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Lauenburg Salem will Verkehrsströme ändern
Lokales Lauenburg Salem will Verkehrsströme ändern
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20:10 27.11.2014
Abnahme der Straßensanierung des Vogtstemmener Weges im Gemeindegebiet Salem. Der nur 3,2 Meter breite asphaltierte Weg mit zwei Metern Bankette (im Bild links) wird ausgiebig von Pendlern sowie in der Erntezeit auch von landwirtschaftlichem Schwerlastverkehr genutzt. Quelle: Strunk
Salem

Der Vogtstemmener (Schleich-)Weg im Gemeindegebiet von Salem ist nach der deutsch-deutschen Grenzöffnung 1989 und nach der Neueinrichtung der Autobahnauffahrt Gudow laut Aussage von Salems Bürgermeister Herbert Schmidt zu einer der „Hauptverkehrsstraßen“ im Nordkreis geworden. Allerdings ist die Straße mit 3,20 Metern Breite plus zwei Meter angrenzender Sandbankette für diesen Pendlerverkehr und in der Erntezeit auch zunehmend von landwirtschaftlichen Schwertransportern genutzt gar nicht ausgelegt. Gerade eben hat die Gemeinde Salem diese Straße mit finanzieller Unterstützung des Kreises für 100000 Euro repariert.

Die nächste Gemeindevertretersitzung von Salem am 16. Dezember bringt möglicherweise Ungemach für die Autofahrer, die das Gemeindegebiet zwischen Salem und Dargow kreuzen. Denn auf dem Vogtstemmener Weg soll im nächsten Jahr nur noch das Befahren von Nord nach Süd möglich sein. Grund ist die Befürchtung von Bürgermeister Herbert Schmidt, dass der stark angestiegene Pendler- und Schwerlastverkehr die gerade sanierte Straße wieder „kaputt fährt“.

„Die Grenzöffnung vor 25 Jahren hatte hier schon für ein stark gestiegenes Verkehrsaufkommen gesorgt“, sagt Barbara Eggert, Bürgermeisterin von Kittlitz. Ihre Kollegin Gesine Biller, 1.

stellvertretende Bürgermeisterin von Mustin, weist zudem auf einen weiteren Anstieg durch die Öffnung der Autobahnzufahrt Gudow in diesem Jahr hin. Beide Damen sind gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Schmidt aus Salem sowie dessen Stellvertreter und Gemeinderatsmitglieder Jens Timm und Kerstin Warncke, Bauingenieur Karl-Heinz Esling aus Mölln sowie Holger Nitz von der Straßenbaufirma Dau aus Ludwigslust zur Kreuzung Vogtstemmener Weg/Seestraße (K48) gekommen, um die Sanierungsmaßnahmen im Kreuzungsbereich sowie auf der 1,8 Kilometer langen Strecke zu begutachten und abzunehmen.

„Die Straße war marode bis gefährlich“, sagt Schmidt. Daher habe sich die Gemeinde zur Sanierung entschieden. Die Kosten teilten sich der Kreis mit 62000 Euro sowie Salem mit 37200 Euro inklusive Ingenieurshonorar. Allerdings reichte das nur zur Sanierung der lediglich 3,20 Meter breiten Asphaltpiste. Die zwei Meter breite Bankette sieht zwar im Moment noch schier aus, wird aber im nassen, kalten Winter nicht lange Bestand haben. In früheren Zeiten, als der Weg nur von vereinzelten Fahrzeugen sporadisch befahren wurde, war das kein Problem. Doch bereits 2000 bestätigte laut Schmidt ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten, dass über diese Strecke nun der Hauptverkehr von Nord nach Süd und umgekehrt verläuft. „Und der sich begegnende Verkehr bedarf eines Ausweichens auf den Banketteweg. Dieser wird dadurch erheblich belastet“, so Schmidt.

In der Gemeindevertretung hat man sich daher entschlossen, die Straße innerhalb der nächsten zwei Jahre in zwei Bauabschnitten um die zwei Meter, die jetzt noch aus der weichen Bankette besteht, mit Asphalt zu verbreitern. Nach Berechnungen des Ingenieurbüros Esling wird das 120- bis 140000 Euro kosten. Dieses Geld kann die Gemeinde nicht adhoc aufbringen, wohl aber innerhalb der nächsten zwei Jahre — mit finanzieller Unterstützung des Kreises. Solange soll der Einbahnverkehr greifen, um den Vogtstemmener Weg zu schonen. „Danach wird diese Regelung wieder aufgehoben“, so Schmidt. Auch eine Gewichtsbegrenzung der Fahrzeuge soll angeordnet werden. Denn Schmidt sieht in den Rüben- und Maistransporten der Bauern mit immer schwereren Fahrzeugen einen Hauptgrund für die Straßenzerstörung — und damit eine Belastung der Allgemeinheit. Nach ersten Gesprächen mit den umliegenden Landwirten scheint es Einsicht für die Maßnahme zu geben.

Rein rechtlich ist die Umwidmung der Straße in eine Einbahnstraße möglich, wie Tanja Stamer von der Kreisverkehrsaufsicht in Lanken bestätigt. Unter welchen Voraussetzungen, wie und wann das soweit ist, „hängt vom Antrag der Gemeinde ab, den wir prüfen müssen“, sagt sie.

Daten und Fakten
100000 Euro kostete die Sanierung, bei der die Einmündungsbereiche, Straßenbelag und Bankette repariert wurden.
140000 Euro soll die Verbreiterung des 1,8 Kilometer langen Straßenstücks um zwei Meter kosten.

Joachim Strunk

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