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Lauenburg Schwarzenbeker Förderzentrum braucht mehr Platz
Lokales Lauenburg Schwarzenbeker Förderzentrum braucht mehr Platz
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12:00 22.09.2019
Schulleiterin Viola Hüfner: „Es gibt viele Wege für unsere Schüler in Richtung Weiter- und Berufsausbildung.“ Quelle: Silke Geercken
Schwarzenbek

Die räumliche Zukunft des Förderzentrums Centa Wulf Schule ist ungewiss. „Wir wollen Inklusion leben und erleben, brauchen aber etwas mehr Platz“, sagt Schulleiterin Viola Hüfner. Das Förderzentrum ist im zweiten Stock der Verbandsschule Nordost untergebracht. Das Besondere: Die 20 Lehrkräfte sind an zehn Schulen des Südkreises tätig, unterrichten ihre Schüler in den Klassen der jeweiligen Schulen und unterstützen somit die Lehrer an Grund- und Gemeinschaftsschulen.

 139 Schüler benötigen besondere Hilfe

Im Einzugsgebiet des Förderzentrums gibt es insgesamt 3004 Schüler, bei 139 Kindern wurde ein besonderer Förderbedarf festgestellt. Viele weitere Kinder werden auch ohne besondere Zuweisung vorbeugend in Schulen und Kindertagesstätten betreut. Gerade ist die Chronik für die Jahre 2007 bis 2017 fertig. Daraus geht hervor, dass die Centa Wulf Schule 1960 nach neun Jahren Volksschule mit „Hilfsschulklassen“ gegründet wurde, für Kinder mit großen Lernschwierigkeiten. Später wurde sie in Sonderschule umbenannt, in der bis zu 120 Schüler unterrichtet wurden.

 Von der Hilfsschule zum Förderzentrum

Im Laufe der Zeit veränderte sich die Arbeit in der Sonderpädagogik, da die meisten Schüler heute an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden. Heute ist die Centa Wulf Schule ein Förderzentrum mit vielen verschiedenen Aufgabenbereichen. Je nach Bedarf erhält ein Schüler die Unterstützung, die am besten zu einer Lösung seines Problems beitragen kann. „Das erinnert manches Mal an ein Puzzle“, so Hüfner. Zehn Schulen und 28 Kitas werden vom Kollegium, das sind Lehrkräfte mit spezieller Ausbildung in verschiedenen Bereichen der Sonderpädagogik, vor allem in Lernen, Sprache und emotional-sozialer Entwicklung, betreut. Die Verwaltung, aber auch Unterricht für besondere Gruppen und Ausbildung von Sonderpädagoginnen, findet in Schwarzenbek statt. „Wir brauchen eine ausreichende Zahl von eigenen Räumen. Wir müssen jetzt manche Räume mehrfach in der Woche umgestalten, um sie den Anforderungen entsprechend zu gestalten“, sagt Hüfner, die seit 2007 die Schule mit viel Herzblut und Enthusiasmus leitet. Ein Umzug in die Alte Realschule wäre ideal. Aber: „Wir bleiben auch gerne hier, wenn wir wieder den gesamten oberen Stock nutzen können.“

Begleitung von der Kita bis in den Beruf

Die Kinder sollen nach ihren Fähigkeiten gefördert werden. Dazu gibt es verschiedene Angebote, neben dem Unterricht auch Sprachheilarbeit, Erziehungshilfe, berufliche Orientierung. „Wir begleiten die Schüler mit ihren unterschiedlichen Lernvoraussetzungen von der Kita bis in den Beruf. Unser größtes Arbeitsfeld ist der gemeinsame Unterricht. Hinzu kommen zeitlich begrenzte Förderangebote“, so die Schulleiterin. In der Kita erfolgt die Beratung von Eltern und Erziehern durch die Sprachheilambulanz, in der Grundschule gibt Coaching von Eltern und Schülern, im Sekundarbereich wird Unterstützung nicht nur im gemeinsamen Unterricht, sondern auch in der Erziehung und der beruflichen Orientierung geboten. Die Kollegen treffen sich regelmäßig zu Gesprächen mit Therapeuten oder Sozialpädagogen.

Sonderpädagogen unterstützen Lehrkräfte

„Wir möchten die Kinder so unterstützen, dass sie gut durch die Schule kommen und ihre Leistungen optimal zeigen können. Sie sollen in der Gesellschaft bestehen können und einen guten Start in die Berufswelt bekommen“, nennt die Hüfner das Ziel ihres Kollegiums. Deutsch, Mathe und Englisch sind die Fächer, in denen die Sonderpädagogen hauptsächlich zusätzlich anwesend sind. Im Idealfall bekommt eine Klasse, die mehrere Förderschüler hat, bis zu acht Stunden pro Woche eine Lehrkraft des Förderzentrums. „Mehr Stunden sind immer wünschenswert“, so Hüfner. In den allgemeinbildenden Schulen wird schon seit längerem differenziert unterrichtet, das heißt, die Schüler erhalten Unterricht in Gruppen gemäß ihren jeweiligen Möglichkeiten. Das Thema ist für alle Schüler stets dasselbe, aber das Niveau ist unterschiedlich. „Unsere Schüler erhalten Arbeitsblätter mit leichterer Sprache, die Anforderungen sind niedriger“, sagt Hüfner. So hätten auch diese Schüler ein Erfolgserlebnis und erhielten sich somit den Spaß am Lernen und Leben. - Sitzenbleiben gibt es nicht mehr.

Familie in Schule

Eines von vielen Angeboten des Förderzentrums Centa Wulf Schule ist FiSch (Familie in Schule). Das Angebot für höchstens acht Schüler der zweiten bis sechsten Klassen mit Erziehungsberechtigten läuft einmal wöchentlich über etwa drei Monate. Es eignet sich für Kinder, die sich nicht selbst organisieren können, unaufmerksam im Unterricht sind, Probleme bei den Hausaufgaben haben. Eltern lernen, ihrem Kind Hilfestellungen zu geben, mit dem Sonderpädagogen praktikable Lösungen zu finden. Kontakt unter Telefon 0 41 51/89 60 51.

Von Silke Geercken

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