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Lauenburg Noch mehr Brandstiftungen als gedacht in Schwarzenbek
Lokales Lauenburg Noch mehr Brandstiftungen als gedacht in Schwarzenbek
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11:11 14.02.2019
Hier, in der Siedlung in der Rülau, war der Brandstifter meistens aktiv. Direkt bei seinen Nachbarn. Quelle: TIMO JANN
Schwarzenbek/Lübeck

Die Serie von Brandstiftungen in der Rülau ist noch schlimmer, als bisher bekannt. Alexander G. hat noch mehr Feuer in seiner direkten Nachbarschaft gelegt. Das wurde gestern zum Auftakt des zweiten Prozesses gegen den 24-Jährigen bekannt. Demnach dürften es mindestens sechs Fälle zwischen 2015 und 2018 gewesen sein. Immer warf er Grillanzünder durch auf Kipp stehende Fenster in Häuser.

Kam er 2017 noch mit 300 Euro Geldstrafe davon, möchte die Staatsanwaltschaft den jungen Mann diesmal in einer geschlossenen Psychiatrie unterbringen. „Für uns ist der Angeklagte als gefährlich einzustufen“, erklärte Staatsanwältin Andrea Suhr zum Auftakt des Prozesses vor der VII. Großen Strafkammer unter dem Vorsitz von Helga von Lukowicz. Sie wird mit ihren Kolleginnen und den Schöffen urteilen müssen, was mit G. passiert. Er wandte sich spontan sich mitten in der Verhandlung an das Gericht und bat um eine zweite Chance. Das Landeskrankenhaus in Neustadt, in dem er zurzeit untergebracht ist, sei das Schlimmste für ihn. Drei Mitarbeiter hatten ihn morgens in Handschellen vorgeführt. Er möchte sein Schwarzenbek zurück, sagte der 24-Jährige.

Dabei hat er in der Siedlung Angst und Schrecken verbreitet. Zuletzt soll er am 21. Juli 2018 gegen 23 Uhr einen Grillanzünder mit Küchenrollenpapier umwickelt, diesen in das Fenster einer Doppelhaushälfte am Eichenweg gesteckt und den Brandsatz angezündet haben. In dem Haus lebt auch Gabriele M. (62). „Nicht schon wieder sei ihr erster Gedanke gewesen, als ein Nachbar sie auf das Feuer hinwies. Den hatte G. informiert. Schon ein Jahr zuvor habe es an derselben Stelle gebrannt. Trotz der zuvor bereits erfolgten Brandstiftungen war Gabriele M. davon ausgegangen, zum Trocknen ausgebreitete Blütenblätter hätten sich selbst entzündet. Anzeige hatte sie 2017 nicht erstattet. Kurz darauf hielt ein psychiatrischer Sachverständiger G. noch im ersten Prozess nicht für gefährlich. So blieb der junge Mann mit einer krankhaften Epilepsie frei und zündelte weiter.

Hier, in der Siedlung in der Rülau, war der Brandstifter meistens aktiv. Direkt bei seinen Nachbarn. Quelle: TIMO JANN

Den Grillanzünder habe er zuhause auf der Terrasse entdeckt, schilderte G. die Situation an dem Samstagabend im vergangenen Sommer. Erst führte er aus, er habe sich über einen Freund geärgert und dann das Feuer gelegt. Später sagte er, er sei mit einem Hund Gassi gegangen und habe das Feuer bemerkt. Auf Nachfrage der Vorsitzenden räumte er dann aber mehrere Brandstiftungen in der Rülau ein. „Das war ja keine Absicht“, meinte er. Nur durch Zufall und seine Rückzieher – mehrfach informierte er Nachbarn und Betroffene direkt selbst – kam es zu keinen größeren Schäden.

In Jeans und schwarzem Hoody sitzt der 24-Jährige zusammengesunken auf der Anklagebank, Mutter und Bruder verfolgen den Prozess. Beide habe er in einem emotionalen Gespräch von der nötigen Durchsuchung des Zimmers von Alexander G. überzeugen müssen, berichtete ein Polizist als Zeuge. Auch der Vater von G., der meistens auf seiner Playstation Fußball spielt, war Polizeibeamter. Ein Kripobeamter erklärte, bei der Spurensicherung am Haus von Gabriele M. habe man in einem Lichtschacht alten Grillanzünder entdeckt. Wohl von der früheren Tat.

Das Verhältnis zwischen Gabriele M. und Alexander G. hat sich nach den Brandstiftungen erstaunlicherweise sehr positiv entwickelt. „Wir spielen oft stundenlang zusammen Karten“, sagte die 62-Jährige. Skip Bo. Sie wisse ja jetzt um die Krankheit ihres Nachbarn. Der psychiatrische Sachverständige, der vor knapp zwei Jahren im ersten Prozess die Fehleinschätzung zu G. abgegeben hatte, verfolgte die Erzählungen mit einem Dauergrinsen. Seine neue Einschätzung wird am zweiten Verhandlungstag am 27. Februar zu hören sein.

„Ich verspreche es Ihnen, ich würde nichts mit Feuer mehr anfassen“, flehte G. darum, wieder nach Hause – oder zumindest in eine betreute Wohngruppe – zu dürfen.

Timo Jann

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