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Lauenburg Schrott spenden soll Kirche retten – das steckt hinter der außergewöhnlichen Aktion
Lokales Lauenburg Schrott spenden soll Kirche retten – das steckt hinter der außergewöhnlichen Aktion
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11:29 13.09.2019
Metallschrott abgeben für einen guten Zweck: Sabine Stahlkopf und Heinz Hoffmann vom Förderverein Kirchengemeinde Breitenfelde e. V. hoffen auf zahlreiche Spenden. Quelle: Lennard Schröder
Breitenfelde

Der Förderverein der Kirchengemeinde Breitenfelde ruft in diesem Jahr zur Schrottsammlung auf. Ab morgigen Sonnabend, 14. September, steht eine Woche lang ein Container der Firma Stahlkopf aus Alt-Mölln auf dem Gelände des Pastorats in Breitenfelde (Dorfstraße 26). Dort kann dann Metallschrott eingeworfen werden, der Erlös geht komplett an den Förderverein. Und dafür wird nun gesammelt.

Dach, Fenster und Heizung werden erneuert

„Wir unterstützen Projekte in der gesamten Gemeinde. Dieses Mal wollen wir vor allem die Sanierung der Kirche in Breitenfelde fördern“, sagt Heinz Hoffmann, Vorsitzende des Fördervereins. Das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert wird zur Zeit umfassend an Dach, Mauerwerk und Fenstern renoviert. Doch auch der Innenraum müsse erneuert werden, so Hoffmann.

Damit in der Kirche in Zukunft nicht nur Gottesdienste, sondern auch vielfältige Veranstaltungen stattfinden können, soll die Heizungsanlage modernisiert, ein Besucher-WC eingebaut sowie neue Tontechnik beschafft werden.

Letzte Sanierung vor über 50 Jahren

Laut Hoffmann gehe es darum, die Kirche nicht nur als geistliches Haus, sondern auch als Kulturgut zu erhalten. Um 1230 wurde das Kirchengebäude in Breitenfelde errichtet, allerdings noch ohne den 33 Meter hohen Turm. Dieser kam erst bei einer umfassenden Neugestaltung der Kirche Mitte des 19. Jahrhunderts dazu.

Das Taufsteinbecken aus gotischem Sandstein aus der Zeit um 1250, zwischenzeitlich als Viehtränke verwendet, findet man noch heute in der Kirche vor. Eine Besonderheit sei das bunte, so genannte Christusfenster von 3,5 Metern Höhe. Die letzte umfassende Restaurierung der Kirche fand 1967 bis 1968 statt.

Heizkörper, Fahrräder und Rohre werden zu Geld

Sabine Stahlkopf, ebenfalls Mitglied im Förderverein, erklärt die Sammelaktion: „Alles aus Metall oder mit Metallanteil können wir gebrauchen.“ Als Beispiele nennt sie Heizkörper, Fahrräder, Rohre und Kabel. Jegliche Elektrogeräte, beispielsweise Computer oder Waschmaschinen, können jedoch nicht gespendet werden. Kupfer würde aufgrund des höheren Preises besonders viel bringen. Nach Absprache sei es auch möglich, den Schrott bei größeren Spenden abholen zu lassen.

Direkt bei der Firma Stahlkopf in Alt-Mölln könne man ebenfalls seinen Schrott abgeben. Dort wird dieser dann sortiert und an Schrotthändler verkauft. Die Erlöse seien dadurch höher, als wenn das Gesammelte als „Mischschrott“ veräußert werden würde. Am Sonnabend gibt es dort außerdem Getränke und Speisen vom Grill gegen eine Spende.

Besonders Kupfer bringt viel

Bei der Sammlung im letzten Jahr habe man rund 1400 Euro erzielt. Hoffmann hofft, an das gute Ergebnis anzuknüpfen: „Letztes Jahr haben wir im Juni gesammelt, da war es ziemlich heiß. Dieses Mal haben wir uns für nach den Sommerferien entschieden.“ Jeder könne laut Hoffmann mit einer Schrottspende helfen, die Kirche als Kulturgut zu erhalten.

Nach dem Abschluss der äußeren Renovierungen ist dann der Innenraum an der Reihe. Bis voraussichtlich Anfang 2020 werden die notwendigen Maßnahmen geplant, die Fertigstellung werde wahrscheinlich nicht vor 2021 sein.

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