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Lauenburg Schlagkräftige Schwarzenbekerin will Weltmeisterin werden
Lokales Lauenburg Schlagkräftige Schwarzenbekerin will Weltmeisterin werden
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11:35 06.06.2019
Jolina Wischmann (12) ist Deutsche Meisterin im Point Fighting, einer speziellen Art des Kickboxens. Quelle: Timo Jann
Schwarzenbek

Reiten, turnen, tanzen – was Mädels mit zehn, elf oder zwölf Jahren eben so machen. „Hab ich auch gemacht, das war aber nichts für mich“, sagt Jolina Wischmann. Die Zwölfjährige aus Schwarzenbek hat sich für den Kampfsport Point Fighting entschieden und ist jetzt Deutsche Meisterin. Das Finale gegen Emilia Rott aus Bayern in der B-Jugend ging mit 7:6 denkbar knapp für sie aus. Dennoch zeigt Jolina ihre Goldmedaille stolz. „Mein Traum ist es, Weltmeisterin zu werden“, blickt sie in die Zukunft.

Vor vier Jahren hatte die junge Schwarzenbekerin mit Kickboxen angefangen. Vor zwei Jahren wechselte sie zu Feuersports nach Hamburg zum Point Fighting, ihr Trainer Frank Feuer ist auch Bundestrainer für Erwachsene. Die Sportart ist eine Weiterentwicklung traditioneller Kampfarten. Zwei Kämpfer treten auf einer sechs mal sechs Meter großen Mattenfläche gegeneinander an. Zwei Runden zu je zwei Minuten wird gekämpft. Es darf durch Tritte und Schläge auf definierte Punkte des Gegners eingewirkt werden. „Ich habe mich schon immer für Kampfsport interessiert“, berichtet Jolina. Im Point Fighting hat sie nun ihre Lieblingssportart für sich entdeckt. Schwarzer Kampfanzug, schwarzer Helm, rot-schwarze Handschuhe – so tritt die Zwölfjährige auf die Matte. „Ich greife am liebsten selbst an und warte nicht ab“, erklärt sie ihre Taktik. Alle Techniken werden durch drei Wertungsrichter streng kontrolliert. Tritte gegen den Kopf bringen zwei Punkte, Schläge auf den Oberkörper einen Punkt. Nur was klar ausgeführt wird, wird bepunktet.

Als Hamburger Meisterin qualifiziert für die Deutschen Meisterschaften

Als Hamburger Meisterin – den Titel hatte Jolina im März geholt – hatte sie sich für den Start bei der Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Doch lange musste sie bangen, ob es klappen wird. Sie hatte sich den Mittelfuß gebrochen, musste pausieren. „Es ist auch noch nicht ganz verheilt, ich mache jetzt noch etwas Pause“, sagt die Schülerin der Büchener Gemeinschaftsschule, die am meisten den Sportunterricht mag. Jolina tritt mit rechts und schlägt mit links, ihrer hinteren Hand, weil sie mit der rechten Hand verteidigt. Schnelligkeit und Agilität stehen im Training an. „Krafttraining hat auch einen Schwerpunkt“, sagt Jolina. Vier Mal pro Woche ist sie bei Feuersports am Start. „Ich kann da viel lernen, das ist aber auch gut so, denn in der nächsten Altersklasse von 13 bis 15 Jahren muss ich noch ordentlich Gas geben, um mithalten zu können“, sagt die Zwölfjährige. „Mein Trainer war aber schon stolz“, sagt sie und lässt die Zahnspange blitzen, die beim Kampf unter einem Zahnschutz steckt.

Mutter schwankt zwischen Stolz und Sorge

Nach jedem gültigen Punkt im Wettkampf unterbricht der Hauptkampfrichter den Kampf kurz und lässt aus der Grundposition neu starten. Wer nach den vier Minuten die meisten Punkte erzielt hat, ist der Sieger. „Für ihr Selbstbewusstsein hat ihr der Einstieg ins Point Fighting sehr gut getan“, sagt Yvonne Wischmann, die Mutter der Deutschen Meisterin. Sie gibt aber auch zu, dass sie sich manchmal um ihre Tochter sorgt, wenn diese heftige Tritte oder Schläge abbekommt. Doch davor schreckt die Zwölfjährige nicht zurück, schließlich möchte sie in den Bundeskader. „Das ist die Voraussetzung, um auch bei einer Weltmeisterschaft starten zu können“, erklärt Jolina, die in ihrer Freizeit gerne mit Freunden unterwegs ist.

Timo Jann

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