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Lauenburg Rustikales Theater unter dem Dach
Lokales Lauenburg Rustikales Theater unter dem Dach
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21:30 09.08.2019
Verwunschen sieht es aus, das Forstgehöft etwas außerhalb des Dorfes Ritzerau. Hier gibt es Kulturveranstaltungen der nicht alltäglichen Art zu erleben. Quelle: Norbert Dreessen
Ritzerau

Idyllischer kann man wohl gar nicht wohnen: Das anno 1880 errichtete Forstgehöft am Ortsrand des Dörfchens Ritzerau liegt mitten in der Natur am Rande eines großen Waldes. Bis 1990 war das Anwesen im Besitz des Forstamtes Lübeck, dann kaufte es dessen damaliger Chef, der Leitende Forstdirektor Dr. Lutz Fähser.

Die Hansestadt Lübeck hatte bereits 1465 die „Ritzerauschen Güter“ einschließlich der Wälder rundum erworben. Sie waren auch noch im Lübecker Besitz, als 1985 der amtierende Forstamtsleiter Herbert Groß plötzlich starb. Daraufhin begann unter den Politikern der Hansestadt eine Diskussion, ob man aus Rentabilitätsgründen die im Lauenburgischen gelegenen lübschen Forsten nicht verkaufen oder von der dortigen Kreisforstverwaltung mitbewirtschaften lassen sollte. Den Posten des Forstamtsleiters könne man dann auch einsparen.

Waldexperte Fähser übernimmt Forstamt

Dagegen regte sich heftiger Proteste, unter anderem von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Lübeck und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. So kam es, dass Ende 1986 der Posten des Amtsleiters doch wieder besetzt wurde, und zwar mit einem Wald-Experten erster Güte: Lutz Fähser wurde in Friedrichsruh im Sachsenwald geboren, sein Großvater war Leiter der Fürstlich von Bismarckschen Forstverwaltung. Fähser studierte Forstwirtschaft und arbeitete zunächst als Dozent in Brasilien.

Kontakte in ferne Länder unterhielt der ausgewiesene Experte auch noch, nachdem er die Forstamtsleitung übernommen hatte, denn er war zugleich in vielen Gegenden unserer Erde auf forstlichem Gebiet für den Deutschen Entwicklungsdienst tätig. Da wundert es nicht, dass das Backsteingebäude in Ritzerau voller exotischer Erinnerungsstücke steckt, die der Hausherr von seinen vielen Reisen mitgebracht hat. Internationalen Besuch hat es hier auch immer wieder gegeben.

Forstgehöft wird privat genutzt

Das Forstgehöft war zunächst nur Wohnsitz des Försters, wurde dann aber anno 1920 wegen der großen Bedeutung der Waldungen in dieser Region Sitz des Inspektionsbeamten für die gesamte lübeckische Forstverwaltung und war ab 1936 sogar drei Jahrzehnte lang Sitz des Forstamtes Lübeck. Heute werden die beiden Gebäude nur noch privat genutzt: In dem einen wohnen Lutz Fähser und seine Frau Gwendolin, in dem anderen sein Sohn und dessen Familie.

Heubodentheater unter den Dach

Viel Platz ist im größeren der beiden Gebäude, und deshalb kam Gwendolin Fähser, ausgebildete Theaterpädagogin, vor einigen Jahren auf die Idee, unter dem Dach ein „Heubodentheater“ einzurichten. Damals hatte die Familie gerade zwei wandernde Zimmerleute für ein paar Wochen bei sich aufgenommen, und die erledigten die meisten der anfallenden Arbeiten.

Teil des Kultursommers

Das Heubodentheater im Forstgehöft Ritzerau beteiligte sich schon mehrfach am bunten Programm des alljährlichen „Kultursommers am Kanal“. Dieses große Kunst- und Kulturfest im Kreis Herzogtum Lauenburg bot allein in diesem Sommer mehr als 80 Veranstaltungen an 30 Orten.

In Ritzerau war unter anderem das Berliner Kranewit-Theater zu Gast und spielte für Kinder ab fünf Jahren „Die sieben Raben“ nach den Brüdern Grimm. Christian Ruffert und seine Band „Mit Krone und Hund“ boten ein Konzert unter dem Motto „Glücksritter“. Und dann weckte Christine Wittstamm von der Freien Bühne Wendland mit dem erotischen Märchen „Die Eisprinzessin“ und dem witzigen Politgleichnis „Geschichte einer Tigerin“ die Fantasie der Zuschauer.

Nähere Informationen über weitere Aktionen gibt es Internet unter heubodentheater.blogspot.com

Heute präsentiert sich das kleine Theater auf dem früheren Heuboden mit seinen 70 Plätzen als uriger und rustikaler Veranstaltungsort für Kulturelles ganz unterschiedlicher Art. Allein im Rahmen des lauenburgischen „Kultursommers am Kanal“ werden hier jährlich sechs bis zehn Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Der Raum ist allerdings nicht beheizbar – und deshalb gibt es jetzt auch noch den gemütlichen kleinen „Wintersalon“ mit 40 Stühlen und einem überwiegend literarischen Programm an kalten Tagen. In diesem Rahmen wird einem schnell warm ums Herz.

Von Norbert Dreessen

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