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Lauenburg Schlaglöcher bedrohen Existenzen
Lokales Lauenburg Schlaglöcher bedrohen Existenzen
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02:35 18.05.2013
Von Jens Burmester
Der Spargel kommt frisch vom Feld, doch Antje Berodt hat dort keine Kunden mehr. Die wollen sich die Schlaglochpiste Landesstraße 257 nicht antun und bleiben weg. Jetzt denkt Berodt ans Aufgeben. Quelle: Burmester
Hammer

„Wir stehen kurz davor, dass unsere Existenz den Bach runter geht“: Antje Berodt, die mit ihrem Mann Uwe in Poggensee einen Spargelhof betreibt, bleibt auf einem Großteil des königlichen Gemüses sitzen. Sie lebt überwiegend vom Hofverkauf. Und die Kunden bleiben aus. Denn ihr Hof liegt an einer der schlimmsten Schlaglochpisten im Lauenburgischen, der Landesstraße 257. Niemand fährt diese Strecke ohne Not .

„Der Spargel ist in diesem Jahr schon später dran als üblich. Das bringt schon Einbußen. Dafür ist die Qualität aber hervorragend“, sagt Antje Berodt. Doch was nützt qualitativ hochwertiger Spargel, wenn man ihn nicht verkaufen kann. Gerade der Verkauf ab Feld zwischen Alt-Mölln und Nusse, wo die Familie einen Großteil des Spargels anbaut, tendiere gegen null. „Hier kommen kaum noch Kunden her, wir haben Tageseinnahmen von gerade einmal 19 Euro. Das entspricht zwei Kilo Spargel.“ Antje Berodt ist sich sicher, dass die schlechten Straßenverhältnisse auf der Landesstraße 257 Schuld an der Misere sind. „Der Zustand der Straße ist so desolat, da mag doch niemand mehr fahren, der da nicht unbedingt fahren muss“, sagt Berodt. Ihre Personalkosten seien nicht gerade gering und wenn hier keine Abhilfe geschaffen werde, müsse sie möglicherweise den Betrieb einstellen. „Das können wir uns auf Dauer einfach nicht leisten. Leid tut es uns dann um die vielen Mitarbeiter, die und schon viele Jahre die Treue halten. Die können wir dann nicht mehr weiter beschäftigen.“

In Gudow betreibt Helge Stender eine Spedition. „Wir haben zur Zeit 35 ziehende Einheiten“, sagt Stender. Der Betrieb liegt in Gudow am Ortsausgang Richtung Hollenbek. Um zum Firmengelände zu gelangen, müssen Stenders Lastwagen zwangsläufig über die L 205 (von Mecklenburg-Vorpommern oder aus Richtung Büchen) oder über die L 287 (MöllnLehmrade) fahren. Allein auf Grund der Sperrung der L 205 mussten die Laster Umleitungen fahren und Geschwindigkeitsbeschränkungen einhalten. „Das brachte uns einen definierten Mehraufwand von 35 000 Euro“, erklärt Stender. Er fordert, wie viele Bürgerinnen und Bürger aus der Umgebung, eine sofortige Grundsanierung der Landesstraße 205. „Wir machen uns allerdings auch schon Gedanken, unseren Firmensitz zu verlegen und auch den Betriebshof zu verlegen“, sagt er.

Seinen Betriebssitz kann Rembert Mölders, Geschäftsführer des Busbetriebs Dahmetal in Kastorf, nicht verlegen, aber auch in seinem Unternehmen sind immer mehr Busse in der Werkstatt statt auf der Straße. „Wir verzeichnen deutlich mehr Schäden an unseren Fahrzeugen seit dem letzten Winter“, klagt Mölders. Seine Fahrer müssten aber über die Schlaglochpisten fahren, gerade im Schulbusverkehr.

„Durch die Tempobegrenzungen kommen wir schon in Bedrängnis, weil Anschlussverbindungen nicht immer rechtzeitig gehalten werden können“, so Mölders. Sollten gar noch einzelne Strecken gesperrt werden, würde die Situation noch schlimmer werden.

Kreissprecher Karsten Steffen macht deutlich, dass noch einige Landesstraßen gesperrt oder mit Einschränkungen belegt werden könnten. Es sei durchaus denkbar, dass der Kreis Landesstraßen ganz sperren müsse oder nur noch für Lastwagen, allerdings mit Tonnagebeschränkung, freigeben könnte. Möglich sei auch, Straßen nur für Zweiradfahrer zu sperren.

Möllns Bürgermeister Jan Wiegels fasst die Kritik der heimischen Wirtschaft zusammen: „Die Straßen sind ein Standortnachteil für die Region.“

Diese Tempolimits gelten auf Landesstraßen im Kreis
Geschwindigkeitsreduzierung

auf 70 km/h:

L158 zwischen Gülzow und Kollow L200 von Büchen über Witzeeze und Basedow nach Lauenburg L220 zwischen Niendorf und Göldenitz Geschwindigkeitsreduzierung

auf 60 km/h:

L199 zwischen Kühsen und Marienwolde Geschwindigkeitsreduzierung

auf 50 km/h:

L159 zwischen Basthorst und Möhnsen L199 zwischen Duvensee und Klinkrade L199 zwischen Duvensee und Kühsen von der Einmündung K26 bis zur Einmündung K40 L 200 zwischen Koberg über Sirksfelde und Wentorf/A.S bis zur Einmündung L92 L208 zwischen Kröppelshagen und L314 (Dassendorf - Aumühle) (km 0,950 bis km 3,4) L220 zwischen Göldenitz und der Einmündung B208 L 220 zwischen Nusse (Ortsausgang) und Kühsen bis Kilometer 2,3 L 257 von Alt Mölln über Hammer und Mannhagen nach Nusse L 287 zwischen Gudow und Lehmrade Geschwindigkeitsreduzierung

auf 30 km/h:

L159 zwischen Hamfelde und Basthorst, hier außerdem Fahrbahnverengung auf 3 Meter mit einspuriger Verkehrsführung über den Straßendurchlass L159 in Basthorst und in Möhnsen L199 zwischen Klinkrade und Einmündung L92 L199 zwischen Duvensee und Kühsen von Einmündung K 40 bis Kühsen L200 Höhe Basedow L200 in Sirksfelde L200 in Wentorf/A.S.

L204 zwischen Kogeler Mühle und Sterley L205 zwischen Büchen-Dorf und Gudow L205 zwischen Gudow und Segrahn L205 in Franzhagen L208 zwischen Kröppelshagen und L314 (km 3,4 bis km 4,25) L220 zwischen Kühsen und Niendorf sowie innerhalb Kühsen in der Seestraße L287 in Gudow in der Lehmrader Straße, in Lehmrade und zwischen Lehmrade und dem Campingplatz „Drüsen“

L314 Ortsdurchfahrt Aumühle teilweise

Zusätzlich ist die L208 zwischen Kröppelshagen und der L314 aufgrund der dort vorhandenen Straßenschäden auf 12 Tonnen Tonnage begrenzt.

Weiter wies die Straßenverkehrsbehörde des Kreises darauf hin, dass kurzfristig weitere verkehrsrechtliche Maßnahmen aufgrund von Straßenschäden möglich sind.

Jens Burmester

Ab Ende September soll die L 205 zwischen Büchen und Gudow grundlegend saniert sein. So hat es Landesverkehrsminister Reinhard Meyer am Donnerstag versprochen.

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