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Lauenburg Erklärung der LN zur Bürgermeisterwahl
Lokales Lauenburg Erklärung der LN zur Bürgermeisterwahl
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18:19 31.03.2019
Der Ratssaal im Rathaus zu Ratzeburg soll aufgehübscht werden - sowohl optisch, als auch akustisch, beim Mobiliar und der Beleuchtung.
Der Ratssaal im Rathaus zu Ratzeburg soll aufgehübscht werden - sowohl optisch, als auch akustisch, beim Mobiliar und der Beleuchtung. Quelle: Joachim Strunk
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Ratzeburg

Zur Bürgermeisterwahl in Ratzeburg haben die Lübecker Nachrichten im LIVE-Ticker zur Wahl um 18 Uhr diese Erklärung abgegeben:

Liebe Ratzeburger,

diese Erklärung veröffentlichen wir bewusst direkt nach Schließung der Wahllokale und vor der Veröffentlichung des ersten Auszählungsergebnisses.

In den vergangenen Tagen ist auf die Lübecker Nachrichten und auch einzelne Redakteure massiv Druck ausgeübt worden, bestimmte Vorgänge publik zu machen.

Für unsere Berichterstattung gelten neben dem gesunden Rechtsverständnis die journalistische Sorgfaltspflicht und die Grundsätze des Pressekodexes. Daran halten wir uns und wiegen gerade bei sensiblen Vorgängen wie einer Bürgermeister-Stichwahl unsere Berichterstattung unter diesen Grundsätzen ab. Das Verbreiten von Gerüchten, erst recht, wenn sie sehr kurzfristig vor einer Wahl gestreut werden, entspricht weder der journalistischen Sorgfaltspflicht, noch dem Pressekodex.

Sehr wohl sind wir erschrocken über die Auswüchse, die der Bürgermeisterwahlkampf gerade in den sogenannten Sozialen Medien gefunden hat. Ich persönlich habe schon viele Bürgermeisterwahlkämpfe miterlebt, allerdings noch nie einen so schmutzigen.

Solchen Auswüchsen in Foren Einhalt zu gebieten, ist Aufgabe von Administratoren. Schon jetzt ist klar, dass die Vorgänge ein juristisches Nachspiel haben werden.

Für uns ist die Wahl mit dem Wahlabend nicht vorbei. Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden journalistischen Mittel nutzen, um den Wahrheitsgehalt von Gerüchten zu überprüfen, Verbindungen und Zusammenhänge zu recherchieren - und diese Ergebnisse dann auch veröffentlichen.

Eines ist jetzt schon absehbar: Unabhängig, wer diese Wahl formell gewinnen wird, wird das politische Klima in Ratzeburg auf lange Zeit vergiftet sein. Und, was noch noch viel schlimmer ist, auch das Bild der Politik beim Bürger.

32 Jahre nach "Waterkantgate" ist die Kreisstadt Ratzeburg auf dem besten Weg, ihr "Inselgate" zu bekommen.

Holger Marohn, Lübecker Nachrichten

RND/kha/hm