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Lauenburg LN-Interview mit Ella Endlich: „Freiheit lässt sich auf Dauer nicht einmauern“
Lokales Lauenburg LN-Interview mit Ella Endlich: „Freiheit lässt sich auf Dauer nicht einmauern“
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16:20 10.11.2019
„Freiheit lässt sich auf Dauer nicht einmauern“: Sängerin Ella Endlich im Gespräch mit den LN. Quelle: Thomas Biller
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Ratzeburg

„Du bist nicht allein“, lautet der Titel des aktuellen Musikvideos von Sängerin Ella Endlich. In ihren neuen Songs verarbeitet sie ihre deutsch-deutsche Vergangenheit. Der Mauerfall spielt dabei eine ganz besondere Rolle.

Mitten in Deutschland, in Weimar/Thüringen, geboren, wuchs Ella Endlich in West-Berlin auf. Vorausgegangen war der fehlgeschlagene Fluchtversuch mit der Mutter zum Vater in den Westen. Die Mutter hörte auf ihre vierjährige Tochter: „Die Mauer wird fallen, wir werden wieder eine Familie sein“.

Mit 14 Jahren erhielt sie ihren ersten Schallplattenvertrag, gehörte 2018 der DSDS-Jury an und nahm 2019 bei „Let´s Dance“ teil. Zu den Feierlichkeiten „30 Jahre Mauerfall“ kam die Sängerin als Podiumsgast des Live-Streams nach Ratzeburg. „Es sind Geschichten, die uns alle vereinen“, heißt es in ihrem neuen Song „Geschichten“.

Die LN hatten Gelegenheit, vorher kurz mit ihr zu sprechen.

Ella Endlich während des Live-Streams in St. Petri. Quelle: Thomas Biller

Ella Endlich, wie kam es dazu, dass Sie hier in Ratzeburg in Schleswig-Holstein zur Teilnahme eingeladen wurden? Warum und wie schnell haben Sie zugesagt?

Ich wäre für dieses Gespräch auch zu jedem anderen Ort gereist, weil es mir ein großes Anliegen ist. Von Berlin hierher ist es nicht so weit, und mein Vater hat mich gern begleitet. Für mich ist es eine große Ehre, dabei zu sein und über das Thema Mauerfall sprechen zu können.

Sie waren ein kleines Kind, als Sie aus Thüringen nach West-Berlin kamen. Denken Sie, dass es dennoch aus DDR-Zeiten etwas gibt, das Sie auch geprägt hat?

 Ja, ich glaube, dass ich auf sehr schöne Art und Weise Zusammenhalt kennengelernt habe, auch durch meine Familie. Das ist ein großer Wert, den ich auch weitergeben möchte. Dazu kommt die große Hilfsbereitschaft. Ich muss sagen, das ist im Osten sehr ausgeprägt gewesen. Jeder hat dem anderen geholfen, keiner war alleine, keiner fiel tief. Das ist, wenn man es so sagen möchte, typisch „Ossi“, eine sehr menschliche Sache und das trage ich auch in mir. Bescheidenheit kommt auch dazu; auch wenn es nicht immer von Vorteil ist.

Erleben Sie heute auf künstlerische Ebene oder auch privat Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland?

Jedes Publikum ist anders, jede Spielstätte hat ihre eigenen Gesetze. Manchmal lässt es sich nicht erklären, warum eine gewisse Musik dort besser funktioniert. Aber gerade die Treue, die ich beim ostdeutschen Publikum empfinde, die den Leuten gilt, die sie immer geliebt haben, ist ausgeprägt.

Was denken Sie, wie lange es solche Veranstaltungen zum Mauerfall neben dem Nationalfeiertag 3. Oktober noch geben wird oder geben muss?

Ich glaube, es muss sie immer geben, weil ich eine große Verfechterin bin, dass wir einander immer wieder diese Geschichten erzählen und den jüngeren Generationen die DDR erklären müssen. Sie ist beispielhaft für einen Versuch, für ein System, das gescheitert ist. Freiheit lässt sich auf Dauer nicht einmauern. Das lässt sich heute hier sagen und das sollten wir auch noch in zehn und in 20 Jahren sagen und den kommenden Generationen mitgeben.

Vielen Dank, Ella Endlich, und eine gute Zeit hier in Ratzeburg.

Das Gespräch wurde gekürzt.

Von Thomas Biller

Es war das „längste Gespräch Deutschlands“, das anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren angesetzt war. Mit dem Live-Stream aus Ratzeburg endete die aufwendige Veranstaltung kurz vor Mitternacht.

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