Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Lauenburgs Schifferbrüderschaft in Sorge um Schipperhöge
Lokales Lauenburg Lauenburgs Schifferbrüderschaft in Sorge um Schipperhöge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:18 13.01.2020
Frank Fischer im Kostüm der Lustigen Person führte mit seinen Clowns den Festumzug durch die Stadt an. Quelle: TIMO JANN
Lauenburg

Die 385. Schipperhöge in Lauenburg wurde von Sorgen und Gerüchten überschattet: Die Schifferbrüderschaft von 1635 hatte Probleme, überhaupt einen Festsaal für das traditionsreiche Fest zu finden und die Mitglieder sorgen sich um den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Gerüchten zufolge soll das Projekt nicht mehr mit dem nötigen Engagement geplant werden. „Der Auftrag zum Ausbau der Strecke zwischen dem Umschlagplatz Horster Damm und der Elbe steht ebenso wie der Ersatzneubau der Schleuse und Brücke in Witzeeze“, erklärte Tilman Treber, der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg. Nur – mehr Planungsarbeiten laufen für den Ausbau der 120 Jahre alten Wasserstraße derzeit nicht. Dabei hoffen natürlich vor allem die Schiffer unter den Mitgliedern der Brüderschaft auf den Ausbau des Kanals.

Kinder trugen während des Umzugs Schiffsmodelle durch die Stadt. Quelle: TIMO JANN

„Unsere größte Sorge ist aber die Zukunft der Schipperhöge selbst. Wir wissen nicht, wie wir 2021 feiern sollen. Für dieses Jahr wurden wir aus dem Mosaik rausgeworfen, weil der Betreiber uns keine Zusage machen konnte und wir bei einer möglichen Hochzeitsfeier dort trotz Termins plötzlich keine Bleibe gehabt hätten. Der Saal des Stappenbeck, in dem wir diesmal untergekommen sind, soll aber ja zum Medienzentrum umgebaut werden und steht uns damit künftig auch nicht mehr zur Verfügung“, berichtete Bernd Bollhorn, der neue Erste Ältermann der Brüderschaft.

Bernd Bollhorn (links) und Rainer Haase, die beiden Ältermänner der Schifferbrüderschaft, mit Amtspatron Andreas Thiede (Mitte) während des Umzugs. Quelle: TIMO JANN

Am Sonnabend bis 2 Uhr und am Sonnabend bis 5 Uhr – Bollhorn: „Wir haben die Schlusszeit eine Stunde vorgezogen.“ Dennoch wurde ausgelassen im Saal des Stappenbeck gefeiert. 134 Männer sind aktuell Mitglied der Brüderschaft, mit Matthias Gwenner und Joachim Schröder wurden während des ersten Balls zwei Neulinge während der 385. Höge willkommen geheißen. Damals wie heute, gegründet wurde die Brüderschaft während des Dreißigjährigen Krieges und zu Zeiten der Pest, ist es eine Versicherung auf Gegenseitigkeit. Es wird ein Sterbegeld gezahlt und die Schifferbrüder tragen Verstorbene zu Grabe. Bollhorn muss unterdessen jetzt nicht mehr einzahlen. 47 Zahlungen sieht das Heft vor, Bollhorn war als 18-Jähriger eingetreten und hat nun alle Zahlungen geleistet.

Bernd Bollhorn, der neue Erste Ältermann der Schifferbrüderschaft, während des Tanzes auf dem Amtsplatz. Quelle: TIMO JANN

Die Feier im Stappenbeck war für viele ältere Mitglieder ein Revival. „Als ich 1985 in die Brüderschaft eingetreten bin, hatte ich hier meine erste Schipperhöge. Es war zugleich aber auch die letzte Schipperhöge in diesem Saal“, erinnerte sich Schriftführer Andreas Panz. Helge Lohfink, der ausgeschiedene Erste Ältermann, schwärmt von den tollen Bedingungen. „Das Parkett hier ist immer noch erstklassig. Wir konnten wunderbar tanzen.“

Frank Fischer ist eigentlich der Adjutant von Schützenkönig Mathias Pagel. Quelle: TIMO JANN

Mit zahlreichen Gästen, darunter Feuerwehrleute, Schützen, Mitgliedern des Schiffervereins Undine und vor den Augen zahlreicher Zuschauer führte die Schifferbrüder ihr Umzug am Sonnabend durch Lauenburg. Weil der Weg zum Schloss diesmal deutlich kürzer war, wurde am Ende ein Stück drangehängt. Über die Grünstraße statt durch den Hohlen Weg führte die Route. Angeführt wurde der Zug von Frank Fischer im Kostüm der Lustigen Person und den Clowns. „Wir als alte Schifferstadt freuen uns, mit der Tradition ein Stück Geschichte bewahren zu können“, sagte Bürgermeister Andreas Thiede, der Amtspatron der Schifferbrüderschaft. 2021 soll am 8. und 9. Januar gefeiert werden – wo, wird sich hoffentlich zeitnah klären.

Schipperhöge in Lauenburg Quelle: TIMO JANN

Von Timo Jann

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag ist am Bahnhof in Müssen ein Fahrkartenautomat gesprengt worden. Die Täter verwendeten nach Angaben der Bahnpolizei eine neue Technik.

13.01.2020

Die Freie Ratzeburger Wählergemeinschaft ist seit ihrer Gründung zweitstärkste Kraft im Rathaus, macht seit 30 Jahren erfolgreich Politik, fühlt sich aber von Verwaltung und Parteien nicht akzeptiert.

13.01.2020

Von ihrem Rettungsboot aus befreiten Feuerwehrleute in Ratzeburg am Sonntag zwei hilflose Möwen, die sich in einer Angelsehne verfangen hatten.

12.01.2020