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Lauenburg Schlie: „Als ich vom Mauerfall hörte, habe ich es nicht geglaubt“
Lokales Lauenburg Schlie: „Als ich vom Mauerfall hörte, habe ich es nicht geglaubt“
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13:08 06.11.2014
Präsentieren zum Gedenken an den Mauerfall auch zwei Buchdokumentationen: Heike und Hartwig Fischer, Kreisarchivarin Cordula Bornefeld, Kreispräsident Meinhard Füllner, Landtagspräsident Klaus Schlie. Quelle: wr
Ratzeburg

Ein Veranstaltungsmarathon mit prominenten Gästen und zwei Buchdokumentationen — so begehen das Land Schleswig-Holstein und der Kreis Herzogtum Lauenburg den Tag des Mauerfalls vor 25 Jahren am Sonntag, 9. November, in Ratzeburg.

Bis gestern hatten sich bereits mehr als 200 offizielle Gäste bei der Kreisverwaltung angesagt, berichtete der Landtagspräsident und lauenburgische CDU-Chef Klaus Schlie gestern zur Vorstellung des Programms für die Gedenkveranstaltung in der Ratzeburger Jugendherberge. Dort wird es bei einem musikalischen Rahmenprogramm eine Menge zu sehen und zu hören geben, wenn Fotos gezeigt, aktuelle Buchdokumentationen präsentiert und Zeitzeugenberichte abgegeben werden. Dr. Hubertus Knabe, Leiter der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, wird den Festvortrag halten, Bischöfin Kirsten Fehrs und Kreispräsident Meinhard Füllner werden in ihren Reden aus den jeweiligen Blickwinkeln das Geschehen vor einem Vierteljahrhundert beleuchten. Schlie erinnerte sich gestern bei der Programmvorstellung in Ratzeburg, er habe die Nachricht von der Grenzöffnung während einer Podiumsdiskussion in Schwarzenbek in Form eines Zettels zugesteckt bekommen — „Ich wollte es damals nicht glauben“, sagte Schlie.

Anlässlich des 25. Jahrestages der Grenzöffnung sind zwei Buchdokumentationen erschienen, die das damalige Geschehen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber beide aus sehr lokaler Sicht wiedergeben. In dem Buch „Die Grenze ist offen? — Das glaube ich nicht . . .“ hat die Kreisarchivarin Cordula Bornefeld persönliche Erinnerungen von Menschen aus dem Kreisgebiet zusammengefasst. Die Beiträge geben Freude, ungläubige Skepsis, Staunen, Misstrauen und Emotionen der betroffenen Menschen wieder und lassen die Tage und Wochen nach dem Mauerfall wieder lebendig werden (125 Seiten, farbige Abbildungen, 9,95 Euro, erhältlich in allen Buchhandlungen des Kreises).

Etwas umfangreicher geriet die Dokumentation des Ratzeburger Historiker-/Journalisten-Ehepaares Heike und Hartwig Fischer „25 Jahre grenzenlos — Weltgeschichte vor der Haustür“. Auf 164 Seiten und 250 Abbildungen liefern die Beiden Zeitdokumente und viele Details, die schon jetzt nach 25 Jahren manchen erstaunen lassen. Hartwig Fischer: „Wir haben vor allem ein Buch gegen das Vergessen herausbringen wollen.“

Programmablauf der Festveranstaltung in Ratzeburg
14.30 Uhr: Vorempfang im Foyer der Jugendherberge (Aufbau alte Grenzanlage — Modell: Bundespolizei);

15 Uhr: Beginn musikalisches Rahmenprogramm, Kreismusikschule Herzogtum Lauenburg. Während der Veranstaltung werden auf Leinwand historische Fotos der ehemaligen Grenze und von der Grenzöffnung gezeigt (Bundespolizei);

15.05 Uhr: Begrüßung durch Landtagspräsident Klaus Schlie, Bischöfin Kirsten Fehrs, Kreispräsident Meinhard Füllner;

15.25: Uhr Musikalisches Rahmenprogramm;

15.30 Uhr: Festvortrag Dr. Hubertus Knabe, Leiter der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen;

16.10 Uhr: Musikalisches Rahmenprogramm;

16. 15 Uhr: Erster Polizeihauptkommissar Broder Feddersen erzählt als Zeitzeuge, Bundespolizei;

16.30 Uhr: Treffen vor der Jugendherberge;

16.35 Uhr: „Lichtergang“ zum Dom, Kirchengemeinden „holen“ Gäste an der Jugendherberge ab — gemeinsam mit örtlichen Feuerwehren;

17 Uhr: Beginn der ökumenischen Andacht, Predigt Diözesanadministrator Thim;

17.30 Uhr: Ausklang bei Glühwein und Bratwurst im Vorhof des Kreismuseums.

Matthias Wiemer

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