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Lauenburg Senioren in Büchen verreisen ohne Koffer
Lokales Lauenburg Senioren in Büchen verreisen ohne Koffer
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08:43 16.05.2019
Nach dem Urlaubstag geht es mit drei Kleinbussen wieder zurück nach Hause ins eigene Bett. Quelle: HOLGER MAROHN
Büchen

 „Hier ist einfach alles schön“, sagt Alma Wrubel. Die 88-jährige schwärmt von der schönen Umgebung, den Unternehmungen und vor allen vom Essen. Gemeinsam mit 20 anderen Senioren aus Büchen und Umgebung macht sie eine Woche Urlaub, der etwas anderen Art. Während die Senioren den Tag über keine zehn Autominuten von Büchen entfernt in „Haus Hannah“ an der Delvenau verbringen, schlafen sie abends wieder zu Hause in ihrem eigenen Bett.

Idee vor zehn Jahren geboren

„Früher bin ich selbst viel verreist. Inzwischen mache ich das nicht mehr“, sagt Erika Graack. Bereits zum dritten Mal ist sie beim Verreisen ohne Koffer dabei. Mit ihren „94 einhalb“ Jahren, auf das halbe Jahr legt sie viel Wert, ist Graack die älteste Teilnehmerin.

Pastorin Frauke Stöckel hat die Aktion Verreisen ohne Koffer ins Leben gerufen. Quelle: Holger Marohn

Vor etwa zehn Jahren hatte Pastorin Frauke Stöckel die Idee zu diesem etwas an deren Urlaub. „Ich habe festgestellt, dass viele Senioren gerne im eigenen Bett schlafen. Das geht auch mir inzwischen so“, sagt Stöckel. Außerdem könnten so weiter die Blumen gegossen oder das Haustier gefüttert werden. Das habe sie vor zehn Jahren auf die Idee gebracht, das Angebot „Verreisen ohne Koffer“ ins Leben zu rufen – mit durchschlagendem Erfolg. Innerhalb weniger Wochen seien die Plätze in der Regel vergeben.

Mit Kleinbussen, die der Kirchengemeinde Institutionen wie das DRK Büchen, das Seniorenheim Dorothea in Witzeeze oder der Büschen-Siebeneichener Sportverein zur Verfügung stellen, werden die 21 Damen und Herren jeden Morgen zu Hause abgeholt, so dass sie um 9 Uhr an dem einstigen und inzwischen zum Tagungshaus umgebauten Schleusenwärterhaus der Delvenau „Haus Hannah“ ankommen.

Jedes Jahr bietet die Kirchengemeinde Büchen-Pötrau Senioren einen ganz besonderen Urlaub ab. Geschlafen wird dabei abends stets zu Hause im eigenen Bett.

„Dieses Haus ist wahrlich ein Segen“, sagt Stöckel. So gibt es nicht nur eine Küche, in der zwei ehrenamtliche Helfer – teilweise selbst kaum jünger als die Gäste selbst – die Teilnehmer bekochen, sondern auch eine idyllische Umgebung in der Delvenau-Niederung und Aufenthaltsräume sowie die Möglichkeit für einen Mittagsschlaf.

Schaukeln und Klönen

Nach dem Frühstück stehen eine tägliche Andacht und Aktionen wie Basteln oder Rätseln auf dem Programm. „Aber ganz wichtig ist den Teilnehmern auch die Kommunikation untereinander“, sagt Pastorin Stöckel. Der gegenseitige Austausch sei etwas, was den Älteren oft allein lebenden Menschen in der heimischen Umgebung einfach fehlt.

Edeltraud Behnck (84), Erika Graack (94 1/2) und Alma Wrubel nutzen die Mittagspause für einen Spaziergang im Garten. Quelle: Holger Marohn

Entsprechend lebhaft ist dann auch das Treiben während der Pausen. Während einige Teilnehmer einfach auf der Terrasse in der Sonne sitzen und klönen, machen andere einen Spaziergang oder schwingen sich mit ihren 94 Jahren noch einmal auf die Schaukel im weitläufigen Garten.

Ohne Sahne geht nichts

Geleitet wird das Kochteam von Frauke Stöckels Mann Klaus. „Wir haben hier eine wirklich professionelle Küche“, schwärmt Stöckel, während er gerade den Kuchen für das gleich anstehende Kaffeetrinken aufschneidet. „Das Wichtigste am Kuchen ist natürlich die Sahne. Die darf auf keinen Fall fehlen“, sagt Stöckel.

Das "Haus Hannah" wurde 1819 auf den Grundmauern des von den Franzosen niedergebrannten als Schleusenwärterhauses an der Delvenau errichtet. Quelle: Holger Marohn

Für die Teilnehmer geht Kaffeetrinken der aufregende Tag gegen 16.30 Uhr zu Ende. Auf dem Hof von „Haus Hannah“ stehen bereits die drei Kleinbusse, die die Senioren wieder nach Hause bringen – zum Wellensittich oder der Katze und vor allem zum eigenen Bett.

Und für Pastorin Stöckel geht es nach der Woche bereits an die Planung für das nächste Jahr. Viele Teilenehmer würden sich am liebsten gleich wieder anmelden, sagt Stöckel. „Die sind allerdings erst möglich, wenn das Angebot im Gemeindebrief veröffentlicht ist. Schließlich sollen alle Senioren die gleiche Chance haben“, sagt Stöckel.

Holger Marohn

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