenheiten würden den Mühlenplatz gerade auch für Touristen attraktiver machen. „Ein Kulturdenkmal steht unter Umgebungsschutz“, sagt dazu Jessica Hänsel vom Landesamt für Denkmalpflege. „Alle Veränderungen müssen in Absprache passieren und von Fall zu Fall entschieden werden“, so Hänsel weiter. Das hieße aber nicht, dass rein gar nichts verändert werden dürfe. Alle Beteiligten freuen sich über die Anerkennung der Sachgesamtheit Stadtmühle als Kulturdenkmal und hoffen, den guten Zustand des Gebäudes mit stadtbildprägender Wirkung noch lange zu erhalten.

Backsteingebäude mit langer Geschichte

Die Ursprünge der Möllner Stadtmühle lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Mühle wurde im Jahr 1278 erstmals urkundlich erwähnt und war seitdem von großem wirtschaftlichen Interesse für die Stadt Mölln. Im Jahr 1864 folgte der Abriss der baufälligen Mühle und es begann der Bau der heutigen Mühle an gleicher Stelle, die bis 1958 in Betrieb war.

Während des zweiten Weltkriegs diente der Mühlenkeller als Luftschutzraum für die Nachbarschaft. Von Schäden durch den Krieg weitestgehend verschont, wurde die Mühle mit Kriegsende von britischen Besatzungstruppen für fast neun Monate beschlagnahmt. Ab 1975 stand die Mühle für sechs Jahre leer.

Lennard Schröder

Lauenburg soll eine Ortsumgehung bekommen. Doch der Weg bis zu einer Entlastung der Bürger ist noch lang. Denn erst einmal muss geklärt werden, wo die Umfahrung die wenigsten Nachteile für die Umwelt hat.

20.10.2018

Nun ist es auch offiziell. Die Polizeiwache im ehemaligen Gebäude der Kreissparkasse ist am Freitagnachmittag vom Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg, Jürgen Funk, eingeweiht worden.

19.10.2018
Lauenburg Anna Lina in kritischem Zustand - Große Anteilnahme, aber die Sorgen bleiben

Die Existenzsorgen der Familie Benke aus Groß Grönau, die durch die Erkrankung der Tochter (11) an mehreren Gehirntumoren in wirtschaftliche Not geriet, sind zunächst gebannt. Aber die Angst bleibt: Anna geht es weiterhin schlecht.

19.10.2018